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Zweiter Band.
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Briefe an Bianconi.

auch den mit einem Schleier bedeckten Cäsar dervon einem fliegenden Avler getragen wird. RechterHand steht die Bildsäule der weinenden Roma; lin-ker Hand ein Soldat von fremder Nation" rc. Ju-lius Cäsar kann es, des Bartes wegen, nicht sein,und der Kopf hat nicht die geringste Aehnlichkeit mitdem seinigen. ES finden sich mehrere deutliche Merk-male, daß dadurch Homers Vergötterung vor-gestellt wird. Die Figur, welche die Roma vorstel-len soll, trägt das Parazonium, oder das kurzeSchwert an der Seite, dessen Griff sie mit der Handhält, und soll folglich die Jlias vorstellen. Denngleichwie die Miene voll Traurigkeit und tiefen Nach-denkens die tragische Seite Homers auf diese Artausdrückt, so haben die Alten die Odyssee zu der ko-mischen Art (nach dem Aristoteles in seiner Dicht-kunst) gerechnet. Der angebliche fremde Soldat istUlysses mit dem Ruder oder Steuerruder,das er zum Zeichen seiner gethanen Seereisen in dieHöhe hält; sowie der konische Hut, womit Ulys-ses allezeit abgebildet wird, vielleicht einen Seefah-rer bedeuten soll.s°)

§. 2». Ueber diesen konischen Hut hat mir,unter so vielen Ihnen bekannten Commentatoren derberühmten Apotheose des Homer im Palast Co-lonna, der so schönen Arbeit des ArchelaoS desApollonios Sohn, noch keiner eine befriedigendeAuskunft gegeben, und daher erkläre ich sie auf meineWeise. Die Schifflcute in der Levante tragen nochheut zu Tage einen solchen konischen Hut ohne Krem-pen. Der Graf CayluS, der seine Sammlung vonAlterthümern gern mit diesem Gefäße schmücken wollte,theilt uns die Zeichnung mit, die ein junger Franzosenach Art seiner Nation, die sich mit dem ersten Blickbegnügt, ohne weiter nachzuforschen, gemacht hat;°')auf solcher wird der Mann von einem Adler getra-

86) In der Gesch. der Kmrsi, 9. B. 2. K. §. 43. n. 177. und

in den ilsorkttm. ant. Lneti. /l. e. 33. 209. sagt W.

daß auch diese Figur eine weibliche sei, und daß sieein Steuerruder halle. Wäre es Ulysses mit einemRuder, so könnte man sagen, daß er damit auf die Weis-sagung des Tiresias anspiele, daß Ulysses, nachdemer gen Irhaca zurückgekeh-t sei, eine neue Neise unterneh-men, und so lange mir dem Nuder auf der Schulter herum-irren solle, bis er ein Volk fände, welches da- Meer nicht

' kenne, und kein Salz äße, u. s. w., wie Homer Och,3».L. 2. v. 120. u. ff. erzählt. UebrigenS scheint die Er»klärung dieses Monuments. welche W. gibt, sehr richtig,aber die Ehre davon gebärt dem Martorelli, welchere- am angef. O. pak-e,'A. p. 266. u. ff. eben so erklärt,und von ihm hat sie wahrscheinlich W. entlehnt, so wieviele andere Notizen, ohne ihren Urheber zn nennen. (M.s. das Sendschr. §. 78.) Fea.

87) (Dieses harte Urtheil WinckelmannS möchte sich wohl jetztbedeutend mildern, durch die seit jener Zeit erschienenengediegenen und scharfsinnigen Untersuchungen deS Alter-thums eineS tt'/kAineour/, O/tMnpol/ion, /.etronne.

tie Hui'ner,. ele. alles Männer,

die, so wie viele französische Gelehrte, einen europäischen Ruf haben.)

gen.°») Bc! dieser Gelegenheit sagt er:°'-Die Ver-zierungen, mit denen die Gruppe (die Figur mit demAdler) umgeben ist, zeigen uns nicht den geringstenBegriff, der Bezug auf die Gottheit hätte, und sindblos Phantasten." Gleichwohl sah er die Schwäne,die er nicht rechnet. Der Zeichner bemerkte also wei-ter nichts, als was vor ihm auf dem Gefäße stand,und derjenige, der ihm solches zeigte, wußte nicht,daß noch mehrere Figuren darauf waren. Den Bartausgenommen, stimmt CayluS mit dem Bayardiübercin, und hält alles blos für die Apotheose irgendeines Kaisers. Er muß es aber doch besser als letztererwissen, daß Hadrian der erste war, der einen Barttrug, um eine Narbe zu bedecken."") Herculanumward aber vor seiner Zeit verschüttet. So eben kommtmir der erste Theil des Dirgils in die Hände, denHerr Justier ganz in Kupfer hat stechen lassen; eineNachahmung des Londner Horaz . Daselbst ist derTod Cäsars als ein Basrelief vorgestellt, auf wel-chem er ebenfalls mit dem Bart erscheint. Es ist wi-derlich anzusehen, wie hier der zu Boden geworfeneCäsar dem Brutus oder CassiuS mit dem Fußegegen den Bauch stößt. Dieses Unternehmen unge-waschener Hände ist, auch in Ansehung des TerteSmit eben so wenig Geschmack und Einsicht ausgeführtworden, als der Horaz . Die andere Figur auf demnämlichen Kupferstiche ist aus dem Museum zu Por-tier entlehnt, und blos nach der Idee gezeichnet (denndort ist es Niemanden erlaubt, einen Bleistift auchnur blicken zu lassen); sie stellt einen auf derCitherspielenden Faun vor, der recht im Geschmack derFranzosen , nämlich übertrieben ist, aus Furcht, daß manes nicht recht verstehen, oder einsehen möchte. Sie ver-langen einen Faun, der mehr als Faun ist, und dieZeichnung einer solchen Karrikatur nennen fie gran-dios. Dieses silberne Basrelief ist viereckig und nichtrund, und der Faun steht nicht so mit hängendemKopfe darauf, wie er hier vorgestellt wird. Um Ihnenaber durch eine andere Vorstellung einen Begriff da-von zu machen, so stellen Sie sich jenen Spieler vonAspcndoS vor, dessen Cicero^- gedenkt, dem manes ansah, daß er nur für sich allein spielte; der vondem Zander seiner Musik so durchdrungen und begei-stert war, daß er gar nicht von andern bewundert zuwerden verlangte, sondern nur sich innerlich selbst er-götzen wollte. ES wäre hier eine schickliche Gelegen-

8S) So bat auch Hu der in seiner franjös. »ebersetzung derGeschichte der Kunst D. z. k>. 70. «s kvpiren lassen.

F-a.

89) 7° 2. i?i,'/. xnecg. pk. 41. x. >21.

9V) Siehe den Spartian im Leben des Hadrian, c. 26.und Oio Lassiu» t. 68. c. Ik. 70. 2. p. IIZ2.

Fea.

9» ^ct. 2. I. I. 20.

92) Dies sagt Cieera eigentlich nicht) sondern nur. nieAseoniu« daselbst bemerkt, daß dieser Spieler die Ci-ther auf eine besondere Weise, und nicht wie die andern, 'chlng;nämlich so, daß er das Plektren» in der Linken hielt, undmit den Fingern derselbe» Hand die Saiten rührte, undaus diese Weise alle» von unten und mit einer Hand