Band 
Zweiter Band.
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VI
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VI Uebersicht und Erklärung der Kupfer zu Wiuckelmauns Werken n. Band.

von buntfarbigem Marmor bedeckt war, dem von Vacca und Nobertelli beschriebenenähnlich. Auch der untere Fußboden, auf welchem die Pfeiler ruhten, war von eben sol-chen Ziegelplatten. Dieses Badezimmer hatte, so wie alle vorher erwähnten, im »or-dern Theile einen Ofen oder Ort, wo man das Feuer machte, und man fand »ochBrennmaterialien in demselben. Vacca, und auch Winckelmann , welche aufdiesen Ofen, dessen auch Vitruv erwähnt, nicht geachtet haben, glaubten, man habedas Feuer unter dem Fußboden zwischen den Pfeilern gemacht; aber dieß würde einesTheils die Enge des Raums nicht erlaubt, andern Theils würden die Pfeiler und derFußboden es nicht ausgehalten haben. In obigem Gemälde sieht man deutlich dreikleine Oefen, aus welchen die Flamme zwischen die Pfeiler drang; das Feuer mußtealso viel mehr mit Holz als mit Kohlen gemacht werden, wie auch das Gemälde zeigt. Von den Röhren, in welche die Flamme oder Warme eindrang, spricht auch derRechtsgelehrte Proculus, S. I.: ltnidam Ililienm 13. <1. I)o 8orvit. pi rrnd. »i lin»;und den unterirdischen Theil des Bades, oder das Ii>poe.an8tnm, beschreibt Stalins8;Iv. lilr. I. crrr. 5. i» line:

tjiiid Mine «lest» «olo relerm» taliulaia, cr«p»n>e8^uclilurir j>il»8, iilii IanA»i,I8 >Ani8 inerrat^edil>»8, et tenuem volvunt I>) siocai^tir vaporeni?

Keiner, den Nobertelli ausgenommen, hat in den hier angeführten, oder andernBädern bemerkt, ob der Fußboden des Ii)>,ocan8tum, auf welchem die Pfeiler standen,sich gegen den Ofen zu abschüssig neigte, wie auch Vitruv vorschreibt, damit die Flammeund die Hitze gerader und stärker in die Oeffnungen der Röhren eindränge. Dieser Vor-schrift zu Folge müßten die kleinen Pfeiler nach hinten zu allmählig an Höhe abnehmen.Aber keiner der erwähnten Schriftsteller meldet davon etwas, sondern nach ihnen sindalle von gleicher Höhe.

Tafel S». Abbildung einer Figur von weißem Marmor, 9'/r Palmen hoch, im Muses Pio-Clementino, welche Winckelmann , verleitet durch die Inschrift, für einen Sardanapalerklärte, und sie auch in den Mumm. inesiiti, als einen solchen unter Nr. 163 zuerstbekannt machte. Nichtiger erklärte später Visconti i>I»i8. ?iu-6Iem. Tom. II. tav. 41.diese Figur für einen bärtigen Bacchus.

Tafel 21 . Eine Figur in Bronze, die, in Sardinien gesunden, gegenwärtig zu Rom imMuseo des Collegium Nomanum aufbewahrt wird. Sie ist l Palm 8 Zoll hoch und derKorb beträgt 2'/, Zoll. Sie stellt einen Soldaten mit einem runden Schilde in derLinken vor, das eine Art von pelta sein soll, und mit drei langen Pfeilen. In derRechten hielt er wahrscheinlich einen Bogen, von dem man noch ein Ueberbleibsel sieht,aber kein Schwert, von dem man sonst auch die Scheide erblicken würde; außerdem wäreer ohne Bogen gewesen. Winckelmann erwähnt seiner in der Geschichte derKunst 3. B. 4. K. H. 45. S. II6. 6. B. 3. K. tz. 29. S. 242. und in den Briefenan Bianconi in diesem zweiten Bande, wo er ihn jedoch nicht ganz richtig beschreibt.Er glaubte nämlich, daß die Figur einen Korb auf dem Kopfe trage, wie man gegen-wärtig an derselben sieht; aber wahrscheinlicher ist, daß auf Anhöhen oder unwegsamenOrten, zwei Soldaten denselben mit der Hand hinauftrugen, und daß außerdem einerihn auf seinem Karren zog. Der Korb, den man jetzt steht, ist außer einem kleinenTheile des Handgriffes und den Rädern, ganz neu und willkührlich gebildet; obwohl esscheint, daß der Soldat ihn auf Anhöhen, oder bei andern Gelegenheiten, auf dem Rückengetragen habe. Die Hörner, die diese Figur auf dem Kopfe hat, sind nicht da, um denKorb zu tragen, der nicht einmal gut darauf Platz hat, sondern sie sollten einen Helmvon Fell oder einen Ochsenkopf mit Hörnern bedeuten, wie die Könige von Egypten, dieJsisfiguren und andere ihn trugen. Diese Vermuthung wird durch eine ähnliche Figurbeim Gori, AIim. Ltrusc. Tom. I. tad. 104., bestäiigt, welche keinen Karren trägt,sondern statt dessen ein langes Grabscheit, weßhalb man sie für einen Schanzgräber haltenkönnte. Einen Helm mit Hörnern sieht man gleichfalls an drei Kriegern auf zwei so-genannte» hetrurischen Vasen beim Passeri, ?ict. Ltr. in vasc. Um. II. ta1>. 108.Tom. III. tak. 295. Auch der Abbö Barthelemy hat von dieser häßlichen Figur,I>Iöm. mir los niicie»8 IVIooum. sie liom. Xoasi. sik8 Iimer. T. XXVIII. IVIöm. p. 579.,eine verkehrt gestochene Abbildung geliefert, und mit Winckelmann geglaubt, daß dieFigur in der einen Hand den Griff eines Schwertes halte.