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Der Elektromagnetismus.
bildet, wahrend der an dem negativen Pole frei werdende Wasserstoff sich mit demSauerstoff des ebendaselbst ausgeschiedenen Kupscroxyds zu Wasser verbindet, unddas Kupfer in metallischer Form auf der negativen Polplatte zurückläßt, das, wennder Strom stark ist, in pulveriger Form, wenn er aber nur schwach ist, in festerzusammenhängender Masse die negative Polplatte bedeckt. Auf diese zuletzt erwähnteZersetzung gründet sich die Galvanoplastik.
Versuche, den Zusammenhang und die gegenseitigen Beziehungen zwischen der Elektricität unddem Magnetismus nachzuweisen, bis zum Jahre 1849.
Um die Mitte des vorigen Jahrhunders tritt zuerst die Idee eines Zusammen-hangs zwischen der elektrischen und magnetischen Kraft hervor. Zu ihrem Auftretengab die Übereinstimmung zwischen gewissen damals bekannt gewordenen Hauptgesetzender Elektricität und des Magnetismus, wie z. B. der Anziehung der ungleichnami-gen und dem Abstoßen der gleichnamigen elektrischen und magnetischen Flüssigkeiten inBerbindung mit schon früher zufällig gemachten Beobachtungen über die Einwirkungdes Blitzschlags auf die Compaßnadcln der Schiffe die Veranlassung. Diese letztemThatsachen namentlich konnten erst damals, als Franklin mit völliger Sicherheit dieelektrische Natur des Blitzes nachgewiesen hatte, auf eine ganz bestimmte Beziehungzwischen den beiden Kräften der Elektricität und des Magnetismus hinweisen, undFranklin zögerte auch nicht, selbst Versuche zur genauern Erforschung derselben an-zustellen, indem er starke elektrische Entladungen durch Stahlnadeln der Länge nachhindurchgehen ließ. Er gläubte gefunden zu haben, daß, wenn die Nadel in derRichtung von Ost nach West gelegen, dasjenige Ende derselben, an welchem der po-sitive elektrische Funke eintrat, einen Nordpol zeigte, daß aber, wenn die Nadel inder Richtung von Norden nach Süden lag, stets dasjenige Ende, welches »ach Nor-den gerichtet war, unverändert einen Nordpol zeigte, der elektrische Funke mochte zudem einen oder dem andern Ende eingetreten sein. Hiermit stimmte freilich nicht dieBeobachtung, daß der Blitz die Magnetnadeln der Schiffscompasse, welche sich dochin der Richtung von Norden nach Süden, und zwar gerade mit ihrem Nordpol nachNorden befanden, umzukehren vermocht hatte; Franklin deutete deshalb darauf hin,daß der elektrische Funke, wenn er bei der Lage der Magnetnadel von Norden nachSüden zu dem Südende derselben einträte, doch wol dieses Ende zu einem Nordpolmachen könnte, wenn er nur, wie der Blitz, hinlänglich stark wäre, denn sonst würdedie Erklärung der Umkehrung der Kompaßnadeln durch den Blitz Schwierigkeit haben.
Das eben angegebene Verfahren, die elektrische Entladung der Länge nach durchdie Nadel hindurchgehen zu lassen, wurde fast von allen Physikern, welche sich imLaufe des vorigen Jahrhunderts mit dieser Untersuchung beschäftigten, angewendet,führte aber nur zu dem negativen Resultate, daß zwischen dem Magnetismus undder Elektricität keine engere Beziehung stattfinde, und daß die Magnetisirung derNadeln, wenn ein elektrischer Funke der Länge nach durch sie hindurch geleitet wird,durch diese Erschütterung nur in Folge des Einflusses des Erdmagnetismus geradeso wie durch jede andere mechanische Erschütterung hervorgerufen werde. Eine Be-ruhigung bei diesem Resultate, wie es z. B. van Marum in Übereinstimmung mitBeccaria in der angeführten Weise ausspricht, muß um so auffallender erscheinen, daschon Franklin, wie vorhin erwähnt, in sehr bedeutsamer Weise auf die Umkehrungder Pole der Compaßnadeln hingewiesen hatte, und da van Marum und van Swin-den selbst bei ihrem Versuche, eine aus einer Uhrfeder verfertigte Nadel, welche mitihrer Länge von Westen nach Osten, mit ihrer Breite aber von Norden nach Südenzwischen zwei Kupferdrähten, die sie ihrer ganzen Länge nach berührten, gelegtwar, durch einen in der Richtung ihrer Breite, also von Norden nach Süden gehen-den Schlag, nicht ihrer Breite nach, wie sie erwartet hatten, sondern zu ihrem Er-staune» ebenfalls in der Richtung ihrer Länge magnetisch werden sahen, und zwar inder Weise, daß das nach Westen gelegene Ende einen Nordpol, das nach Osten ge-legene dagegen einen Südpol zeigte, und dies sogar stärker als sonst, wenn der elek-