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Siebenter Band.
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199
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Der Elektromagnetismus. 199

analoge Weise wie früher bestimmen läßt. Da unsere Erde ebenfalls ein Magnetist, so wirkt in unserer Erdhälfte der Erdmagnetismus gerade so aus diese Leiter alsein in der Richtung der Jnclinationsnadel liegender Südpol. Windet man den Lci-tungSdraht in mehren voneinander durch Seide isolirten Windungen zu einem Rechteckoder Kreise, so wird natürlich die Wirkung verstärkt. Ist ei» solcher aus einer odermehren Windungen gebildeter kreisförmiger Ring um eine vertikale Achse drehbar, sorichtet ihn, sobald er von einem elektrischen Strome durchstoßen wird, die horizontalwirkende Kraft des Erdmagnetismus, gerade wie eine Magnetnadel, welche auf einerSp>he in horizontaler Ebene drehbar ist; es stellen sich die Ebenen seiner Drahtwin-dungen senkrecht auf die Richtung des magnetischen Meridians, also ungefähr in dieRichtung von Osten nach Westen. Dieser Multiplikator, wie man ihn nennen kann,oder diese Spirale stellt also gewissermaßen einen Magnet dar, dessen Achse auf derEbene der Windungen senkrecht steht. Welche Seite des Rings sich nach Nordenund welche nach Süden sich wendet, hängt allein von der Richtung des elektrischenStronls in den Windungen ab. Wird dieser Ring oder Multiplikator um eine hori-jvntale Achse drehbar gemacht, und diese Achse senkrecht auf den magnetischen Meri-dian gestellt, so dreht sich dieselbe beim Eintritt eines elektrischen Stroms so, daßdie Ebenen seiner Windungen auf der Richtung der Jnclinationsnadel senkrecht stehen;welche Seite nach unten und welche nach oben sich wendet, hängt allein von derRichtung des elektrischen Stroms in den Windungen ab, da der in unserer Erd-hälfte liegende Pol immer der Südpol bleibt. Anstatt die Windungen übereinanderzu legen, kann man sie auch nebeneinander legen, sodaß eine längere cylindrische Spi-rale entsteht; dies ändert die zuvor beschriebene» Erscheinungen nicht: stets verhältsich ein solcher spiralförmig gewundener Draht, wie ein mit seiner Achse senkrecht aufden Drahtwindungeu stehender Magnet.

Magnetisirung des Eisens und des Stahls durch den elektrischen Strom.

Weiter oben wurde das Gesetz aufgestellt, nach welchem ein elektrischer Strom,welcher an einem beweglich aufgehangenen Magnete vorbeigeht, den letztem aus seiner^-age im magnetischen Meridian ablenkt, und zwar fanden wir, daß, wenn wir unsauf die oben näher bestimmte Weise in den elektrischen Strom hineingelegt denken,der Nordpol der Magnetnadel stets nach rechts, der Südpol dagegen nach links Hin-getrieben wurde. Wenn nicht gleichzeitig der Erdmagnetismus auf die Magnetnadelwirkte, indem er dieselbe stets in der Richtung des magnetischen Meridians zurückzu-führen strebte, so würde ein jeder Strom, wenn seine Einwirkung auf die Nadel nurso stark wirkt, daß er die Reibung auf ihrer Spitze oder die Torsionskraft des zuihrer Aufhängung dienenden Coconsadens zu überwinden vermöchte, die Nadel sostellen, daß die Verbindungslinie ihrer beiden Pole auf seiner Richtung senkrechtstände. Die Wirkung des elektrischen Stroms erfolgt nicht aber auf den Stahl derNadel, sondern auf den in ihm vorhandenen Magnetismus, und nur weil die Cocr-citivkraft einer Änderung des magnetischen Zustandes der Nadel entgegentritt, folgtder Stahl der Wirkung auf den in ihm getrennt vorhandenen Magnetismus.

Nach der Coulomb'schen Theorie unterscheidet sich ein magnetischer Körper nur. urch von einem nichtmagnrtischcn, daß in jedem kleinsten Theilchen des erster»bie beiden magnetischen Flüssigkeiten geschieden sind, während sie in jedem kleinstenWeilchen des letztem sich noch zu gleichem Betrage au jedem Punkte vereinigt sin-den, wodurch eben ihre Wirkung nach außen sich aufhebt und der Körper unmag»netisch erscheint. Wenn nun, wie wir in dem Vorhergehenden bestätigt fanden, dieWirkung eines elektrischen Stroms darin besteht, den Nordmagnctismus auf die eineSeite, den Südmagnctismus dagegen nach der entgegengesetzten Seite zu bewegen,so wird eben dieselbe Wirkung sich auch aus die beiden ini nichtmagnctiscbcn Stahleoder Eisen stets vorhandenen, aber noch nicht geschiedenen magnetischen Flüssigkeitenerstrecken; der elektrische Strom wird also, indem er in jedem kleinsten Theilchen deszuvor nicht magnetischen Stahl- oder Eisens die beiden Magnetismen trennt, diese