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Siebenter Band.
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162 Die Nahrungsmittel.

aus den« Blut und rückwärts aus der Nahrung begreifen zu tonnen, muß manwisse», daß im Blute Knochenerde und Knorpelsalz, Muskelsalz, Muskelerde undHaarmetall zu finden sind.

Wir dürfen ein für allemal diese Gemeinschaft, diese Abhängigkeit, ja diesesvöllige Aufgehen in dem Stofflichen nicht verschmähen. Ist eine Thüre mit eisernemSchloß ohne Eisen ein Unding, so ist auch ein menschlicher Körper ohne Kalk undKochsalz eine Unmöglichkeit. Der Leib des Menschen, indem er täglich, stündlichneugeschaffen wird, ist so weit entfernt ein Zauberer zu sei» oder fremder, schöpfe-rischer Zauberkräfte zu bedürfen, daß er vielmehr wie ein Baumeister gar bald indie allernatürlichste Unthätigkeit verfallen würde, wenn ihm Kalk und Eisen fehlten.

Ein starker Hammer bedarf des Eisens, nicht weil eine geheime Kraft im Eisen denArm unterstützte, der den Hammer schwingt, sondern weil die Schwere und das dichteGefüge des Eisens den Hammer befähigen, den Nagel auf den Kopf zu treffen. Soenthält unser Hirn ein Fett, in dessen Mischung Phosphor eingeht. Es ist im Hirn,trotz der Einsprache Liebig's *), ein phosphorhaltiges Fett enthalten, gleichviel ob wiruns mit Coucrbc und Freniy den Phosphor als solchen, oder mit Goblcy als Phoö-phorsäure zu denken haben. Darum besteht das Hirn ohne Phosphor so wenigwie das Blut ohne Eisen, wie die Knochen ohne Kalk. Und wie das Blut denKörper nicht kräftig durchströmt ohne Eisen, wie die Knochen unseren Leib nichtstützen können ohne Kalk, so kann das Hirn nicht denken ohne Phosphor, ohnephosphorhaltiges Fett.

„An das phosphorhaltige Fett ist die Entstehung, folglich auch die Thätigkeitdes Hirns geknüpft. Daher sagt man im Spaß, daß ein kluger Mann viel Phos-phor im Gehirn habe. Denn im Ernste wird es kein Naturforscher meinen. DieMischung eines Werkzeugs leidet unter dem Zuviel so gut wie unter dem Zuwenig.Eine übermäßige Zufuhr eines einzelne» Bestandtheils lassen die Gesetze regelmäßigerAnziehung, welche die Ernährung der Gewebe bedingen, nicht so leicht befürchten,während die Verrichtung leidet, wenn der Stoff in zu geringem Verhältniß vorhan-den ist. Deshalb läßt sich bei großen Denkern kein Überfluß an Phosphor anneh-men. Und dennoch bleibt es wahr: ohne Phosphor kein Gedanke."**)

Eintheilmig des Nahrungsstoffe.

Sowie die Gewebe, die Werkzeuge des Körpers im Blute vorgebildet find, sodas Blut in der Nahrung.

Darum ergibt sich die einzig naturgemäße Eintheilnng der Nahrungsstoffe un-mittelbar aus der Zusammensetzung des Bluts. Wasser, Eiweiß, Salze, Fett undZucker müssen in der Nahrung enthalten sein, wenn diese anders das ganze Bluterzeugen soll.

Obgleich die Richtigkeit dieser Forderung für die Anwendung des Lebens nochviel strenger gültig ist als vor dem Urtheil der Wissenschaft, gibt es unter jenenKörpern zwei, die einander bis auf einen gewissen Grad vertreten können. DerZucker kann nämlich in unserem Körper in Fett verwandelt werden.

Vor langer Zeit hatte es die Aufmerksamkeit der Naturforscher gefesselt, daß dieBienen aus Zucker Wachs bereiten. Wachs aber ist ein Körper, der mit Fett invielen wesentlichen Eigenschaften und auch in der Zusammensetzung große Ähnlichkeithat. Ja wenn man die Zusammensetzung des Wachses, das noch weniger Sauer-stoff enthält als das Fett, mit dem Zucker vergleicht, dann muß man von vorn hereinauf die Vermuthung geführt werden, daß Fett noch leichter aus dem Zucker hervor-gehen könne als Wachs.

Trotzdem hätte es dem Geiste echter Naturforschnng widersprochen, wenn mandie Entwicklung von Wachs in dem Körper der Bienen als Beweis für die Fcttbil»

*) Liebig, „Chemische Briefe", 3 . Aufl-, S. 599.

**) Moleschott, „Lehre der Nahrungsmittel für da« Volk", S. 116.