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Der Elektromagnetismus.
Weiterer Zusammenhang zwischen der Elektricität und dem Magnetismus.
Die sehr nahe Verwandtschaft zwischen der Elektricität und dem Magnetismusstellt sich aber nicht nur in dem von Örsted zuerst betretenen Gebiete des Elektro-magnetismus dar, sondern tritt auch ebenso sehr in der um wenig mehr als einJahrzehnd später von Faraday entdeckten sogenannten Magnetoelektricität hervor.
Faraday fand, daß durch Veränderung des Austandes eines elektrischen Stromesoder eines Magnets in der Nähe eines stromleeren Leitungsdrahts in diesem letztemein elektrischer Strom (Jnductionsstrom) entsteht, welcher so lange andauert, als jeneVeränderung währt, und dessen Stärke in jedem Augenblicke der in demselben erfol-genden Änderung des elektrischen oder magnetischen Zustandes der in der Nähe be-findlichen Körper entspricht. Es wird die Darlegung dieser Beziehungen zwischender Elektricität und dem Magnetismus am klarsten sich zeigen, wenn wir von derEinwirkung elektrischer Massen aufeinander ausgehen, und darin dann unter Vor-aussetzung der Ampere'schcn Theorie auch sämmtliche sogenannte magnetoelektrischcnBeziehungen zwischen einem Magnete und dem durch ihn erzeugten elektrischenStrome wiederfinden.
Wenn einem stromleeren Leiter, z. B. einem aus mehren parallel nebeneinanderliegenden Windungen von Kupferdraht gebildeten Multiplikator (oder Spirale), einanderer einen elektrischen Strom führender Leiter, z. B. ein ähnlicher von einem elek-trischen Strome durchflossener Multiplikator (oder Spirale), in der Weise, daß dieAchsen der beiden Multiplikatoren in einer geraden Linie liegen, also die Windungendes einen den Windungen des andern parallel sind, genähert wird: so entsteht wäh-rend der Annäherung des letztem Multiplikators an den erster» in diesem ein In-ductionsstrom, dessen Richtung gerade die entgegengesetzte ist als die Richtung desStroms in dem zweiten Multiplikator, und dessen Dauer so lange als diese Annähe-rung währt, während seine Stärke in jedem Augenblicke der Geschwindigkeit, mitwelcher die Annäherung geschieht, proportional ist. Kommt der zweite Multiplikatorzur Ruhe, so hört der. Strom in dem ersten auf. Wird jetzt der zweite Multipli-kator, während er noch vom Strome durchflossen wird, von dem erstem entfernt, soentsteht während der Dauer dieser Entfernung in dem ersten wieder ein Jnductions-strom, dessen Richtung aber mit der Richtung des Stroms im zweiten Multiplika-tor übereinstimmt. Kommt der zweite Multiplikator wieder zur Ruhe, so hört so-gleich der Strom im ersten auf, indem derselbe wegen des Widerstandes in demDrahte nicht fortdauern kann. Die Menge der im ersten Leiter während der An-näherung des zweiten siromführenoen Leiters in Bewegung gesetzten Elektricität istgenau gleich derjenigen, welche erregt wird, wenn der zweite stromführende Leiterwieder bis zu demselben Punkte, von welchem seine erste annähernde Bewegung aus-ging, zurückgeführt wird: nur ist die Richtung, nach welcher sich diese Elcktricitäts-menge bewegt, bei der Annäherung und Entfernung des stromführenden Leiters ent-gegengesetzt. Für den Erfolg ist es übrigens ganz gleichgültig, ob der stromführendeLeiter dem stromleeren, wie vorhin, oder ob der stromleere Leiter dem stromführendengenähert wird; in jedem Falle erzeugt die Annäherung beider in dem stromleerenLeiter einen dem schon vorhandenen Strome entgegengesetzten, die Entfernung abereinen demselben gleichgerichteten Strom.
Wenn zwei Multiplikatoren aus parallelen Windungen parallel nebeneinanderausgestellt werden, und in den zweiten derselben tritt plötzlich ein elektrischer Stromein: so erregt dieser Eintritt des elektrischen Stroms in denselben einen augenblick-lichen Jnductionsstrom in dem ersten bis dahin stromleeren Leiter, und zwar in demseiner eigenen Richtung entgegengesetzten Sinne. Es läßt sich dieser Fall gewisserma-ßen auf den vorhergehenden zurückführen. Es ist nämlich für den ersten Multipli-kator genau so, als ob der zweite Multiplikator mit seinem Strome aus einer un-endlich großen Entfernung plötzlich in die Nähe des ersten versetzt würde; und sogroß ist auch der Betrag der im ersten entwickelten Elektricität, denn in beiden Fällen
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