Band 
Fünfter Band.
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Schleswig-Holstein seit seiner Erhebung im Jahre 1848. 307

^ste>, unabänderlichen Willen habe, sein Herzogthum Schleswig zum Äußersten zuvertheidigen", und daß er daher „jeden Soldaten, der die festgestellte militairischeDemarkationslinie überschreite, als einen Feind werde ansehen und behandeln lassen";

er übrigens „den Einmarsch der preußischen Truppen in Holstein nur als eineDemonstration ansehen könne und wolle, die die Aufrechthaltung der innern Ord-nung und des Friedens zum Zwecke habe, und deshalb an den Commandeur derpreußischen Truppen die Federung ergehen lasse, der sogenannten provisorischen Ne-uerung daselbst die sofortige Einstellung aller Negierungshandlungen aufzuerlegen."'Diese Erklärung war vom 12. Apr. Natürlich antwortete Bonin, daß er sich nicht"ur nicht darauf einlassen könne, sondern daß „vielmehr die preußischen Truppenunter seinem Commando der provisorischen Regierung zur Verfügung gestellt seien";Zugleich erklärte er nochmals, daß „die preußischen Steitkräfte nicht als Feinde den^uigljch dänischen Truppen gegenüberstehen, sondern lediglich um der VermittelungNachdruck zu geben ", und daß er endlich „ während der Dauer des Waffenstillstandsermächtigt und erbötig sei, Verhandlungen über die Wiederherstellung des 8taiu5 quonach dem Beschluß des Deutschen Bundes zu führen" (4. und 12. Apr.).Diese Erklärungen standen einigermaßen in Widerspruch miteinander und hattendurchaus keine weitem Folgen. Indessen blieb die Waffenruhe, bis durch den er-mähnten Beschluß vom 15. Apr. Preußen aufgegeben ward, den Oberanführer für^ deutsche Heer in Schleswig-Holstein zu stellen, und damit die ganze Verantwort-"chkeit allein zu übernehmen.

Es war das die Zeit, wo man in Berlin ernstlich daran dachte, dem Prinzenou Preußen seine frühere Stellung wiederzugeben. Der Prinz war damals inLondon. Gleich nach dem Beschlusse des Bundestags ging daher eine Stafette nachLondon ab, um den Prinzen zur Annahme des Commando zu bewegen. Alleinder Prinz erklärte, gegen den König von Dänemark das Commando nicht führen zusollen. Es war das erste mal, daß sich eine tiefe Verschiedenheit in der Auffassungdes Königs und seines Bruders über die schleswig-holsteinische Frage zeigte. Unter-dessen sammelte sich das 10. Armeecorps in Holstein. Tag für Tag verging, ohneEtwas geschah. Die öffentliche Meinung ward beunruhigt; man begriff den_ rund des Zögerns nicht. Einige schoben es auf die Unwillfährigkeit Hannovers,rudere auf andere Staaten. Die Ungeduld wuchs. Unterdessen ward dem durch^ue militairischen Leistungen als ausgezeichnet bekannten hannoverischen General HalkettUterimistisch das Oberkommando übertragen. Halkett arbeitete in Rendsburg den//läriffsplan auf die schleswigsche Stellung der Dänen aus; Alles war fertig, nur^rht das preußische Cabinet mit seinem Entschluß. Endlich kam Antwort ausondon, und sofort ward nun der General Wrangcl von Berlin aus nach Rends-gesandt, um das Oberkommando zu übernehmen. Hier langte derselbe am 21.fps- an. Am 22. trat er durch Tagesbefehl das Oberkommando an, und, den^.uigen Plan Halkett's annehmend, ließ er bereits am 25. die ganze Macht gegen^ Stellung der Dänen bei Schleswig anrücken.

Es war auch hohe Zeit; denn während jener langen Unthätigkeit hatten die77 ?uen die Vortheile ihrer Stellung benutzt. Schon standen am 21. Apr. die ersten.?"sschen Truppen an der Westküste in Husum. Eckernförde war gut besetzt, undein kühner, aber ohne Geschütz und mit geringer Macht von den Freischaren unterbairischen Major von der Tann gemachter Angriff zurückgewiesen worden, bei denen^ Letzten, 25 Todte und 50 Verwundete verloren. Die dänische Politik änderteruadurchaus nicht; Preußen mußte vorwärts. Am Morgen des 25. Apr.im das deutsche Heer in zwei Colonnen aus. Die Avantgarde nahm sogleich

ein Anlauf die Wälle, des Dannevirke; die erste Colonne drang in Bustorf

ter/ mußte hier lange Zeit ein heftiges Feuer der dänischen Geschütze aushal»

Un/- § endlich die schleswig-holsteinischen Schützen den rechten Flügel der Dänenmgmgen, sodaß Letztere sich zum Rückzug genöthigt sahen. Die Dänen waren

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