Das russische Staatsleben.
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Dk ganze historische Entwickelung des nationalitätcnreiche» Östreich hatte dagegennothwendig tiefklaffende Gegensätzlichkeiten zwischen der habsburgischen HauS- undder deutschkaiserlichcn Staatspolitik herbeigeführt. Seit dem Dreißigjährigen Kriegeleat bereits die Gewohnheit dieses CabinetS hervor, den deutschen Kaisertitel, alteGewohnheiten wie besondere Verhältnisse der Rcichsstände und das Ansehen derdeutschen Reichsgesandtschaften an den fremden Höfen zur Deckung habsburgisch-wthringischer Familienvortheile zu benutzen, neuen Hauserwcrb mit anvertraute»!Neichsgut zu bezahlen. Dadurch entwürdigte sich die Erhabenheit des deutschenDbcrhqupts in den Augen der Nation. Dazu kam noch die Stellung, welchePreußen seit dem Großen Kurfürsten zur Reformation angenommen hatte. In-dem sich seine Politik über die Schroffheit des Gegensatzes^ zwischen Lutheranernund Neformirten hinwegsetzte, verschmolz sie daS nationalreligiöse Interesse mit demd^ Preußischen Staats. Während ferner sactisch mächtigere Nachbarn die nationaleSelbständigkeit Deutschlands für nichts achteten, demüthigende Abhängigkeit vomAuslande als naturgemäßes Verhältniß auffaßten, ja selbst in den Reichstags»»»Handlungen öfters den Grundsatz aussprachen: man bedauere, AnfolWungen deSdeutschen Gemeinwohls wegen Verpflichtungen gegen fremde Monarchen nicht erfül-zu können — während die Mehrzahl der deutschen Reichsstände solchermaßen'hre nationalen Verpflichtungen schmählich verleugnete, gehörte tiefster Zngrimmüber Deutschlands Unterordnung unter fremde Interessen zu den brandenburgischenHausgesinnungen. Ob auch die politische Theilnahme und das nationale Bewußt-sein des deutschen Volks niedergedrückt war, es vergaß doch nicht, daß der GroßeKurfürst einst zu ihm das Wort gesprochen: „Wir haben unser Blut, unsere Ehre^nd unsern Namen hingegeben und nichts damit ausgerichtet, als daß wir uns zu^»stknechten fremder Nationen und deS uralten hohen Namens fast verlustig ge-'"acht haben.» Ur>d auch Friedrich Wilhelm I. hatte bei einer spätern Gelegenheit^.mgt: „Kein Engländer und Franzose soll über uns Deutsche gebieten, meinenMindern will ich Pistolen und Degen in die Wiege geben, daß sie die fremden Na-kisr^" ^.""schlank helfen abhalten." Zwar versichern uns gerade heute wiederjeden 4^'* die Stimmen jener modernen Publicistik, welche Preußen um
damals ^ "»"! Staat von blos preußischen Berechtigungen hinstellen möchten,4l>- a " "»ch kein Gedanke an die Concentrirung der deutschen Macht in^ "wen gewesen, da nur das dynastische Interesse geherrscht habe. Allein die oben»»geführten Worte deuten unsers Erachten- doch wahrlich wenigstens nicht daraufdaß auch den Beherrschern Preußens jeder Gedanke an eine Concentrirung der»rutschen Macht fremd gewesen sei. Mochte auch wirklich die Diplomatie ursprüng-lich keinen andern Gedanken haben als die Feindschaft gegen das Emporstreben ir-gend welcher Macht, die störend auf die bisherigen gewohnten Verhältnisse einwirkenkonnte: so vermochte man doch, seitdem Preußen in der Sicherung des neugeborenen^eligionslebens und der Beseitigung fremder Einsprachen die Bedingungen der eigenen^ gefunden hatte, in den Cabineten den Blick nicht mehr gegen die ThatsachenErließe», daß die Einheit zwischen Deutschlands und Preußens Geschicken keines-aemeinsim-? 2 -^* '""ionalen Basis, sondern ebenso auf der historischen Nöthigung^ " Viel/von den deutsch!» Reich-ständen, namentlich ki-ttn ^ »war wol gern diesem Zuge angeschlossen, weil sie hoff-
^ R ^ oft unbequemen Abhängigkeit von Ostreich und hiermit
der, N vom Auslande durch einen entschiedenen Bruch befreien. Allein auf der an-kck n A fürchteten sie die Abhängigkeit von der herben, ernsten, strengen preußi-rninns«n"o damit die Zerrung ihres bisherigen sammetweichen, wenn auch^°ens im versailler Geschmack. Die geistlichen Fürsten vollends, vomProtestantismus an und für sich aufs tiefste bedroht, standen natürlich gerade mitour.bon und Habsburg. Lothringen im engsten Verkehr und strebten auS äußern'""trn Gründen jener auftauchenden Neigung desto entschiedener entgegen.I^t'ch konnte sich ebenfalls nicht verhehlen, daß ein deutsche- Erstarken Preußen-