Briefe an Vianconi.
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unger und bärtiger Herkules hat auf den griechischen,kapuanischen und teanischcn Münzen, in dem Museumdes Herzogs von Noja zu Neapel , einerlei Bildung;letztere führt die Aufschrist, die einige für hetrurisch
halten: A Der Kopf des
fitzenden Frauenzimmers, das man für die GöttinTelluS hält, hat, auf dem nämlichen Gemälde, nichtsweniger als den schönen griechischen Umriß, und dieweit aufgesperrten Augen find viel zu groß, was fürein Bild man sich auch von den Ochsenaugen, dieHomer dem schönen Geschlechte beilegt, zu machenversucht.
§. 16 Die marmornen Köpfe der Juno habenkeine so fürchterliche« Augen, und die flüchtig hinge-worfene Meinung des Belov,^) die Büsfon inseiner l)e«cri>»i(>n «I» Lnbinel lioxal wiederholt, daßdie Griechen sehr für große Augen eingenommen ge-wesen wären, die er mit Bildsäulen, Brustbildernund Münzen belegen will, verdient genauer untersuchtund bestimmt zu werden. Die Zeichnungen auf Mar-mor^- scheinen alle vier von dem nämlichen Meisterzu sein: die, welche fich am besten erhalten,^) ist mitdem Namen des Künstlers ^671-
bezeichnet.«") Das schwerste bei dergleichenArbeiten find allezeit die äußeren Theile der Figuren,die in diesem in der That, besonders in Ansehungder Finger, schlecht ausgefallen find. Derjenige, derdie Zeichnung davon verfertigte, hat es lieber in die-sem Stücke verschönern, als sich genau an dieses Ori-ginal binden wollen- Die Köpfe sind sehr gemein.In dem Worte welches auf den Namen
des Künstlers folgt, steht auf dem Kupferstiche ^statt Bei Gelegenheit der Gemälde habe ich eineBemerkung gemacht, die aus dem eovliii» ägiciusund äl>>en»«.-n.<i erläutert werden kann.") In seinerZubereitung der Speisen gebraucht er niemals Zitro-nen; denn er sagt, daß sie den Römern ihrer Säurewegen zuwider wären, und daß sie keinen andern Ge-brauch davon machten, als solche zwischen ihre Klei-der zu legen. Die Zitronen wurden ungefähr umdieselbe Zeit nach Rom gebracht, als LuculluS die
57) 05-evvakiane Ue pkuekeuve ckioee- ek einAu/avikee k-oui')-, ,,i
Leece, luckee etc. 1755 . i„ 4. Liv. 3. c/itt/i. 37.
p. ISS.
58) 7)e-cripk,on U« 0ak»lne« Tko^ak. 7a5. 1. 2. 3. 4.
59) Das. k"5- 1.
60) S. 7. 2. x. 60.
61) Athenäu« schreibt L. 3. e. 7. p. 33. u. f., baß man die
Citronen nicht aß; wahrscheinlich will er sagen in seinemBateriande, >» Egypten; benn erführt ben T he vph r a st7/i«e. plant. t. 4. c. 4 . an, wo derselbe sagt, baß man zurZeit seiner Großelrern angefangen habe sie >u esse». Diob-lorid,« endlich, der »ach dem Thevphrast schrieb, sagtI.. 2. e. 166., daß auch dem gemeinen Volke diese Fruchtbekannt war, und daß vornehmlich die Weiber ste au« Ge-lüsten aßen. Plin in« muß also blo« auf Rom , oder eineandere Gegend eingeschränkt werden, wenn er t,. 12. e. 3.«eck. 7. sagt, daß man sie blo« al« Gegengift gebraucht, undnur in Perßen und Medien gezogen habe. Fes.
Kirschen aus PontuS mit dahin brachte.«') Inder That findet man zu Portici auf so vielen Gemäl-den mit Früchten keine einzige Zitrone. Was übri-gens das Mechanische der Kunst anbelangt, so gebendie Herren der Akademie vor, die Malerei sei » ,e,n-gora, d. i. mit Leimfarben auf trockenem Grunde, ge-macht , und verlassen sich hierin vornehmlich auf dasAnsehen des königlichen Baumeisters Ludwig Van-vitelli, der in seiner Jugend auch den Pinsel ge-führt hat; aber hierzu werden wohl einige Beweisemehr erfordert. Nun weiß ich aber gewiß, daß manmit dem alten gemalten Uebcrzuge nicht die geringstechemische Untersuchung angestellt hat, welches dochdas einzige sichere Mittel ist, in der Sache Gewißheitzu erlangen. Man hätte wenigstens sagen sollen, daßdie Farbe durch Reiben von der Mauer abging; damithätte man sich so im Allgemeinen begnügt. Jetzt kannman aber keinen Versuch mehr machen, weil die Ge-mälde überfirnißt sind. Es ist bekannt, daß der Fir-niß die Eigenschaft hat, die Farben zusehends abzulö-sen; dergestalt, daß der Achilles Gefahr läuft, ineinigen Jahren ganz vernichtet zu sein. ^) Der Haupt-grund, worauf sich diese Meinung .stützt, ist dieser,daß sich die Farben ablösen, und daß man die Pin-selstriche erhaben bemerkt, wenn man die Gemäldegegen das Licht hält. Allein sowohl das eine als dasandere bemerkt man auch in den Stanzen des R a-phael im Vatican ; und an der aldobran d ini-schen Hochzeit, die in den alten Bädern des Ti-tuS gefunden worden, kann man mit der Hand diePinselstrichc fühlen. Ich will es nicht bestreiten, daßsich die Gemälde auf trockenen Gründen nicht auch er-halten könnten; denn ich fand den Beweis des Gegen-theils an einer vor kurzem in einem Weinberge aus-gegrabcnen Figur, die einen ganzen Monat lang derLuft ausgesetzt war, ohne sich zu verändern, wie cSwenigstens der, welcher sie auSgcgraben hatte, ver-sicherte. Man konnte die Farbe des Grundes weg-wischen, wenn man blos mit den Fingern daran rieb.Die Erhaltung hängt hauptsächlich von dem Ueberzugab, den die Alten auf ihren Gemälden mit vielerKunst und Mühe anzubringen wußten. Ueberhaupt zureden, kann man von den AlterthumSforschern in An-sehung der alten Gemälde wenig Belehrung erlangen;zum Beweise dient, daß verschiedene Betrüger alteGemälde um ein Tagelohn nachmachen. Als ich nachRom kam, war die gewöhnliche Unterhaltung einigerAntiquare von verschiedenen hier und dort gefundenenalten Gemälden, die die Jesuiten an fich gekauft hat-ten. Der Aufseher des Kircherischcn Museums, P.Contucci, zeigte sie mir aus besonderer Gefälligkeit.Unter andern ist daselbst ein Gemälde, das den Epa-minondas vorstellt, wie er verwundet vom Schlacht-felde getragen wird. Die Scene ist auf eine schreck-liche Art vorgestellt: EpaminvndaS, der damals nicht
62) Er brachte den vaum daher. Lilien. L. 2. ». II. p-§. 50.
Fea.
63) 8 . ^'Lveoknn» 7. /. 7»vol» I.