Band 
Zweiter Band.
Seite
V
JPEG-Download
 

Uebersicht und Erklärung der Kupfer zu Winckelinaunö Werken II. Bund. V

Landhause zu Pompeji befand, und im ersten Bande der Vny.ige pittor. sie Aaples,X et XI. I^ivr. pl. 7V. mitgetheilt worden ist.

Nr. I. stellt den Grundriß derselben dar. Das Wasser ward durch die Nähre l»hineingeleitet, und floß im Innern der Mauer bis zu den Kesseln c, von wo es in dieBadewanne f geleitet wurde; «I war der Ofen oder Herd zum Kochen der Speisen;« war gleichfalls ein Ofen; A zeigt die Nähren in der Mauer an, durch welche dieWärme sich rings umher verbreitete, und zugleich die Form der aufrecht stehenden Ziegelan der innern Mauer der Stube, wie in der zu Scrofano, und vielleicht in allen übri-gen; i die Thüre; k eine kleine Oeffnnng in der Mauer, in die eine Lampe gestelltwurde, welche beide Theile des Zimmers erleuchtete, und von / her Luft erhielt. Ein,wahrscheinlich an der innern Seite des Zimmers angebrachtes Fenster hinderte, daß dieLampe nicht durch die feuchte Luft verläscht wurde; m und 9 zeigt eine Schale, inwelche kaltes Wasser vermittelst der Nähre » und ia aus dem Behälter floß. Ein klei-nes Glasfenster Ii erhellte das Badezimmer.^.Der Durchschnitt dieser Nische in Nr. III.zeigt die Form und Verzierung derselben. Ein anderer Durchschnitt in Nr. II. vonder Seite, zeigt das Uebrige des Badezimmers, so wie auch den Ofen, wo das Wasserbeiß gemacht und vermittelst einer sinnreichen Vorrichtung vertheilt wurde. DaSWasser floß nämlich zuerst in den Kessel l, und vermittelst einer Röhre in den andernKessel 2, aber nicht anders als i» dem Maaße, wie dieser geleert wurde. So modifi-zirten beide Kessel, auf welche das Feuer sehr ungleich einwirkte, die Grade der Wärme.Das laue Wasser, welches nach und nach zum Kochenden floß, ersetzte dasselbe, ohne eszu erkälten, und leitete vermittelst der Kanäle 7 und 8 laues und kaltes Wasser in dieBadewanne. War in dem Ofen 3 das Holz verbrannt, so schob man die Kohlenunter den Vorplatz der Kammer, deren Fußboden von kleinen, hohlen und durchlöchertenPfeilern von gebrannter Erde getragen wurde, so wie sie unter Nr. IV. abgebildet sind.Auf diesen Pfeilern ruhten breite Ziegelplatten, und darüber eine Mosaik, wodurch diezu unmittelbare Einwirkung der Hitze auf das obere Zimmer oder kni iäarium gemäßigtwurde; 5 zeigt die Hauptwand; 6 die aufrecht gestellten Ziegel an der Mauer, in-nerhalb welcher die Wärme aufstieg, wie bei » gezeigt worden, und eidlich II eineOeffnung, um die warme Luft verdunsten zu lassen. Nr. V. zeigt einen Theil desGrundrisses von dem Hause, in welchem dieß Bad sich befand.

Der untere Theil dieser Tafel zeigt ein Gemälde aus den Bädern des Titus, aufwelchem die verschiedenen Theile eines Bades abgebildet sind, mir dem Namen darüber,welches zur besseren Verständniß des Nitruvs I.. V. c. 10. sehr nützlich ist, weßhalb auchGaliani in seiner Uebersehung desselben 1^. V. am Ende, p. 2l4, eine Abbildungdavon beigefügt hat, obgleich schon andere es früher bekannt gemacht hatten. Man hataußer diesen noch von manchen andern Bädern Nachrichten, unter andern von einem Pi-sanijchen, welches Nobertelli beim Grävius Vlies. Xittic^ilt. IIom. Vom. XII. e»I.385. selt- beschrieben hat. Flaminio Vacca in seinem Hlemorie n. 5 t. erwähnteines Bades, das er in seinem Hause hinter dem Pantheon, in den Ruinen der Bäderdes Azrippa, gefunden. In den Xovelle letterarie 6l VirenLe für das Jahr 1741.p. 180. wird ein anderes beschrieben, das gleichfalls zu Nom beim Abtragen der altenKirche S. Stefano in Piscinola entdeckt worden, von welchem auch Galiani p. 204.redet. Noch gegenwärtig sieht mau einen Theil der Bäder, welche sich unter der Kircheder heiligen Cäcilia in Trastevera befanden. Von einem aus den Bädern des AntoniuSCaracalla gibt Piranesi Xiiticli. Kom. Vnm. I. tnb. 19. Ii». 2. eine Abbildung.Winckelmann selbst hat das beschrieben, welches in der Nusfiuella, oberhalb Frascati,gefunden worden. Von diesem und von den vielen Alterthümern, welche man daselbstgefunden, sehe mau das Römische tliornale sie I.etterati für 1740. Xrt. XIX. p. 117. Ein anderes Bad entdeckte man im Jahr 1784 bei Scrofano auf einem Landgute,das Filatica heißt und der Familie Pagliarini gehört, 15 Miglien von Rom . Die klei-nen Pfeiler bei diesem letzteren, von gebrannter Erde, etwas über zwei Palmen hoch,und etwas über einen Palm im Durchmesser, waren sämmtlich aus einem Stück undinwendig hohl. Die Röhren, welche in den beiden Seitenmauern emporstiegen, warenlänglich viereckig, V, Palm lang und I'/- Palm hoch, und waren je zwei und zwei miteisernen Klammern, von der Form eines V, in der Mauer befestigt. Der Fußboden warwie gewöhnlich aus großen Ziegelplatten, welche bis auf die Mitte zweier Pfeiler reichten;auf einigen derselben las man: VIXIXVI KL8VIVVVI O? OOI^ LX VI6 VXX8 XV6V8 LX. Ueber diese Platten lag ein sehr starker Estrich, der mit viereckigen Fliesen