Band 
Zweiter Band.
Seite
IV
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IV Uebersicht und Erklärung der Kupfer zu Winckelmanns Welken II. Band.

Capitälern findet. Die Thüre des Tempels öffnet sich »ach inwendig, statt daß die desvorigen sich nach außen öffnet. Der offene Theil desselben ist neu ergänzt, die Gittersind ebenfalls verschieden von denen des andern Tempels. Die weibliche Figur danebenist von außerordentlicher Grazie und Schönheit, und hat vielleicht in erhobenen Werkenwenige ihres Gleichen ; sie ist mit dem Tempel aus einem Stück, obgleich beide von sehrverschiedener Arbeit sind, auch ist sie wohl erhalten, bis auf die Hand, mit welcher sie dieGuirlande hält, ein Stück der Guirlande selbst, und ein Theil der Füße, welche modern sind.

Tafel 17 . Die von einer Zeichnung aus Naphaels Schule kopirte Abbildung eines antikenerhobenen Werkes V. stand in der ersten Ausgabe des Sendschreibens von den Herkula-nischen Alterthümern auf der ersten Seite über dem Anfange desselben. Die Abbildungdes geschnittenen Steines v. zierte als Vignette das Titelblatt derselben Schrift. Vonbeiden gibt Winckelmann , Seite 16« dieses Bandes, die Erklärung. Unter beidenKupferstichen der ersten Ausgabe stand .I»I>n»e8 Winckelmann stel., welches jedochein Irrthum war, denn er selbst bemerkt in seinen Briefen, daß er sie nicht selbst ge-zeichnet, sondern von einem deutschen Künstler zeichnen lassen.

Tafel 18. Kopf des Demvsthenes von Bronze, unter den Herkulanischen Alterthümern ge-sunden. Winckelmann gab ihn zuerst am Schlüsse des Sendschreibens von den Her-kulanischen Entdeckungen in Kupfer gestochen; auch ist er unter den kronrü st'LrcolaimV. l. tak. II. abgebildet.

Tafel 19 . Stellt eine alte Malerei aus dem heiknlanischen Museum dar, auf der man einenHaufen Münzen, Schreibegeräth, Bücher und andere Dinge abgebildet sieht. Win-ckelmann erwähnt derselben in den Anmerkungen über die Baukunst der Alten, Band II.dieser Ausgabe, S. 122, und in den Briefen an Bianconi.

Tafel r«, S1 und SS. Diese drei Knpfertaseln sind aus SchöpflinS ^Inatia M»8tii8Vom. I. tak. 15. kopirt. Sie enthalten die Abbildungen dreier altrömischer Badezim-mer oder «tuke. Winckelmann erwähnt ihrer am Ende des ersten Kapitels seinerAnmerkungen über die Baukunst der Alten, tz. 73, Seite 113 dieser Ausgabe.

Tafel L«. Fig. I. der Ofen oder der Ort, wo das Feuer gemacht wurde, um von dadie Wärme in den unterirdischen Theil des Bades oder das Ii^pvcauntuin 6. zu leiten,welches auf drei Seiten mit Röhren umgeben war, so wie man dieselben Fig. III. größerund deutlicher abgebildet sieht. 6. das Vciiicinrium oder lauwarme Badegemach.I). das LIneotliemum oder die Kammer zum Salben. bk das ^poclxterium, derOrt, wo man sich auskleidete, oder vielleicht das krixistsrium oder AdkühlungSzimmer. kk die Leitung der Röhren auö dem Ii)pucaii8tum in das tepistru'ium. 6. Röhreoder Kanal, um äußere Luft hineinzuleiten.

Fig. II. zeigt den Aufriß des obigen Plans: v. ist das knliclsrium oder warmeBadezimmer, unmittelbar über dem Ii^pocau8tum, dessen Fußboden aus fünf großenTafeln von gebrannten Ziegeln besteht, und von vier Reihen kleiner, viereckiger Pfeiler,zwei Fuß hoch, getragen wird. 6. das Vcpiclnrium; l). das LI»eotke8nim;

1 Durchgang der Röhren von dem kuliänrmm in das Vepistarium; 6. Röhre,um vermittelst eines Hahns äußere Luft einzulassen, um die Grade der Wärme in demTepiäariuin zu reguliern.

Fig. III. sind einige Röhren im Großen abgebildet, um die Art ihrer Verbindungbesser zu zeigen.

Tafel L1. Fig. V. zeigt ein anderes Bad, welches, zum Unterschiede von dem vorigen, dieRöhren bloß an der Seite hat. Die kleinen Pfeiler, welche den Fußboden tragen, sind

2 Fuß hoch und 1 Fuß dick. Die Mauer hat auf jeder Seite 2'/, Fuß Dicke. DasBadezimmer selbst ist 25 Fuß lang und 22'/- Fuß breit.

Fig. IV. zeigt die Röhren im Großen, und die Art, wie sie in dieser Badestubeverbunden sind.

Fig. VI. zeigt den Grundriß einer dritten Badestnbe. Man sieht in derselben aufallen vier Seiten Röhren, die einen halben Fuß von einander entfernt sind. Den Fuß-boden tragen zehn kleine Pfeiler von ungefähr 1 Fuß Dicke und 2 Fuß Höhe. Außer-dem sind noch zwei dickere Pfeiler von derselben Höhe daselbst vorhanden.

Fig. VII. zeigt den Aufriß dieser Badestube, wo man auch die 3'/» F»ß weite Oeff-»ung der Thüre sieht. Wahrscheinlich wurde das Feuer zur Heizung dieser Badestube in^ dem Raume zwischen der Thüre und den kleinen Pfeilern gemacht.

Tafel SS. Um eine noch vollständigere Idee von den Bädern der Alten zu geben, ist aufdem obern Theile dieser Tafel die Zeichnung einer Badstube mitgetheilt, dir sich in einem