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Der Kirchenstaat.
ihre Kräfte wechselseitig im Schach hielt, immer schwieriger und dringender. I»einer Zuschrift vom 25. Mai an Lesscps zeichnete das Triumvirat die Gestaltungder Verhältnisse zwischen Nom und Frankreich in einer Weise, aus der man klardas Verlangen nach dem Abbruch der Ncgociakionc» oder einer raschen Verständi-gung abnehmen kann. „Frankreich kann nur", besagte diese Zuschrift, „drei Rollenin den römischen Staaten spielen. Frankreich muß sich für uns, gegen uns, odersich neutral erklären. Sich für uns erklären heisst unsere Republik in aller Formanerkennen und an der Seite unserer Truppen die Ostreicher bekämpfen. Sich gegenuns erklären heißt ohne Grund die Freiheit, das nationale Leben eines Volks vonFreunden vernichten, und an der Seite der Östrcichcr kämpfen. Frankreich kann diesnicht. Es will aber auch nicht einen europäischen Krieg wagen, um uns als allürteMacht zu vertheidigen. So bleibe denn Frankreich neutral in dem Kampfe, den wirmit unsern Feinden auszumachen haben. Gestern noch hofften wir mehr von Frank-reich: heute verlangen wir nichts mehr als dies von ihm. Die Occupation Civita-vecchias ist ein kait sooompli: sei es! Frankreich glaubt, daß es ihm unter dengegenwärtigen Verhältnissen nicht gut. ansteht, sich vom Schlachtfelde fern zu halten.Mag Frankreich denn zu Civitavecchia den Ausgang unserer Kämpfe abwarten: allemöglichen Erleichterungen, alle Bezeugungen freimüthiger und herzlicher Sympathiewerden ihnen von unserer Seite zu Theil werden. Aber seine Neutralität sei auf-richtig und ohne Hintergedanken. Es hindere uns nicht, alle unsere Kräfte auf denKampfplatz zu werfen. Es gebe uns unsere Waffen zurück (Oudinot hatte eine Sen-dung von 10000 Flinten, die nach Rom bestimmt war, aufgefangen), es verschließenicht mit seinen Kreuzern unsere Hasen den italienischen Scharen, die uns zu Hülfeeilen wollen. Vor allem aber ziehe es sich von unsern Mauer» zurück und lasse jedenSchein von Feindseligkeit weichen!" Nachdem ein zweiter seitens Oudinot und Les-sepS proponirtcr Conventionsentwurf vom 29. Mai abermals von der Constitucnte unddem Triumvirat verworfen worden war, erklärte sich letzteres in noch entschiedenererWeise gegen Leffeps: „Der gegenwärtige Stand der Dinge kann nicht länger fort-dauern; die Brüderlichkeit darf zwischen uns nicht länger ein leeres Wort ohne reellesResultat fein; unsere Couriere, unsere Truppe» und Waffen müssen zu unserer Ver-theidigung frei auf der ganzen Ausdehnung unsers Gebiets circuliren können. Wirmüssen uns mit allen uns zu Gebote stehenden Kräften gegen die östreicher verthei-digen können, die unsere Städte einäschern. Frankreichs gute und loyale Absich-ten dürfen keinen Zweifel mehr in uns zurücklassen. Frankreich darf nicht längerin Europa von sich sagen lassen, daß es uns unserer Vertheidigungsmittel beraubt,um uns später einen Schuh aufzudrängen, der die Integrität unsers Territoriumsretten würde, ohne Das zu retten, was uns das Theuerste auf der Welt ist, unsereEhre und unsere Freiheit." Die römische Republik war dahin gelangt, und wirwerden bald sehen, mit wie gutem Recht, im Hintergründe der Freundschaftsversiche-rungcn Frankreichs nur noch Treulosigkeit und geheimen feindlichen Vorbehalt zu er-blicken, den Oudinot überdies vorzeitig, mitten im Laufe der Ncgociationen und mittenim Waffenstillstand, der durch LessepS' Vermittelung förmlich abgeschlossen wordenwar, durch die verräthcrische Einnahme des wichtigen Forts Monte Mario, dessenGarnison, im Vertrauen der Römer auf den Waffenstillstand, gegen Velletri ver-wandt wurde, zu Tage treten ließ.
, Endlich kam, am 31. Mai, zwischen LessepS, der für seine Person viel guten
l?" A'Ste, "»d deni Triumvirat eine Convention zu Stande, die, nachdem auchdie Constuuente sie angenommen, noch an demselben Tage von beiden Parteien gezeich--n k ^"cke: Art. 1. Die Unterstützung (l'appoch», I'appuv) Frankreichs
i>k oer °v°kerung der römischen Staaten zugesichert. Sie wird die französischeArmee als eine befreundete betrachten, die gekommen ist zur Vertheidigung ihres Ge-biets mitzuwirken. Art. 2. J„, Einverständniß der römischen Regierung und ohnesich m die Verwaltungsangelegenheilen des Landes zu mischen, wird die französischeArmee diejenigen äußern (außerhalb RomS gelegenen) Quartiere beziehen, die ihr so«