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Aargauische Denkwürdigkeiten aus den Zeiten der Vergangenheit und der Gegenwart : ein historischer und biographischer Versuch ; erstes Heft / von M. Markus Lutz
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aller Wahrscheinlichkeit, in einer andern Abtheilung derKirche, vorher mag gehalten worden seyn.

Im Jahr > 565 brach eine der verheerendsten Landpla-gen, wogegen keine Stadtmauern und keine Flucht denSterblichen zu schützen vermögen, die Pestseuche zu Aarauaus. In kurzer Zeit raste sie wenigstens den drillen Theilher Einwohner dieser Stadt weg. Dieser schreckliche Jam-mer traf zwar nicht nur Aarau ausschliessend allent-halben drang dieses rasende Pestübel in unsrer Eydgenos-senschaft, sowohl in die Paläste der Großen, wie in diegeringste Bauernhütte em. In der Geschichte der Völker,hatte sie kaum ihres gleichen noch gehabt. Sechshundert«nd vier Personen wurden von diesem mordenden Unge-heuer , in dem kleinen Umfange dieser Aargamschen Mu-Nizipalstadt verschlungen.

Ein anderes Unglück, das aber mehr noch das gemeineStadcquth, als den Privatburger traf, war im darauffol-genden Jahr > 566 das Anschwellen der Aar. Dieser großeFluß der in der Gegend um Aarau, mit reizenden Ufernzwischen blumigtcn Wiesen und grünem Gebüsche hinfließt,schwillt oft besonders im Frühjahre, wann der Schneeauf den Bernerischcu Hochgebirgen zerrinnt, furchtbar an;reißt manchmal die Joche der zahlreich über ihn gebautenDrücken mit sich fort, durchbricht Damm und Ufer, über-schwemmt die anliegenden Felder und Miefen, entwurzeltBäume, und richtet oft den empfindlichsten Schadenan Gütern und Wohnungen an. Dießmal riß er zuAarau zwey Joch unter der Brücke mit sich fort. Dieübrigen Verwüstungen nicht mitgezählt, die durch den rets-scnden Strom an Gebäuden, Gärten und Land verur-sacht worden, soll sich -er Schaden sehr hoch belaufenhaben.