Band 
Siebenter Band.
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Die Geologie. ^

Deutschland vorherrschend Landpflanzenreste enthält und als eine Küstenbildung an-gesehen werden muß, ein ganz marines Äquivalent mit außerordentlich vielen und injeder Beziehung sehr merkwürdigen Mecresorganismen. Wir sprechen hier von denimmer noch etwas rä'thselhaften und auch unter sich nicht völlig übereinstimmendenSchichten von St.-Cassian, Buchenstem, Hallstatl, Aussee, Bleibcrg u. s. w., mdenen man nicht nur nach und nach eine fast ganz neue Meeresfauna entdeckt hat,sondern auch manche Gattungen nebeneinander, die man bis dahin als sehr unglei-chen Epochen angehorig betrachtet hatte. Man fand an diesen Orten gleichsam dieVersteinerungen einer ganzen Reihe von Formationen, von Grauwacke bis Jura, mit-einander vereinigt; wenigstens mußte man daS dem ersten Anscheine nach glauben.Dieser Umstand drohte der so wichtig gewordenen Lehre von der Vcrtheilung derVersteinerungen in den Formationen einen empfindlichen Stoß. Genauere Unter-suchung hat jedoch gezeigt, daß die meisten versteinerten Arten in jenen rakhsclhafteuSchichten ganz neu sind (d. h. vorher noch nicht bekannt waren), und daß nureinige derselben wirklich ebenso in verschiedenen Formationen vorkommen. Das -rer-thcilungsgcsetz als solches ist dadurch gerettet worden; immerhin aber hat man ge-wisse specielle Ansichten über daS Lebensalter (die geologische Dauer) gewisser Gat-tungen und selbst einiger Arten aufgeben oder ändern müssen. Sind auch die Artenm jenen räthsclhaften Schichten meist ganz neu, so sind doch jedenfalls in chnenGattungen miteinander verbunden, die man bis dahin durch große Zeiträume von-einander getrennt glaubte. Von den Orthoceratiten und Eoniatiten glaubte manvorher, daß sie höchstens bis zum Sechstem aufwärts reichten, vorzugsweise aber nurder Grauwacke angehörten. Von den echten Ammoniten mit allseitig ausgezackten lo-birlen Kammerwänden war man dagegen überzeugt, daß sie erst mit der Leiasforma-tion begännen; dennoch fanden sich in jenen Schichten jene und diese Gattungenzusammen vor, und zugleich mit Ceratiten und Encriniten, wie man sie nur imMuschelkalk kannte. Ähnlich verhielt cS sich auch noch mit einigen andern Gattungen.Wenn man nun, wie Cotta in seinen „Briefen auS den Alpen" vorgeschlagen hat,Me rä'thselhaften alpinischen Schichten, die bei St.-Cassian und Buchenstein in Sud-tirol deutlich und unmittelbar auf Muschelkalk lagern, für ein marines Äquivalentdes Keupers nehmen will, so muß man dann anerkennen, daß z. B. die Orthoce-ratiten und Goniatiten in der allgemeinen Schichtreihe hoher heraus, die echten Am-moniten aber tiefer hinabrcichen, als man bisher glaubte. Das ist immerhin einwichtiger Schritt in der Erkenntniß, wenn auch seine Folgen etwas unbequem sinddadurch, daß sie einige bisherige leichte Hülfsmittel zur Altersbestimmung der Forma-tionen mindestens unsicher machen.

e>) Zuragruppe.

Die auf die Triasgruppe folgende Juragruppe, welche die Formationen des Sechs(Aas), Jura und Melden (Wealden) umfaßt, und zu Werner'S Zeit fast nur mEngland durch Smith und Farey, sowie theilweise in Baiern durch Flurl undvon Voith bekannt geworden war, wurde erst später zum Gegenstände vielfacher uuogründlicher Untersuchung erhoben, in deren Folge sie eine früher nicht geahnte ^iw-tlgkeu erlangte. Es ist in der That auffallend, daß seit der ersten von WilliamSmith zu Ende des vorigen Jahrhunderts herausgegebenen Karte, mit welcher eigent-lich die Kenntniß der Juraformation beginnt, bis zum Jahre 1816 so wenig Notizvon einer Formationsgruppe genommen wurde, welche gegenwärtig m der Reche derSedimentärformativnen eine so außerordentlich bedeutende Rolle spielt.

Die alpiuische Jurabildung, welche wahrscheinlich, im Gegensatz zur deutschen,sehr mächtige Steinsalzbildungen umschließt, bietet, wie der geologische Bau der AI-pen überhaupt, ganz eigenthümliche Schwierigkeiten dar, auf deren Beseitigung Sis-nivnda, Studer, Eschcr von der Linth und L. von Buch besonders erfolgreich hinge-wirkt haben, wie uns denn der Letztere, dem wir auch die umfassendste Darstellungdes Jura in Deutschland verdanken, in wenigen Leitmuscheln die Wegweiser bezeich-