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Siebenter Band.
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Der Elektromagnetismus.

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nun die Umdrehung sehr schnell geschieht, so haben die Eisenkerne gar nicht Zeit, ih-ren Magnetismus gehörig zu entwickeln, wodurch also ein beträchtlicher Krastverlustentsteht. Sodann sind noch die Funken bei der Öffnung der Kette, wenn derStrom umgekehrt werden soll, sehr schädlich; sie werden durch das Hinzutreten derJnductivnsströme zu dem ursprünglichen zur Magnetisirung dienenden noch verstärkt,und verderben die Commutatorcn und die daran befindlichen, zur Zuleitung dienen-den federnden metallischen Theile durch Verbrennung sehr bald. Der Ausweg, dieKette wahrend des Umwechselns der Stromsrichtung in den Spiralen nicht zu off-ncn, sondern geschlossen zu halten, hilft dem Übel nicht ab, indem jetzt sich die Fe-der« durch den «»geschwächt hindurchgehenden Strom bedeutend erhitzen, und c.nrasches Verderben des Commutators veranlassen. Ein Ausweg, die Kette allmalrgzu offnen, läßt sich bei der Schnelligkeit der Drehung nicht einschlagen.

Um den Übclstand zu vermeiden, daß die Elcktromagnete in der kurzen Zeit,während welcher der Strom sie umkreist, nur eine geringe Kraft annehnmr, hatStöhrer einen andern Weg eingeschlagen. Gesetzt, wir hätten vor uns eine Magnet-»adel und einen sie umgebenden Multiplicator. Wenn in diesem Multiplikator e,nelektrischer Strom eintritt, so lenkt er die Magnetnadel in der früher bezeichnetenWeise ab, und stellt sie, wenn er stark genug ist, oder keine andern Kräfte hinderndentgegenwirken, zuletzt senkrecht gegen die Ebene seiner Windungen. In dieser Lagewürde die Nadel zur Ruhe gelangen. Es sei aber die Magnetnadel an einer dreh-baren Achse befestigt, und diese Achse trage einen schon mehrmals erwähnten Com-mutator, der so beschaffen ist, daß er den Strom in dem Augenblicke, wo die Nadelsenkrecht gegen die Windungen des Multiplikators gerichtet ist, öffnet, und bei nochgeringer weiterer Drehung sogar in umgekehrter Weise wieder schließt. Wenn dieNadel dann durch den Eintritt des elektrischen Stroms in Bewegung gesetzt wird,so schwingt sie in Folge des Beharrungsvermögens über die rechtwinkelige Lage hin-aus, und schließt mittelst des Commutators die Kette wieder in entgegengesetzterWeise, sodaß der Strom in dem Multiplicator gerade in umgekehrter Richtung fließt.Die Folge davon ist, wie man sich leicht in einem speciellen Beispiele durch An-wendung der frühern Gesetze überzeugen kann, daß die Nadel die Drehung, welchesie beim ersten Eintritt des Stroms annahm, auch jetzt fortsetzt: sie nähert sich demMultiplicator, geht durch ihn hindurch, und will sich senkrecht auf denselben stellen;der Coinmutator kehrt aber, wenn die Nadel etwas über die senkrechte Lage hinaus ist,den Strom wieder um, und die Nadel muß ihre Bewegung fortsetzen, llm möglichstgroße Kraft mit einer solchen Vorrichtung zu erlangen, erseht man die Magnetnadel,oder den beweglichen Magnetstab innerhalb des Multiplikators durch einen Elektro-magneten, einen starken Eisenstab, der mit vielfache» Windungen von Knpfcrdrahtumgebe» ist; derselbe soll aber seine Pole unverändert beibehalten, deshalb darf dieRichtung des elektrischen Stroms in der ihn umgebenden Spirale nicht geändertwerden. Durch diese Einrichtung hat Stöhrcr den oben bezeichneten Übclstand, daßder Elektromagnet nicht augenblicklich seine ganze Kraft gewinnt, vermieden, indemdie Pole des Elektromagneten nicht umgekehrt werden. Er wechselt die Richtungdes Stroms nur in dem Multiplicator; das Eintreten des elektrischen Stroms indiesen crfodert aber keine wahrnehmbare Zeit. Die heftigen Funken, welche bei derÖffnung der Kette erfolge,,, sind aber nicht ganz beseitigt, und es lassen sich auch beider zur Erzeugung größerer Kraft nöthigen Schnelligkeit keine Mittel zu ihrer Be-seitigung anbringen. Um eine Drehung der Achse, an welcher der Elektromagnetbefestigt ist, in entgegengesetzter Richtung zu erzielen, darf man bei der anfänglichenStellung nur dem Strome die umgekehrte Richtung gebend dann erhält sich durch dievon der Achse selbst ausgeführte Umkchrung des Stroms im Multiplicator nach jederhalben Umdrehung auch diese Drehung von selbst. Uni diese Vorrichtung zur Bewegungvon Maschinen zu benutzen, verbindet man mit der Achse, um welche der Elektromag-net sich dreht, ein gezahntes Rad oder eine Scheibe mit Schnurlauf, von dem ausdie Bewegung auf die sonst üblichen Weisen übertragen und fortgeleitet werden kann.