Die Nahrungsmittel. 159
de» Scheidekünstler- nicht weiter zerlegen lassen. Natürlich aber mußten diese ver-schieden benannt werden, so oft zwei derselben sich durch ihre Eigenschaften deutlichvon einander unterschieden. Das Blut besteht aus Kalium, Natrium, Stickstoffu. s. f., heißt also nichts weiter, als daß es so viele Grundstoffe enthält, die mitverschiedenen Eigenschaften begabt sind.
Man hat sich aber nicht zu denken, daß diese Grundstoffe als solche im Bluteinzeln nebeneinander herrollcn. Sie sind vielmehr auf die innigste Weise je zweiund zwei, drei und drei, sechs und sechs miteinander verbunden.
So entsteht das Wasser, welches in 100 Gewichtstheilen Blut etwa 79 Theileausmacht, aus einer Verbindung des Wasserstoffs mit dem Sauerstoff, wie schonoben bemerkt wurde. In dem Blut ist Kochsalz gelöst, und zwar in solcher Menge,daß es dem Chemiker nicht schwer halt, diesen Körper in schönen Würfeln krystalli-sirt aus dem Blute zu gewinnen. Kochsalz aber ist nichts als eine Verbindung vonChlor und Natrium. Daher der wissenschaftliche Nai.ne Chlornatrium.
Kalium ist ein Grundstoff des Bluts, der mit dem Natrium die größte Ähn-lichkeit hat. Es ist nun ein allgemeines,Gesetz bei der stofflichen Mischung, daßGrundstoffe, die unter einander eine große Übereinstimmung der Eigenschaften zeigen,auch mit einem und demselben dritten Grundstoff sehr ähnliche Verbindungen dar-stellen. Chlorkalium ist von Chlornakrium nur wenig verschieden. Chlorkalium istaus Chlor und Kalium zusammengesetzt, und dieser ungewöhnlich klingende Namebedeutet nichts als einen Körper, der mit dem Kochsalz die allergrößte Ähnlichkeithat, wie das Kochsalz in Würfeln krystallisirt, wie da« Kochsalz in Wasser löslich ist.
Wasser, Kochsalz, Chlorkalium sind Beispiele von Verbindungen, die nur auszwei Grundstoffen zusammengesetzt sind. Wasser besteht aus Wasserstoff und Sauer-stoff, Kochsalz aus Chlor und Natrium, das dem Kochsalz ähnliche Chlorkalium ausChlor und Kalium.
Neben diesen Zwillingsverbindungen führt aber das Blut eine Reihe von Stof-fen, dir drei Elemente enthalten und trotzdem aus der Paarung zweier Zwillings-verbindungen hervorgegangen sind.
Der Kalk, der wie das Wasser und das Kochsalz jedem Laien bekannt ist, be-steht aus Calcium und Sauerstoff. Ganz ebenso wie der Kalk und diesem zunächstähnlich ist die Bittererde (Magnesia) eine Verbindung von Magnesium und Sauerstoff.An Kalk und Bittercrde schließen sich Kali, Natron, Eisenoxyd, Körper, die auSKalium und Sauerstoff, aus Natrium und Sauerstoff, aus Eisen und Sauerstoffzusammengesetzt sind.
Kalk, Bittercrde, Kali, Natron, Eisenoxyd sind wieder Wörter, die das Ohrzum Theil wunderlich berühren. Sie bedeuten aber nichts weiter als Verbindungenfünf verschiedener Grundstoffe mit einem sechsten, welcher für alle der Sauerstoff ist.Der Laie wird nicht allzu weit fehlen, wenn er alle jene Körper mit dem Kalke ver-gleicht. Sie haben wenigstens alle die Eigenschaft miteinander gemein, rothes Lack-muspapier zu bläuen; sie sind alle ausgezeichnet durch ihre Verwandtschaft zu einerReihe von anderen Awillingsverbindungen, die sich durch einen größeren Sauerstoff-gehalt von ihnen unterscheiden.
Diese anderen Zwillingsverbindungen, welche umgekehrt blaues Lackmuspapier ro-then, nennt man Säuren, während man den Kalk und die dem Kalk ähnlichen StoffeBasen nennt. Die Säuren des Bluts sind Verbindungen von Schwefel und Sauer-stoff, Phosphor und Sauerstoff, Kohlenstoff und Sauerstoff, und zwar enthalten sie,wie bereit- erwähnt ist, viel mehr Sauerstoff als die Basen. Man benennt die Säu-rcn je nach den Stoffen, die mit dem Sauerstoff verbunden sind. So unterscheidetman eine Schwefelsäure, eine Phosphorsä'ure, eine Kohlensäure. Für die Vorstellung,die sich der Laie von diesen Stoffen zu machen hat, findet sich ei» Anhaltspunkt imVitriolöl oder Scheidewasser, während die Kohlensäure als perlender Schaum desBiers, als der auf der Zunge kitzelnde Stoff des Selterswassers bekannt ist.
„Ein so ätzender Stoff wie Scheidcwasser findet sich im Blut?" Darüber