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Siebenter Band.
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Das Osrnanische Reich.

und darüber nach Konstantinopel zu berichten. Bei dieser Gelegenheit sprach sie sichaber aus das bestimmteste gegen jede Rehabilitation der Familie Schehab aus,welche durch ihre frühere und spätere Theilnahme an allen der Regierung feindlichenBewegungen ihre Rechte verwirkt habe.

Weitere Nachrichten, die inzwischen vom Libanon selbst eingegangen, waren nichtder Art, daß die fünf Gesandten sich über den guten Willen der Pforte in Bezie-hung auf die politische Gestaltung der Gebirgsvölker hätten beruhigen können. ImGegentheil bestätigte sich Alles, was über die Begünstigung der Drusen gegen dieMaroniten schon früher gemeldet worden war, und es schien, als ob man, anstattzu beschwichtigen, vielmehr den Fanatismus absichtlich aufgeregt habe, um durch De-cimirung der christlichen Bevölkerung sich dicscs>gefürchtctcn Elements zu entledigen.Omer-Pascha scheint geglaubt zu haben, daß er sich durch ein solches Verfahren dieDrusen zur Dankbarkeit verpflichten würde; trotz aller seiner Ermahnungen aberfuhren dieselben mit ihren Angriffen gegen die Maroniten fort, sodaß er sich endlichgenöthigt sah, strenge Maßregeln gegen sie zu ergreifen. Zu diesem Behufe nahmer zu einer List seine Zuflucht; er lud ihre sämmtlichen Scheichs zu einem Gastmahleein und verhaftete bei dieser Gelegenheit die hervorragendsten von den Erschienenen,acht an der Zahl. Unter diesen Verhältnissen traf die neue Commission ein, derenwirkliche Jnstructionen aus ihrer Thätigkeit bald klar wurden. Anstatt nämlich, wieden Gesandtschaften mitgetheilt worden war, das Verfahren Mustapha-Pascha's strengzu prüfen, entwarfen sie im Namen der maronitischen Nation eine Bittschrift an diePforte, worin diese um einen türkischen Gouverneur für daS Gebirge ersucht wurde,und für welche sie 200 Unterschriften von Scheichs und sonstigen Notabel» in jederWeise zusammenbrachten. Sobald diese Bittschrift bei der Pforte angelangt war,theilte Ssarym-Efendi sie den Vertretern der Mächte mit und zeigte denselben a»,daß die türkische Regierung entschlossen sei, dem in dieser Weise ausgesprochene»'Wunsche zu willfahren. Da aber inzwischen fortwährend andere Bittschriften z»Gunsten der Schehabs, und zwar namentlich des Emir-Beschir, Sohnes des alte»Emir-Beschir, bei den Gesandtschaften einliefen, so kam es abermals zu Contestatio-nen, welche der Sultan selbst dahin erledigte, daß er seinen Minister» befahl, nurim Einverständniß mit den fremden Repräsentanten in der Libanonfragc. vorzugehen'

Nachdem die englischen Consularbeamten in Beirut schon längst die Sache derDrusen gegen die der Maroniten heimlich gefördert hatten, erkaimte jetzt auch direnglische Regierung, daß eine einheitliche maronitische Herrschaft der Schehabs i»'Gebirge zu jeder Zeit dem durch die einheimische und fremde katholische Geistlichkeitgetragenen französischen Einflüsse anheimfallen würde. Da es ihr nun daran lag,

Ort und Stelle ein Gegengewicht gegen diesen Einfluß zu besitzen, so sprach sie siebim August 1842 durch eine Depesche an den damaligen Botschafter Sir Stratfo^Canning für den Dualismus in der Verwaltung des Gebirgs aus, sodaß die Dr^'sen sowol als auch die Maroniten je unter einheimische selbst erwählte Chefs gestehwerden sollten. Weil aber England zugleich in Beziehung auf die Maroniten ^Beibehaltung der Schehabs befürwortet.hatte, so schloß sich Frankreich diesem Schrittan, und bald bekamen auch die drei andern Gesandten von ihren Cabineten analogJnstructionen.

Die Pforte erklärte sich bis auf die Rehabilitation der Schehabs im Allge»'^nen mit den in dieser Weise an sie gelangten Vorschlägen der fünf Höfe cinvcrst""den, wünschte sie aber dahin zu modificiren, daß die beiden Nationalhäupter^dem Pascha von Saida eingesetzt werden, den Titel Kaimakam (Stellvertreter) fE^und bei dem Pascha von Beirut je einen Vekil oder Vertreter haben sollten, 2) <1fanden diese Abänderungen, auf welche die Pforte viel Gewicht legte, den Bell .der fünf Mächte nicht; und da neue Unruhen, welche im Späthcrbste desim Gebirge ausbrachen, den Gesandte» Gelegenheit gaben, auf ihre Anträgezukommen, so sah sich die Pforte endlich genöthigt, ihnen nachzugeben. I" "dessen wurde ein neuer Gouverneur in der Person Eskad-Pascha's, eines anerk