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Zweiter Band.
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Briefe an

kleinen Hörnern auf der Stirne, der jede in Marmorausgedrückte Idee der Schönheit weit übertrifft. Einvollkommncres Modell, glaube ich, ist noch von keinemSterblichen, noch in den Köpfen derer, die mit ihrenGedanken bis an den Urquell des Schönen hinauf-steigen wollten, je entworfen worden. ES fehlt aberdie Nase daran, und die Oberlippe ist beschädigt. Ersteht ebenfalls bei Cavaceppi. "?) 5) Bor einigenTagen wurde aus Griechenland eine Statue mit zweiBasfirilievi und beide mit Inschriften -jeher gesandt.Die Statue stellt eine weibliche bekleidete Figur vor;sie ist eben nicht vortrefflich, aber doch gut gearbeitet;auf derselben steht der Name des Bildhauers, der aberabgescheuert ist; bloß der Name seines Vaters ist dar-auf geblieben: HM.IXOsk (,6t HliUXXOD ki/OIKl.Ein englischer Arzt zu Smprna hat in diesen Ländernund selbst bet der Pforte, sich in solches Ansehen ge-setzt, daß ihm erlaubt worden ist, nach Alterthümernzu graben. Ein anderer mir bekannter Engländer,des ersteren Freund, hat von da aus zwei Felucken vollBildsäulen und Brustbilder nach England geschickt.Darunter waren acht, die sich vollkommen unbeschädigterhalten hatten. Vorbemeldete Statue ist nach Nvmgekommen, weil der Kopf und ein Arm daran fehlt.«) In der Villa des Kardinals, meines Gönners, wardeine Rathpflege gehalten, wie ein wunderschöner jun-ger Ringer von Probirstcin (Inpis I-^ikiu») am bestenwieder herzustellen wäre, der schon vor einigen Jahrenzu Porto d'Anzo gefunden worden. Es war nur eineHand dabei, die aber abgebrochen war, und etwaseinem Federball ähnliches hielt; wir wurden darübereinig, daß es ein Oelfläschchen wäre; ich that denVorschlag, ihm in die andere Hand einen Discus zugeben, um einen Pentathlos daraus zu machen;und ich ließ mir das Modell des Discus zu Portici überschicken. Nachher wurde die andere Hand gesunden,an welcher der Daumen und Zeigefinger vereinigt sind;die Stellung dieser Hand vermehrte unsere Ungewiß-heit, was wir ihm nun in die Hand geben sollten.Ich bemerkte aber, daß zwischen diesen beiden Fingerneine Art von Stütze, aus Vorsicht des Bildhauers,gelassen worden, wie es gemeiniglich zwischen denFingern gebräuchlich ist; hier war es aber gar nichtnöthig gewesen; denn die Finger konnten ohne Stützean einander gefügt werden. Dieses Zwischending istwie ein kleines plattes Steinchen. Indem wir so aufdem Ocean von Zweifeln und Muthmaßungen herum-krcuzten, wollte der Maurermeister auch seinen Senfdazu geben, und glaubte darin den Stöpsel zum Oel-fläschchen zu erkennen. Er benahm uns mit einemMale allen Zweifel, et peikibu» iwm in «ju» ,«vien-tiam. Glaubten Sie wohl, daß eine Figur von soweniger Bedeutung bei Statuen des Jupiters, des

It2> 2» der Folge kaufte ihn Winckelmann selbst, und gabeine Abbildung davon in den Denk»,, n. SS. Nach seinemTode verblieb er dem Kard. Albani, der ihn in seinerVilla aufstellen ließ. F ca. Gegenwärtig befindet er sichin München .

Bianconi.

Aescu lap und bei einem Faune von demselben Stein,in Gesellschaft dreier Gottheiten steht, wie er auchwirklich so gefunden worden ist. Bei Grabung desGrundes zu einem neuen Gebäude an dem päpstlichenPalaste, am Fuße des Quirinals, ward ein Pflastervon grober Mosaikarbeit entdeckt, unter welchem, alsman noch tiefer nachgrub, solche außerordentlich großeund weite Dogen zum Vorschein kamen, daß man beiihrem Anblick erstaunt. Ich bin noch ungewiß, zuwelchem unermeßlichen Gebäude sie gehört haben mö-gen. tzielln lllnrmvratn, oder an dem Orte an derTiber , dem Aventin gegenüber, wo vor Alters dieMarmor ausgeladen wurden, entdeckte ich, als ich ineinem Weinberge des Duca Cesarini ganz alleinspazieren ging, einen Block von Cipollino (penthelischemMarmor) mit der Inschrift, die der alte Steinmetzdarauf gehauen hatte:

KVl^XO III. 608.

LX. KXI^ XXXINlI

Diesen Konsul findet man in den käst!» consuln-ribu» nicht aufgezeichnet. Die Schrift ist aus demdritten Jahrhundert rc.

tz. 4i. Ein gewisser römischer Cavalier, der eineweibliche bekleidete Statue gekauft hatte, an der eineHand, die Füße und ein Theil des Gewandes fehlten,

HZ) Wiuckelmann spricht von dieser Ni » gerst atue auch i»der G eschi ch te d er Kn n st, 7. B. l. K. §. l8. und in denDenkn,. I. Th. 24. K. 2. §. und sagt an beiden Orten, daßsie von schwarzem Marmor fei. Der Ab. Bracci llk-m.ckrgll «nt. inc». Dar. 28. gibt eine Abbildung davon, undD»o. 51. eine Gemme, auf der ei» ähnlicher Gegenstandabgebildet ist. Aeußerst ähnlich ist ihr auch eine ander«Statue von weißem Marmor, die erst im Palast BeroSpistand, und sich jetzt in England befindet. AuS dem GypS-abgnß derselben, den Cavaceppi besaß, und an« den an,dein Statuen ersah man deutlich, daß der Ringer die vonunser,» Autor so viel bestritteue Hand in dieser Stellunghielt, um da« Oel aufzufangen, das er aus dem Gefäß mitder andern goß, um sich damit den Leib zu salbe», wie dieAthleten vor dem Ringen zn thun pflegten. Der vor-gebliche Stöpsel ist nichts ander« als eine kleine Stütze, dieder Bildhauer der Festigkeit wegen zwischen den Fingern ge,lassen hat. Hieraus erhellt, wie mißlich eS ist, Figuren zuergänzen, deren wahre Bedeutung man nicht kennt, und daßes besser ist, sie beschädigt und zerbrochen zu lassen, als siezu entstellen, und dadurch Veranlassung zu geben, daß dieArchäologen in der Folge Ilnsinn darüber sagen, wie es, zumBeispiel, dem Gori mit der Statue des Scheibenwcr-fer« in der Gallerie zu Florenz ergangen ist, welche erstin einen Endymivn, und nachher in einen Sohn derN iobe verwandelt worden. Fea.

144) Dieser Konsul könnte vielleicht Q-Fa b. Map im u s R n l>lianus sein, welcher im Jahr NvmS 448 zugleich mit P.DeciuS Mus zum dritten Mal Konsul war. Der Cha-rakter der Schrift ist nicht immer ein sicherer Zeichen ihre»Alter«. In der That ist es unglaublich, daß der Name die-ses Konsuls im dritte» Jahrhundert nach der christlichenZeitrechnung, nachdem er dreimal diese Würde bekleidet, we-der in den Fasten, noch auf eine», andern alten Denkmaleverzeichnet sein sollte. Aber alle Schwierigkeit wär« per-