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Fünfter Band.
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Die ungarische Revolution im Jahre 1848. 213

Moritz Perczel dem Hause zu, „lehrt, daß eine Nation über sich selbst das Verdam-urungsurtheil spricht, die zur Unterdrückung eines andern Volks Beistand leistet, unddem Augenblick, wo sie srei sein will, die Freiheit dadurch erlangen zu könnenglaubt, daß sie Hülfe sendet zur Unterdrückung einer andern Nation. Ich will hiernicht die Verdienste Karl Albert's und die der Dynastie Habsburg um das Volk ab-lagen; noch will ich untersuchen, welcher von Beiden seinen Völkern mehr geschadet.Die Geschichte aber, obwol noch keine wahrhafte ungarische Geschichte geschrieben ist,Mt uns Thatsachen genug geliefert, um die östreichische Politik nach ihrem wahren^erth beurtheilen zu können." Mit einer Offenheit, welche Erstaunen und Schreckenverursachte, fuhr sodann Perczel fort: „Jedermann gibt zu, daß die kroatischen Be-legungen und der serbische Aufstand zum großen Theile das Ergebniß der CabalenÖstreichischer Regierungspolitik sind. Ja, es laßt sich nicht einmal wegleugnen, daßEinzelne Glieder der Dynastie daran theilnahmen. Und nachdem uns alles Dies be-kannt ist, krönen wir da nicht jene Kabalen mit unsern eigenen Thaten? Und wennuns zu ihren Verbündeten machen, werden wir es dann nicht rechtfertigen, daß^ ihnen gelungen, uns durch das Hervorrufen jener Bewegung ins Garn zu locken;

sie uns, nachdem wir keinen Ausgang mehr fanden, nöthigten, uns ihnen invre Arme zu werfen? Sie haben die Kroaten und Serben gegen uns aufgewiegelt,v>eil wir keinen Theil der Staatsschuld übernehmen und keine Soldaten gegen Jta-len stellen wollten. Jetzt aber geschieht unsererseits Das, wovon vor dem Zusam-mentritt der Nationalversammlung Niemand zu träumen gewagt. Ich frage: hatMcht die öffentliche Meinung Ungarns sich genügend dagegen erklärt?" PerczelMachte noch auf die Folgen der Bewilligung aufmerksam. Der italienische Freiheits-^mpf befände sich schon gegenwärtig in solcher Bedrängniß, daß ihm die ungarische^Ervention, vielleicht, schon das reichstägliche Aussprechen derselben, den TodesstoßZeben könne. „Wird Ostreich, sieggekrönt in Italien, dabei stehen bleiben? Wird esann mcht seine Truppen mit derselben freiheitmörderischen Absicht gegen Ungarnenden? Wir wissen, welch reactionairer Geist in der östreichischen Armee herrscht;und dre aus Italien triumphirend heimkehrenden Truppen werden wol nicht den ge-kästen Anstand nehmen, auch an Ungarn das Amt des Freiheitwürgers zu üben."demselben Sinne sprachen alle Mitglieder der Opposition. Sie setzten Alles inEMegung, um den Antrag des Ministeriums durchfallen zu lassen; sie appellirtend s Humanität, an das Rechtsgesühl; sie drohten mit dem Verdammungsurtheil,Europa fällen werde; sie machten selbst Rechtsgründe geltend. Die Pragmatischeanction, behauptete Teleky, verpflichte Ungarn nur, Östreich im Besitz jener Län-Er zu vertheidigen, die es bereits damals (1723) innegehabt, doch nicht auch imkünftiger Eroberungen. Eine solche spätere Erwerbung aber sei das Lombar-^'H-Venetianische Königreich, sodaß Ungarn nicht verpflichtet, Östreich in dessen Er-Haltung zu unterstützen.

. Trotz aller Gründe des Rechts, der Politik und des Patriotismus gelang esOpposition nicht, aus die Abstimmung einen Einfluß zu erlangen. Die Majo-licke" 2 ^. ^Erneute jenes unselbständigen und schüchternen Liberalismus der Vormärz-müsf! umfassend, glaubte dem ministeriellen Antrage blindlings nachkommen zuund die Regierung siegte mit 236 gegen 33 Stimmen. Man hütete sich, der Versammlung die Sache in ihrer Nacktheit zur Abstimmung zu unter-ourck c - Präsident hatte die Frage folgendermaßen formulirt: „ Will Ungarnoder i ungesetzliche Passivität die Fraction Carlo Alberto's und ihn selbst stärken;^ard ul Ungarn seinem König, der doch gewiß größere Rechte auf das von demwelche onig usurpirte Königthum hat, einen ehrenvollen Frieden erkämpfen helfen,der ^in jene Freiheit und Unabhängigkeit gewähren kann, welche im Wunsche

Das Drüschen Bevölkerung, im Wunsche der Diplomatie und Kriegsgewalt liegt?"knirsch Opposition fügte sich dem Beschlusse der Majorität nur zahne-

i^end. M(m suchte aber in der Presse gegen den Beschluß zu agitiren, dqmit

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freilich

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