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Briefe an
Barte, und von vortrefflicher Arbeit, gefunden ward,(es ist aber der erste dieses Namens, dessen Kastorbeim Eusebius in seiner Chronik gedenkt; nicht derzweite, übel berüchtigte, vom Hervdot,'^- Cte-staS^) und Diodor'^) beschriebene), am Saumeseines Gewandes stehet die Inschrift 1-
klOl'; nebst vier weiblichen Bildsäulen, die Carpa-tiden zu sein scheinen, und andern zerbrochenen
Statuen, hat man nun auch eine vortreffliche weiblicheFigur mit Gewand bekleidet und in Lebensgröße, auS-gegraben. Es fehlt blos ein Arm, das übrige ist allesganz und unbeschädigt. Aus einigen daselbst gefunde-nen Inschriften zu urtheilen, ist dieser Weingarten, wodas Nachgraben geschieht, ein Landhaus der FamiliePortia gewesen Was gäbe ich nicht darum, wennich Ihnen mit der schlechten Waare, die ich jetzt zuMarkte bringe, etwas zu Lachen machen könnte. Diesist ein Soldat von Bronze, der in Sardinien ausgc-graben, und von Cagliari aus, an den Kardinal, mei-nen Gönner, gesandt worden; er ist vermuthlich injenen Zeiten gemacht worden, wo es nothwendig war,unter die Figuren zu setzen: das ist ein Pferd, unddas ist ein Esel. Zu den damaligen Zeiten wurdenfür die Armeen keine Magazine errichtet; daher derarme Soldat alles auf einem kleinen Karren mit zweiRädern hinter sich her schleppte, oder wie die Karren-schieber in Deutschland vor sich hinschob. Auf diesemKarren stand ein Korb, in welchen alles gelegt wurde.Wenn der Trupp an den Ort seiner Bestimmung ge-langte, oder die Lebensmittel, die er mit sich führte,aufgezehrt waren, was machte da jeder Soldat mitseinem Karren? Er steckte ihn hinter seine Achseln ineinen Ring, der an dem Hintertheile des Harnisch be-festigt war, so daß die beiden Räder mit der Achseüber den Kopf hinausragten. Und den Korb? Diesennahm er auf den Kopf, und steckte ihn auf die beidenHörner, die am Helme angebracht waren; daher eöaussieht wie eine niedrige flache Mütze; die Hörneraber stehen hervor und herunterwärts, wie Elephanten-zähne. So bewaffnet und beladen ging der sardinischeSoldat in die Schlacht, indem er in der linken Handdas Schild und den Bogen, und in der rechten diePfeile hielt. Das kurze Schwert hängt ihm am Halse
128) T. 2. «. >50. P. 177.
I2S) Bkim Athenän« k. 12. «. 7. 528.
IN» I,. 2 t 23. IZS.
131) Dieselbe Erklärung gibt Winckelmann auch i» seinenDenk»,.; wo er biete merkwürdige Figur na. 183. zuerst be-kannt mache,. Visconti im Itkn,. ?iok7e,n, I' r. 77-I-.4t. zeigt, daß die Anschrift mit der Figur selbst nicht« zuschaffen hat, in der er den bärtigen Bacchus erkannte.
Fernow.
132) Eigentlich sind diese weiblichen Figuren Kanephorc» undnicht Karyatiden. Winckelmann Denkmale k>. 3. ,. l.7>. 21S. erwähnt zweier H erm e n, welche dem Kopf diese«sogenannten vardanapa, sehr ähnlich sind, einen in der
Farncsina, und d,n andern in Palermo bei den Jesuiten ,wohn, er au« Rom gebracht worden. S. Ried esel Reisenach Sicilien rc. 1. Brief. Fea. S. Taf. 23. und die Er.klärung derselben. Visconti im kUu». k-io-Ke«. /I.Da°. 41. führt in den Anmerk. noch mehrere Denkmäler an,der bärltg, Balchu« abgebildet ist. Fernow.
Biancvni.
und quer über die Brust. Die Füße sind blos, aberdie Beine sind mit einer Art von Strümpflingen be-kleidet, die vorn offen sind, und nur die Waden be-decken. Die Schultern sind mit gewissen Aufschlägengeziert, wie sie unsere Trommelschläger tragen. DieFigur ist 2 Palmen und 2 Zoll hoch.
tz. 38. Lassen Sie uns nach wiederhergestelltemFrieden unsere antiquarische Zeitung wieder vorneh-men. Ich gab Ihnen von meinem ländlichen Auf-enthalte zu Ostia in Gesellschaft des Kardinal-DecanusSpinelli, Nachricht; daselbst entdeckte ich in einemWeinberge ein in zwei Stücke zerbrochenes Bassorilievo,das halb wieder mit Erde bedeckt war, s Palmen lang,5 V 2 breit, und einen Palm dick. Dieses stellt einenGegenstand vor, der einzig in seiner Art ist; nämlichdie Erkennung der Geburt des Theseus in 8 Figu-ren. Ich parf Ihnen die ganze Fabel nicht erstweitläuftig erzählen, sondern nur kurz berühren. DerVater des Helden schwängerte auf seiner Reise dieAethra, Tochter des Königs zu Troezene; da er aberwieder nach Athen zurück mußte, führte er die Aethraan einen großen Stein, unter den er seine Schuhe,nebst seinem Schwerte verbarg, mit dem Befehl, daßsie, wenn sie einen Sohn zur Welt brächte, und dieserzu verständigen Jahren gelangt wäre, ihn diesen Steinaufheben lassen, und mit den darunter verwahrtenSachen nach Athen schicken sollte, weil er ihn an diesenKennzeichen für seinen Sohn erkennen würde. Ichmachte sogleich eine Zeichnung davon, und schickte sienach Rom an meinen erhabenen Gönner, für den ichsolche nachher, nebst noch einem andern Bassorilievo,einen Triumph vorstellend, von dem Kardinal-DecanuSzum Geschenk erhielt. Thesens also, in heroischerGestalt, hebt den Stein auf, seine Mutter steht dabei,und die andern Figuren sind blos angebracht, um dasGanze vollkommen zu machen. ES fehlte nicht viel,daß meine Neugier mir nicht beinahe das Leben ge-kostet hätte. Ich begab mich mit bloße» Füßen in eineGrotte voll Wasser, um ihre Konstruktion genau zuuntersuchen; da mir das Wasser bis an die Knieereichte, ging ich wieder hinaus und zog mich ganz aus.Ich begab mich noch einmal an meine Untersuchung,als ich aber in einen engen Gang gerieth, wo das
133) S. Taf. 24. und die Erklärung derselben.
134) Geschrieben den 28. März I7K3. Fea.
135) Nachdem die« Bassorilievo in die Villa Albani gekommenwar, wurde e« von Winckelmann in den Denkn,. „. SS.bckannr gemacht, und daselbst 2. c. 12. n. 1. p. 130.erklärt, wo er bemerkt, daß diese« Werk schon vom P. Volpi,in dessen l^eku» k.ati«,n peo/aneem 7) 6. kaü. 15. bekannt ge-macht worden, aber so verändert, daß man den wabren In-halt verkannte, den man schon auf zwei Gemme» gefundenhatte, deren er in der Deeceipk. etc» pfevv. Avav. «tu tlabinekcke Ltoecli, ck. 3. »eck. I. n. 71. x. 327. erwähnt. DenselbenGegenstand stellt eine Münze von Athen in Bronze dar,welche sich im borzianischen Museum zu Velletri befindet.
Fia.