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Siebenter Band.
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234 Der Elektromagnetismus.

gehemmt; wird dieser ausgelöst, was der Telegraphist durch den bloßen Druck desFingers auf einen auf seinem Tische befindlichen Knopf erreichen kann, so seht sichdas Räderwerk in Bewegung, öffnet und schließt abwechselnd die Kette, und dieZeiger der auf beiden Stationen, gerade wie vorhin beschrieben, aufgestellten Appa-rate bewegen sich gleichzeitig von einem Buchstaben zum nächstfolgenden. Sobaldder Telegraphist auf dem vor ihm stehenden Apparare den Zeiger den Buchstaben,welcher telegraphirt werden soll, erreichen sieht, hebt er den Finger von dem Knopfeab, der Sperrhaken hält das Räderwerk auf, der Zeiger des vor ihm stehenden undebenso der Zeiger des auf der entfernten Station befindlichen Apparats bleiben aufdemselben Buchstaben stehen, und der Beobachter auf der entferntem Station erkenntaus dem Stillstände des Zeigers den telegraphieren Buchstaben. Nach einiger Zeitdrückt der Telegraphist den Knopf wieder nieder, löst dadurch den Sperrhaken, dasRäderwerk schließt und öffnet abwechselnd die Kette, und beide Zeiger rücken gleich-zeitig fort.

Bei dem bisher dargelegten Verfahren bedurfte man noch zur Bewegung desZeigers des Telegraphen eines Gewichts, welches durch seine Zugkraft unter Vermit-telung mehrer Räder, wie bei den gewöhnlichen Uhren das Stcigrad, an dessenAchse der Zeiger befestigt war, vorwärts trieb, sobald die Hin- und Herbcwegungdes Magnet- oder Eiscnstabs, welcher die Stelle des Pendels vertrat, solches gestal-tete. Man kann indessen auch ein solches Gewicht und die seine Zugkraft auf daSSteigrad übertragenden Räder gänzlich vermeiden, und eine große Anzahl der jetztim Gebrauch befindlichen Telegraphen sind auf diese Weise construirt. ES läßt sichnämlich den Zähnen des Steigrades und dem Anker, welcher in dasselbe eingreift,eine solche Gestalt geben, daß die bloße Schwingung des mit diesem Anker verbun-denen Pendels (oder des seine Stelle vertretenden Magnet- oder Cssenstabs) hin-reicht, um bei jedem Hin- und Hergänge des Pendels das Steigrad vorwärts zudrehen, und damit den aus der Achse des letztem befestigten Zeiger von einemBuchstaben auf den nächstfolgenden zu treiben. Es läßt sich diese Einrichtung beibeiden der zuvor beschriebenen Apparate anbringen.

Die erste der oben beschriebenen telegraphischen Vorrichtungen nach der ebenangedeuteten Weise, ohne Gewicht und Räderwerk dazwischen construirt, finden wirz. B. in dem von Stöhrer construirten Telegraphen wieder. Zwischen den Poleneines hufeisenförmigen Elektromagnets hängt ein kleiner Magnet herab, dessen obere-Ende mit dem Anker, welcher das Rad umtreibt, an einer und derselben Achse sitzt. .Der Magnet besteht hier nicht auS Stahl, sondern auS einem Eisenstück, über dessenoberm Ende der eine Pol eine- starken StahlmagnetS liegt, in Folge dessen das Ei-senstück durch Vertheilung fortdauernd sehr stark magnetisch ist, also genau die ;Stelle des oben angewandten Magnets vertritt. DaS durch Vertheilung magnetischgemachte Eisenstück gewährt vor einem ebenso großen Stahlmagnek den Vortheileiner bedeutend starkem magnetischen Kraft. DaS untere Ende dieses kleinen Eisen-stücks, welches hier also die Stelle eines Pendels vertritt, wird durch abwechselndes ,Einleiten eines elektrischen Stroms in die Spirale des Elektromagnet- und darausfolgende- Umkehren u. s. w. zwischen den Polen des Elektromagnet- hin- und her-bewegt, und setzt dadurch den mit seinem obern Ende verbundenen Anker in Bewe-gung, welcher durch sein Eingreifen in die Zähne des Steigrades dasselbe umdreht,und dadurch den mit der Achse des letztem verbundene» Zeiger von einem Buchsta-ben zum andern treibt. Stöhrer benutzt zur Erzeugung der elektrischen Strömeeine sogenannte magnetoelcktrische Rotationsmaschine, welche ohne Commutator gleichunmittelbar die abwechselnd in entgegengesetzter Richtung laufenden Ströme liefert,deren er zur Bewegung seine- Telegraphen bedarf.

Die zweite der vorstehend beschriebene» Vorrichtungen, wo ein Eisenstab vonden beiden Polen eines Magnets gleichzeitig angezogen wird, finden wir dagegen nachder zuvor angedeuteten Weise abgeändert, also ohne Gewichte und Räderwerk, z. B.in den Telegraphen von Whratstone und von Siemens und Halske wieder. Wheat-

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