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Siebenter Band.
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Die deutsche Nationalversammlung. 279

Zusatz von Clemens, diesen Beschlüssen eine möglichst schleunige und wirksame Folgei» gebe». Allein so schleunige Befolgung konnte nur ein römischer Senat gebieten,nur ein Krieg erzwingen. Dennoch frug Wcrnher von Nierstein mit Andern vomlinken Centrum schon Ende August an, was zur Vollziehung des'Beschlusses ge-schehen. Hcckschcr konnte darauf nicht viel mehr antworte», als daß er der nieder-ländischen Regierung amtliche Mittheilung dieser Beschlüsse habe zukommen lassen, .und dem Gesandten I>r. Liebe den Auftrag gegeben, entsprechende Maßregeln imHaag zu bewirken. Er fügte bei: die von Zicgert aus Minden vorgebrachten An-Laben, es seien die deutschen Farben in Limburg beschimpft, die deutschen Bestre-bungen unterdrückt worden, habe der niederländische Minister für unwahr erklärt.

Wcrnher fand eine solche Auskunft ungenügend; er verlangte demnach einenAusspruch der Versammlung: „daß das Ministerium in dieser Angelegenheit nicht denrrfoderlichen Grad von Beflissenheit bewiesen habe", namentlich deshalb, weil die Ab-schickung eines Gesandten zu lange verzögert worden. Die Versammlung, mit 232Stimmen gegen 160, erkannte den Gegenstand für dringlich. Eisenmann wies so-gleich nach, daß eine unmittelbare Entscheidung, ohne Prüfung der Urkunden undThatsachen, gar nicht erfolgen könne. Bon der andern Seite gab Vogt dem Wern-her'schen Antrage erst eine rechte Schärfe, indem er darin den klaren Sinn einerMiStrauenserklärung gegen die Minister fand. Diesen war eine solche Deutunggeradezu willkommen; sie wußten, die Mehrheit würde sie um der limburgischenSache willen nicht fallen lasse»; und darum bestanden Schmerling und Hcckschcrum auf der sofortigen Verhandlung. Hcckschcr konnte sogar ohne

alle Gesahr erklären, der leiseste Tadel von Seiten des Parlaments würde seineAbdankung zur Folge haben. Zimmermann aus Stuttgart, Nicsscr, Vcnedey undAndere, bald von der Linken, bald von der Rechten, die die Absicht eines solchenVerfahrens einsehe» mochten, verlangten eben deshalb die Aussetzung der Berathungauf einige Tage; allein die Mehrheit, aus allen Parteien gemischt, sprach sich !mentgegengesetzten Sinne aus. Nun machten die Minister die Kürze der Zeit geltend;es sei das Cabinet erst seit 14 Tagen vervollständigt wyrden; die Wahl eines Ge-sandten, die Ausarbeitung seiner Verhaltungsbefehle sei schwierig gewesen. Vogtdagegen erhob den Vorwurf, daß in den fünf Wochen, während deren Schmerlingdas Ministerium des Auswärtigen in Händen gehabt, nicht einmal eine Mittheilungan die fremden Mächte ergangen sei, daß die Centralgcwalt. ein Dasein habe.

Daß der ganze Streit im Grunde ohne Inhalt und Ziel sei, das wurde aufbeiden Seiten des Hauses nicht verkannt. Zwar verwarfen 213 Mitglieder gegen 197die von Eisenmann beantragte einfache Tagesordnung; allein die Mehrheit nahm,noch günstiger für das Ministerium, den Stedman'schen Vorschlag an : die eingetre-tenen Verzögerungen im diplomatischen Verkehr durch die gegebenen Aufschlüsse alsgenugsam erklärt zu betrachten.

Die Regierung der Niederlande handelte jedoch so, als gäbe es keine National-versammlung in Frankfurt und keine Beschlüsse derselben; die öffentliche Meinungwar dort der deutschen Einheit nicht günstig, und verspottete sie als ein Traumbild,weck ihre Verwirklichung die Rolle, welche die holländische Handelspolitik bisher gc-gen Deutschland gespielt, wol sehr bald ins Gegentheil umgekehrt hätte. Nack>vor wurden m Limburg die deutschen Bestrebungen gehemmt und unterdrückt. Derneue Niederländische Verfassung-entwurf erklärte Limburg für einen Bestandtheil desKönigreichs und band jene« an die Gesetze des letzter«; die limburgischen Abgeordnetenzu den Gencralstaten hatten sogar erklärt ihre Provinz wolle nichts als die in-nigste Verbindung mit Niederland. Freilich vertraten diese Abgeordneten nicht nurdas deutsche Gebiet Limburgs, sondern auch dessen zu Holland ausschließlich gehö-rende Theile, Maastricht und Venloo, und waren zudem nicht vom Volke, sonderndurch die Prvvinzialstände erwählt und beauftragt worden.

Der Abgeordnete Höfken brachte die Sache am 31. Oct. wieder zur Sprache.Nach der Auskunft, die Schmerling hierauf ertheilte (6. Nov.), hatte die holländische