586 Die Pflanzen und Thiere der Vorwelt.
Merkmalen sind, und als die unvollkommensten Amphibien überhaupt, welche währendder Triasepoche existirten, betrachtet werden müssen. Die bekanntesten Gattungensind der Mastodonsaurus, Trematosaurus und Labyrinthvdon. Ihnen schreibt mangegenwärtig fast allgemein die Chirotherienfährtcn im bunten Sandsteine zu, diezur Zeit ihrer Entdeckung großes Aufsehen erregten und auf die verschiedensten Am-phibien und Saugekhiere gedeutet worden sind. In gleichem Grade eigenthümlichist die im Muschelkalk zuerst mit Nothosanrus, Conchiosaurns und einigen andernGattungen auftretende Familie, welche im Jura noch ausgezeichneter durch die Ich'thyosauren und Plesiosauren charaktcristrt worden ist, und mit diesen von der Erd-oberfläche verschwindet. Die letzter» Beiden sind uns schon durch Cuvier's gründlicheUntersuchungen bekannt geworden, denen sich die neuern Owcn's würdig anreihen,über die erstem hat von Meyer eine umfassende Monographie begonnen. Die Fa-miliencharakter dpr Enaliosaurier oder Meercsdrachcn liegt besonders in den flossen-förmigen Glicdmaßen, welche im Verhältnisse zur Länge und Größe des Körperssehr kurz sind, und aus einer völlig unbestimmten Anzahl kleiner würfelförmiger Kno-chen bestehen. Alle lebenden Amphibien mit ausgebildeten. Extremitäten haben niemehr als fünf Zehen, und diese sind im Skclct wenigstens scharf voneinander ge-schieden. Nur in den Flossen der Fische zeigt sich ein völlig unbestimmtes Zahlen-gesetz der Strahlen und deren Gliederung, und diesen allein entsprechen also dieFlossenfüßc der Meercsdrachen. Der krokodilartige Schädel hat vor den Augenhöh-len gelegene Nasenlöcher, einen knöchernen Augcnring und die Zähne in einer fort-laufenden Rinne. Die Wirbelsäule besteht aus einer ungeheuren Anzahl bretstcin-artiger Wirbelkörper, denen die Dornfortsätze blos aufliegen. Hinter dem Brustbeinefolgt eine Anzahl nnpaarcr Bauchrippen. Schon aus diesen allgemeinen Angabe»geht wiederum eine Vereinigung der verschiedenartigsten Charaktere in den Ichthyo-sauren und Plesiosaliren hervor, durch welche diese Geschöpfe weit von allen jetzt le-benden entfernt werden. Sie beweisen, daß die Natur in frühern Schöpfungsperio-den noch nicht so scharf sonderte als in der gegenwärtigen, daß sie den zuerst erzeug-ten Geschöpfen die Eigenthümlichkeiten dcr„spätern aufzudrängen suchte. Die Lebens-weise der Enaliosaurier läßt sich aus ihren Überresten mit großer Zuversicht ermitteln-Die schwachen Flossenfüßc an dem vcrhältnißmäßig schweren Rumpfe denken ent-schieden auf einen Aufenthalt im Meere, die lange Wirbelsäule auf große Beweg-lichkeit des Körpers im Wasser, die starken Kegelzähne auf carnivore Nahrung, undAlles auf ein sehr räuberisches Naturell. Das Meer war damals mit Weichthierc»und Fischen überfüllt, und diese lieferten den Enaliosauriern reichliche Beute, wie Mdenn auch in ihren zuweilen noch erhaltenen Excrementen die Schuppen der kräftig!sten Fische deutlich erkennen lassen. Die Plesiosauren haben einen kleinen Kopf a»Idem ungeheuer langen Halse und nur einen sehr kurzen Schwanz; sie beschränk^sich in ihrem Vorkommen fast ausschließlich aus England. Die größten Jndividw"scheinen 20 Fuß Länge nicht überschritten zu haben. Die Ichthyosauren haben d»'gegen einen kurzen, gedrungenen Körper, einen großen delphinarkigcn Kopf aufzem Halse und einen sehr langen Schwanz, der wahrscheinlich eine kräftige Nud^'flösse trug. Auch sie scheinen meist nicht mehr als 20 Fuß Länge gemessenhaben, verbreiten sich aber gleichmäßig über Deutschland und England. Daß bei^Ichthyosauren und Plesiosauren, abweichend von den heutigen Echsen, nackt, wcdmit Schildern noch Schuppen bedeckt Ware», ist aus Spuren ihrer Körperhautgewiesen; ja Cuvier vermuthet sogar aus dem übereinstimmenden Baue deskastens mit dem des Chamäleon, daß auch sie die Hautfarbe wechseln konnten.die Enaliosaurier und Labyrinthodonten auf einer tiefern Stufe der organischen D>S'tät als die heutigen Amphibien stehen und sich insofern der Classe der Fische "'nähern: so erheben sich zwei andere, in ihrem Vorkommen ebenfalls auf die ftft .dären Gcbirgsformativnen, auf den Jura und die Kreide beschränkt, überEchsen und nähern sich in entsprechender Weise den Vögeln und Säugetieren-Pterosaurier sind flatternde Echsen mit überraschender Vogelähnlichkeit im Skele