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Siebenter Band.
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Die Chemie.

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ferner daß jede dieser Verbindungen eine complkirte Atomgruppe ist, daß ein hin.reichender Wassergehalt den Atomen die erfoderl-chc Beweglichkeit gestattet und dervphdirende Einfluß des Sauerstoffs der Lust mit einwirken kann, so muß eine allge-mein gegenseitige Einwirkung stattfinden, gewissermaßen ein dellum omnium contraomnes, sobald die organische Leben-thätigkeit aufgehört hat, diese widerstreitendenStoffe nach ihren Gesetzen zu erhalten und zu verwenden. Es ist, um uns einBild der nach dem Tode eintretenden Reaction zu machen, als ob man alle nutChemikalien gefüllten Gefäße eines Laboratoriums plötzlich miteinander in VerbindungS-setzt hätte, und wo nun ebenfalls eine stürmische Wechselwirkung der Stoffe auf-

einander sogleich eintreten würde. . ,

Ohne Zweifel hatte auch die unorganische Materie ihre Periode großartiger ge-grnscitiger Einwirkungen, die jedoch mehr als Bildung«-, denn als Zersetzungsproceßi» bezeichnen ist. ES war dies in jener Epoche, in der, wie die Schrift sagt: „dasFlüssige von dem Festen sich schied", wo die ursprünglich dunstförmig im Welträumeschwebenden Atome der Elemente, durch Verdichtung einander näher geruckt, nunchemisch aufeinander einwirkten. Eine Folge hiervon find die sehr verwickelten Zu-sammensetzungen mancher Minerale, deren Bildung gleichsam nur in einem TopfeErgehe» konnte, in den alles Mögliche zusammengeschüttet worden war.

Die trockene Destillation unterscheidet sich von der freiwilligen Zersetzung, welchegewöhnlich als Fäulniß, Verwesung und Vermoderung bezeichnet wwd, hauptsächlichdadurch, daß bei ersterer die Pflanzen- oder Thicrstoffe in einem Gefäße erhitzt wer-den, sodaß also die Mitwirkung von Sauerstoff und Wasser der Atmosphäre ausge-schlossen ist, während die Einwirkung der Wärme die chemische Zersetzung befördert.

Bei der freiwilligen Zersetzung ändern sich die entstehenden Produkte, je nach-dem sie wehr oder minder unter Zutritt von Wasser, in größerer oder gerrngcrerWarme vor sich geht. Unter dem Gefrierpunkte z. V. hört sie gänzlich aus. Berder trockenen Destillation ist es von Einfluß, ob die Wärme eine allmalig zuneh-mende oder rasch zur Glühhitze gesteigerte ist. Bei beiden Vorgängen ist es natür-lich von Einfluß auf die Resultate, ob die der Zersetzung unterworfenen Gegenständenur aus Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff bestanden, oder ob sie auch Schwe-fel und Stickstoff enthielten.

Im Allgemeinen treten bei diesen Zersetzungen anfänglich wasserstoffreichere Ver-bindungen auf, welchen später Säuren nachfolgen, und als Rückstand bleibt ein sehrdvhlenstoffreicher Körper oder reine Kohle.

Als Endprodukte der freiwilligen Zersetzung erscheinen: Wasser, Kohlenwasser-sivffgas, Schwefel- und Phosphorwasserstoff und Ammoniak; ferner Kohlensäure,Schwefelsäure, Phosphor- und Salpetersäure.

Bei der Destillation von Holz oder Steinkohlen erhält man: Wasser, Holzgcist,Essigsäure, Ammoniak, flüchtiges Theeröl, Theer, Kohlenwasserstoffgas, Leuchtgas,^aphtalin, Kreosot, Kohlensäure, Kohlenoxyd, und als Rückstand bleibt Kohle.

Stickstoff und schwefelhaltige Thierkörper liefern zum Theil dieselben Produkte,dabei aber noch Verbindungen von Ammoniak mit Schwefelwasserstoff, Kohlensäureund Blausäure und furchtbar übelriechenden Theer.

Theorie der organischen Verbindungen.

Bei der theoretischen Anordnung der organischen Verbindungen geht man »onder Ansicht aus, daß der Kohlenstoff mit dem Wasserstoffe eine Reihe von Körpernzu bilden vermöge, die sich ganz ähnlich wie einfache Stoffe verhalten, und welcheorganische Radikale genannt werden. Indem nun zu diesen Radicalen weitere Atomev°» Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und Schwefel in verschiedenerAnzahl hinzutreten, entstehe dann die Ma.michfaltigkeit der organischen Verbindungen.

So schön sich dies auch für einige Reihen von organischen Atpmgruppen durch-'Uhren läßt, und so sicher wir auch au« der Verfolgung dieser Idee endlich eine

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