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Briefe an
nicht mit Dinte geschrieben worden, deren Hauptbe-standtheil aus Vitriol besteht; wäre» sie damit ge-schrieben, so hätte sich die Schwärze im Feuer verloren.Die Dinte, wie wir solche heut zu Tage gebrauchen,und mit welcher die ältesten Handschriften des viertenJahrhunderts und später geschrieben sind, würde zusolchen dünnen Blättern nicht tauglich gewesen sein;sie würde solche durchfressen und durchlöchert haben:denn ich habe angemerkt, daß die Buchstaben in denältesten Handschriften etwas vertieft sind. Diese Be-merkung kann man an dem vaticanischen Virgilmachen. Die herculanischen Handschriften sind miteiner Art von schwarzer Farbe, beinahe wie die chine-sische Tusche, geschrieben, die mehr Körper hat, als diegewöhnliche Dinte. Wenn man die Schrift gegen dasLicht hält, so sieht solche wirklich etwas erhaben aus,und die Dinte, die man noch in einem der Schreib-zeuge gefunden hat, ist davon ein sicherer Beweis.Ich glaube in einer Stelle beim Dcmosthcncögefunden zu haben, daß die Alten ihre Dinte zu Pul-ver gestoßen haben. Das Instrument, womit die Altenschrieben, war nicht eine Feder, sondern es war vonHolz geschnitten, wie das auSgegrabene ist, oder viel-leicht von einer andern Materie, aber nach Art unsererFeder» geschnitten;welches man gleichfalls an dem-jenigen Instrumente ersehen kann, das auf einem altenGemälde über einem Schreibzeuge abgebildet ist; mitdem Unterschiede, daß es von da an, wo der Schnittangeht, bis an die Spitze, die ppramidenförmig ab-nimmt, und die etwas ausgehöhlt ist, anderthalb Zollausmacht, nur daß die Spitze, oder das Ende, keinenSpalt hat. 's) Der Tert der Handschriften ist nicht
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Auch Mtlzvcchi ck»rp/iie. in «tickt. p. 170. führt sie
an aus dem Fabretti kopirt; und beide lesen irrig cele-ritütem starr celebritatem, wie auf dem Marmor steht.
Fea.
16) D,at. cke Doiona, pap. 515. UNI Ende, wo er gegen denAcschineS sagt : l-uer in magua ege-tate e. edueatu-,
D a ß d o r s.
I7> Sie bedienten sich einer Art von Binsen oder Rohr, cala-niu» genannt, welches aus Aegypten , GnidoS, und einer Sie-gend Armeniens kam. S. klln. 16. c. 38. .eck. 64.ker.. Bat. 3. v. II. 12. INartlal. 7,. 14. eplpr. 37. ecklt. Un-ser!. ntln. 38, Der heil. Jsidorus, der zu Anfange des7. Jahrhunderts lebte, spricht 7, 6. c. 13. pon Federnder Bögel, die man in neueren Zeiten gebraucht. ES kannalso die Gemme im Museum zu Paris, Mariette ?,err.grao. D. r. pl. 117., aus welcher man eine Siegegöttin mitder Feder in der Hand in schreibender Stellung abgebildetsieht, nicht alt sein, und die Maler und andere Künstler ver-stoßen wider das Kostüm, wenn sie die Evangelisten, Prophe-ten und andere Personen des Alterthums mit Federn in derHand, nach heutiger Sitte, abbilden. Der Abate Ne,qnennv irrt, wenn er in seinen Sapg, c. >7, p. 2<X>. schreibt,daß man auf den herculanischen Gemälden Feder» sieht.
Fea.
18) Späterhin in dem Briefe an Füeßli über die neuesten her-culanischcn Entdeckungen hat der Vers. bemerkt, daß durchdie Versteinerung die Spalte unsichtbar geworden sein könne.
Fea.
ganz vollständig und ohne Lücken; bald fehlen einzelneBuchstaben, bald ganze Wörter; deßwegen werden sieaber nicht als unbrauchbar verworfen, wie manche zuthun pflegen. In einer Materie, wie die der Hand-schrift von der Redekunst, wären die Lücken leicht zuergänzen. Mittelst einer anhaltenden vierjährigenArbeit hat man nicht mehr als neununddreißig Ko-lumnen der Abhandlung von der Tonkunst abkopirenkönnen, und über zwanzig Kolumnen der Abhandlungvon der Redekunst sind ein und ein halb Jahr ver-flossen. Pater Antonio Piagi von dem Ordender Piariflen, der lateinischer Scrittore der vaticani-schen Bibliothek war, besitzt das Geheimniß und dasgehörige Phlegma die Handschriften abzurollen^ als-dann zeichnet er die Buchstaben genau nach, und über-liefert diese Abschriften dem Kanonikus Mazocchi,der mit Ausschluß aller andern den Auftrag hat, dieHandschriften zu erklären.
§. s. Das ägyptische Papier scheint nicht allein zuden Zeiten des PhilodemuS, sondern auch nocheinige Jahrhunderte hernach, der gewöhnlichsteSchreibestoff gewesen zu sein, weil es wahrscheinlichwohlfeiler war, als das Pergament. Ein geschriebenerKöder des H. Augustin, den Petav besaß, enthieltWechselsweise Blätter von ägyptischem Papier und vonPergament, nach MabillonS Angabe. Man weißnicht, wo die Handschrift hingekommen ist. In derOttobonischcn Bibliothek, die der vaticanischen ein-verleibt worden, und die ehemals der Königin vonSchweden gehörte, die sie dem Petav abkaufte, findetsich solche nicht mehr. Die Muthmaßungen, die manaus der Form der Buchstaben auf gewisse Zeitpunkteherleitet, sind nicht ganz ohne Grund. Zu den vor-hergehenden will ich noch einige neue Betrachtungenhinzufügen. Die Form der Buchstaben in dem Namendes Künstlers, der den Torso im Belvedere verfer-tigte, läßt keinen Zweifel übrig,
daß dieses berühmte Fragment, das in Ansehung desIdeals alle alte Bildhauerarbeit übertrifft, zu der Zeitverfertigt worden ist, als die Kunst abzunehmen an-fing, welches ungefähr in der tasten Olympiade ge-schah. Zu allen Zeiten haben sich aber glückliche Ge-nies gefunden, die sich bei dem allgemeinen Verfall,durch ihre innere Geisteskraft, empor gehoben haben.Die älteste Münze, auf welcher sich, soviel ich habe
>S) Es war es wenigstens bis znni Anfange des 6. Jahrhundertszu den Zeiten des CassiodoruS , f. V»r. k. II. -pi'-t. 38.wo er die Psianz« und die Bereitungsart desselben beschreibt,und sagt, daß die Bücher aus bewachsten Tafeln außer Ge-brauch gekommen seien. Aus andern Schriftstellern erhesit,daß eS noch viel später in Gebrauch gewesen. Masse,7,ton. cklptoi». p. 77. will, daß es nach dem 8. Jahrhundertnicht mehr gebraucht worden. Fea.
20) S. a/übek/onef <le re Diplomat. I.. 7. e. vlll. 35. 8le autem
^ Daßdorf.