II Uebersicht und Erklärung der Kupfer zu Winkelmanns Werken II. Band.
Tafel 6. Grundriß des kleinern Tempels von Pästum. Zur Seite sieht man den Durch-schnitt dieses Tempels der Länge nach auf seiner mittlern Grundlinie, wo man die kleineAbneigung der Grrmdfläche des vordern SäulengangeS bemerkt. Zum Maaßstabe hatman sich des neapolitanischen Palms bedient.
Tafel 7 . Die Figur zur Linken dieser Tafel zeigt im Großen die Theile und Verhältnissedes Capitäls, Architravs, Frieses und Kranzes der äußern Säulen des kleinern Tem-pels. Daneben sieht man die Decke, um die untere Eintheilung und die Vertheilungder Triglyphen zu zeigen. Die Maaße dieser Figur sind nach dem Modul bestimmt,oder nach dem Halbdurchmesser der Säule in ihrer größten Dicke. Die auf dieser Tafelbefindliche Base gehört zu den innern Säulen der Vorhalle. Die Figur zur Rechtenzeigt die Art und Weise wie die Säulen des dritten Gebäudes zu Pästnm, dessen Be-schreibung die folgenden Tafeln enthalten, verjüngt sind. Man sieht hier wie die En-tasis oder Bauchung derselben gebildet ist. An dem Umriß der linken Seite sind dieangegebenen Maaße nach der Scala des Moduls unter der Figur genommen. Manmerke aber, daß unter diesen sieben Maaßen bei min. 3, min. 9, mi». 11 u. s. w.
wahrscheinlich ein kleiner Irrthum statt findet. Wir haben ihn indessen gelassen, nm
eine treue Kopie der Tafeln des P. Paoli zu geben. Diese Entasis ist von besondererArt, und macht eine bessere Wirkung, als jene plumpe Ausbauchung der Säulen, derensich Baukünstler ohne Geschmack in unsern Zeiten zu bedienen pflegen. An dem Umrißder rechten Seite sind die Maaße nach dem neapolitanischen Palm bestimmt, dessenMaaßstab sich unter den vorhergehenden befindet.
Tckfel 8. Die Figur auf der linken Seite dieser Tafel zeigt den Grundriß des dritten Ge-bäudes zu Pästum mit beigefügten Maaßen nach neapolitanischen Palmen. In derFigur daneben sieht man im Großen die Theile und Maaße des Capitäls, Architravsund Frieses von diesem Gebäude, dessen Kranz sich nicht erhalten hat, und deßhalb auchhier nicht angegeben ist. Zum Maaßstabe dieser Figur hat man sich des Moduls oderHalbdurchmeffers des untern Theils dieser Säulen, wie gewöhnlich in dreißig Theile ge-theilt, bedient. Rechts sind einige kleine Verzierungen abgebildet, welche unter die Ca-pitäler der Säulen dieses Gebäudes eingehauen, und mit vielem Geschmack gebildet sind.Tafel s. Die obere Figur dieser Tafel zeigt, was gegenwärtig von der Vorderseite diesesdritten Gebäudes zu Pästum noch übrig ist. Die Maaße desselben sind nach dem Moduloder untern Halbdurchmesser der Säulen bestimmt. Unter dieser Figur sieht man denGrundriß derselben, dessen Maaße nach dem neapolitanischen Palm bestimmt sind, umso den Grundriß dieses Gebäudes auf Tafel 8 zu ergänzen, welcher wegen seiner Klein-heit nicht deutlich genug ist. Die untere Figur dieser Tafel zeigt das Innere desselben
Gebäudes, seiner Breite nach, im Durchschnitt, von der Mitte der zweiten Säulenweite
an der Seite gerechnet; die Maaße sind gewöhnlich nach dem Modul bestimmt. — Indieser Figur sieht man die Verschiedenheit der Capitäle an den Pilastern von denen anden Säulen, so wie auch ihre Verjüngung nach oben zu, welche sonst bei Pilastern un-gewöhnlich ist. Unter dieser Figur ist zur größeren Deutlichkeit der Grundriß beigefügt,um die Theile besser zu erkennen, welche aber hier nach dem neapolitanischen Palm ge-messen sind, nm auf diese Weise den Grundriß auf Taf. 8 zu ergänzen.
Tafel L0. Diese Tafel zeigt die verschiedenen Arten zu mauern, zum bessern Verständnißdessen, was davon in den Anmerkung en über die Baukunst der Alten vorkommt.6. Art und Weise innerhalb der Wände mit viel Kalk und wenig Ziegeln zu bauen,wie man zu Pozzuolo sieht.
v. Art und Weise die Ziegel auf die hohe Seite zu legen, welche im italienischen »npina pesce genannt wird.
L. Viertel von einem dreieckigen Ziegel, wie man in der Stadtmauer des AurelianuS sieht.
e. e. Ganze Ziegel, von denen man die dreieckigen nahm.
k. Diatoni, oder Ziegel, welche die ganze Breite der Mauer, von einer Wand zurandern einnehmen.
6. Emplector, oder Mörtel zum Ausfüllen.
H. Lagen von schmalen Ziegeln.
l. Zwei Lagen von länglich viereckigen Ziegeln in netzförmigem Mauerwerk.
X. Netzförmiges Werk.
l.. Pseudisodoma, d. i. wenn die Steine von ungleicher Dicke sind.
HI. Jsodoma, d. i. wenn die Steine von gleicher Dicke sind.