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Siebenter Band.
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Der Socialismus in Deutschland.

gesellschaftliche Zustand als solcher ein innerlich verderbter sei, und daß nur dievollständigste Umgestaltung desselben dem Elende Hülse, dem Glücke wahre Sicherheitbringen könne. Wie ganz anders wäre dieses Urtheil ausgefallen, wenn man danebendie Lage der Seestädte gehörig beachtet hätte! Obgleich anerkanntermaßen an derSeeküste Alles theurer war und ist als im Binnenlande, obgleich hier die Fabrika-tion nur im geringen Maße der überschüssigen Bevölkerung Verdienst gewährte, sohat dort weder damals ein Proletariat entstehen können, noch ist dies gegenwärtigder Fall. Und offenbar beruht dies eben darauf, daß im Handel ein Element liegt,welches die überschüssigen Kräfte der Bevölkerung fortwährend von jeder gefahrdro-henden Anhäufung und Firmung an bestimmten Punkten ableitet; die Bewegungder Stoffe, welche der Handel erzeugt, wird gleichsam unbewußt zu einer Bewegungder Menschen, damit zu einer Bewegung ihrer Bestrebungen und Meinungen, einerVeränderlichkeit in ihrer persönlichen und wirthschaftlichen Lage, „die ihnen das brü-tende Sinnen über abstrakte Theorien und den Glauben an die Änderung alttäglicherZustände und Leiden durch unerhörte Ereignisse unmöglich macht. Es ist eine unbe-zweifelte Thatsache, daß die socialen Gewaltsamkeiten nur in den Hauptpunkten dekIndustrie entstehen, während sie an den Handelspunkten fast spurlos vorübergehen.Man hätte daraus die wichtige Lehre entnehmen können, daß die Heilung solche«gesellschaftlichen Einzelkrankheiten nicht so sehr in der stets schwierigen, oft ganz un-erreichbaren Vermehrung des Einkommens der Einzelnen, als vielmehr in der mög-lichst entschieden betriebenen Veränderung der Beschäftigung und der Dislocirungder leidenden Familien besteht; man kam erst spät darauf, und der Plan, den mandabei in Berlin verfolgte, war die Auswanderung unter Staatsaufsicht — an di«Mosquitoküste! ^ i

Immerhin zeigen schon diese allgemeinen Umrisse der gesellschaftlichen Zuständein diesem Theile Deutschlands, daß ihnen jene innere Gleichartigkeit und äußere Ge-schlossenheit fehlte, die das Rheinland auszeichnet. Man mußte demnach zwar eine»sehr bedeutenden Einfluß der neuen Lehre erwarten; allein man konnte zugleich >i»iBestimmtheit vorhersagen, daß derselbe im Anfange weder ein recht plötzlicher, nochauch ein so entschiedener sein werde wie am Rhein. Dagegen aber war andererseitsnicht minder gewiß, daß gerade hier die wirkliche Umgestaltung, wenn sie eintrat, eintum so bedeutendere sein werde, namentlich aber in Beziehung auf die ländliche"Verhältnisse. Der Kampf der kommunistischen Ideen mit der bestehenden Ordnun-dcr Gesellschaft bereitete sich daher mehr von langsamer Hand vor. Während a>"Rhein sich in wenig Jahren eine starke und entschiedene Partei der Communiss"gebildet hatte, konnte es in Berlin und Leipzig dazu gar nicht kommen; dagegs"aber begann hier alsbald ein tieferes Eingehen auf die Sache, und, wie wir soglei"sehen werden, hatte dasselbe freilich auch eine viel weitergreifende Folge für die .3"'kunst als die rasch verlodernde rheinische Communistenbegeisterung.

Es läßt sich daher von den öffentlichen Erscheinungen des Communismus ^Sachsen und Preußen aus dieser Zeit wenig sagen. Dagegen ist es allerdingswiß, daß die kommunistischen Umtriebe in einzelnen Fällen Anhang gewannen,daß sich namentlich unter den Gesellen gewisser Handwerke eine Propaganda ^bildete, die in weitläufigen, aber weder sehr zahlreichen noch streng Verbunds^Verzweigungen sich über die Hauptstädte der norddeutschen Industrie ausbreitete.Aufgabe und Thätigkeit dieser Propaganda war dabei allerdings zunächst die d'«^Verbreitung des Communismus. Allein der gesunde und kältere Sinn der M ,,kerung nahm, wie das viele Beispiele rmd weitere Andeutungen bestätigen,Theorien wesentlich nur als Anstoß auf, über ihre eigene Lage nachzudenken- ^ist dies eine Thatsache von hoher Wichtigkeit, die Niemand, der mit öffentliche»gelegenheiten irgendwie zu thun hat, unbeachtet lassen sollte. Bis zu diese" lebt.hatte der Stand der Gesellen und Arbeiter in ziemlichem Unbewußtsein dahin gVon da an aber ist der Drang entstanden, die gesteigerte Summe geistige" ljche»die ihm die steigende Bildung, die Besprechung ihrer Angelegenheiten in off<»