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Siebenter Band.
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224 Der Elektromagnetismus.

Amerika Versuche auf Eisenbahnen, um sie als Locomvtive zu benutzen, gemachthat. Die letzte» Resultate, welche in den Zeitungen mitgetheilt wurden, entsprechenindessen noch nicht den gehegten Erwartungen. Die Maschine wiegt 10'/, Tonne(also über 20000 Pfund); sie hat Triebräder von fünf Fuß Durchmesser und zweiFuß Hub; sie legte aber in der Stunde nur 10 englische Meilen zurück.

Wenn die bisherigen Bemühungen, die Elektricität zur Bewegung der Maschi-nen zu benutzen, auch noch nicht so günstige Erfolge ergeben haben, wie sie zu einerallgemeinern Anwendbarkeit derselben crfodert werden, so ist es doch nicht unwahr-scheinlich, daß vielleicht in nicht zu ferner Zeit eine Art und Weise ihrer Benutzunggefunden wird, welche es dieser neuen Kraft möglich macht, mit der bisher gebrauch-ten Kraft des Dampfes hinsichtlich der Leistungen zu wetteifern. Man betrachtenur, wie bedeutend die Methoden der Anwendung der Elektricität als Vetricbskraftinnerhalb der letzten 20 Jahre, seit welcher Zeit diese Idee erst lebhaft hervorgetretenist, verbessert worden sind. Ein weiteres Fortschreiten ist aber noch auf drei ver-schiedenen Wegen möglich: erstens in der Verbesserung und Verstärkung der Vor-richtungen, welche die Elektricität erzeugen; zweitens in der Einwirkung dieses Stromsauf Eisenmassen; drittens in der durch den Strom und die magnetisirten Eisen-massen entstehenden gegenseitigen Anziehung und Abstoßung. Wie bedeutend dieVerbesserung der galvanischen Elemente zur Erreichung des in Rede stehendenZwecks beiträgt, wird am besten aus der Bemerkung Jacobi's erhellen, die er beider oben erwähnten Mittheilung über die Bewegung des Bootes beifügt: daß ernämlich im Jahre zuvor durch Anwendung einer Batterie aus 320 Plattcnpaaren(Daniell'sche Element«), aus Zink und Kupfer, welches letztere in Kupfervitriol ein-gesetzt war, jedes von 36 Quadratzoll Oberfläche, nur die Hälfte der oben ange-führten Geschwindigkeit bei Anwendung von nur 64 Grove'schen Platinelementenvon gleicher Oberfläche zu erreichen vermocht hatte.

Elektrische Telegraphie.

Schon im Alterthume finden wir Vorkehrungen, welche in besondern Fällengetroffen worden waren, um Nachrichten mit Schnelligkeit in eine größere Entfer-nung zu verbreiten. Man bediente sich gewöhnlich des Feuers, und zwar entwedereines einzigen Feuers, dessen Anzünden nach vorhergegangener Verabredung dasEintreten eines ganz bestimmten Ereignisses andeuten sollte; oder auch mehrer Feuer(Fackeln), welche durch ihr gleichzeitiges Leuchten, und die verschiedenen Gruppirun-gen, in denen sie aufgestellt waren, die verschiedenen Buchstaben des Alphabet? dar-stellten, und daher zur Übertragung jeder beliebigen Mittheilung geschickt waren,indem die Nachricht Buchstabe für Buchstabe durch die Anzahl und'Stellung derFackeln von einer Station zur folgenden signalisirt wurde. Durch solche Feuer-signale von neun Stationen soll schon die Nachricht von der Eroberung Trojasnoch in derselben Nacht nach Argos überbracht sein. Selbst bis in die neueste Zeitsind solche Feuer, namentlich in bergigen Gegenden, zur Verkündigung gewisser Er-eignisse beibehalten worden, und sie haben den Vortheil, daß sie unmittelbar vonallen Bewohnern der Umgegend wahrgenommen werden können, weshalb sie auchtrotz aller weiter» Vervollkommnung der Telegraphie immerfort in solchen ganz spe-ciellen Fallen fortbestehen werden. Da im Alterthume allein das »»bewaffnete Augezur Erkennung entfernter Gegenstände benutzt werden konnte, so war hierdurch dieMittheilung von Nachrichten durch Fackeln sehr beschränkt, indem man die Stationenin nicht zu großer Entfernung wählen durste, um noch die Anzahl und Stellungender Fackeln unterscheiden zu können. Hierin lag auch wol der Grund, warum dieseArt der Telegraphie nicht in ausgedehnter» Gebrauch gekommen.

Nach Erfindung der Fernröhrc machte Hoocke den Vorschlag, dieselben zur Te-legraphie anzuwenden. Er schlug vor, die einzelnen Buchstaben aus Tafeln geschriebenhinter einem Schirme zu verbergen, und diejenigen, welche signalisirt werden sollten,hinter demselben einen nach dem andern vorzuschieben und wieder zurückzuziehen,