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Siebenter Band.
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633
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Das Osmanische Reich.

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chen Tendenzen des Ministeriums Jzzet-Ssarym hatte er genährt und unterstützt,und wenn auch der Sultan im Sommer 1843 den Wünschen der Mächte nachge-sehen und Rifaat-Pascha mit der Leitung der auswärtigen Angelegenheiten betrauthatte, so gelang es ihm doch, nach wenig mehr als Jahresfrist diesen Beamten wie-der zu entfernen und ihn durch eine seiner Kreaturen, Schekib - Efendi (Oktober1844), zu ersetzen. Das Amt eines Großseraskicrs, welches Riza seit 1843 bekleidete,gab ihm zugleich Gelegenheit, ein bedeutendes organisatorisches Talent zu entwickeln;und da er in dieser Beziehung die Überlegenheit der Europäer in weit höhermTrabe anerkannte als seine Kollegen, und namentlich in Bezug auf die Artillerie denRathschlägen eines verdienstvollen preußischen Offiziers das bereitwilligste Ohr lieh,so gelang eS ihm um so leichter, hier die Reform zum Durchbruch zu bringen, alstr allein unter den türkischen Staatsdienern nicht bei jedem Schritte mit IntriguenAnderer zu kämpfen hatte. Ein merkwürdiger Hattischerif, welcher im Januar 1845erschien, bestätigte diese Verdienste Riza'S, indem der Sultan darin öffentlich aussprach,daß mit Ausnahme der Militärangelegenheiten, denen er seinen vollen Beifallschenke, alle übrigen auf das Wohlsein seiner Unterthanen bezüglichen Ideen, in de-ren Verwirklichung er daS Ziel seines Lebens erkenne, von seinen Ministern misvcr-standen und unausgeführt'gelassen seien, daß er in der allgemeinen Unwissenheit denTrund dieser ihn tief schmerzenden Thatsache sehe, und daß er demnach seinem Mi-nisterium die Stiftung guter Schulen durch das ganze Reich anbefehle, um durchdie Verbreitung nützlicher Kenntnisse auch die übrigen Zweige der StaatsverwaltungZu ähnlichen Verbesserungen zu befähigen, als die, deren das Kriegswesen bereit-theilhaftig geworden.

So sehr unter diesen Verhältnissen die fremde Diplomatie sich bemühte, demallmächtigen Günstling den Hof zu machen, läßt sich doch nicht in Abrede stellen,daß er Allen unbequem war, sowie auch Alle seine Ansichten über die EinmischungFremder in die innern Angelegenheiten der Türkei vollkommen gut kannten. Ausdiesem Grunde war es erklärlich, daß man das traurige Resultat der Bemühungenum die Verbesserung des Looses der syrischen Christen im Allgemeinen dem bösenWillen der durch Riza-Pascha geleiteten Pforte zur Last legte, und daß man dieseAnsicht durch die von den Unterbehörden den Drusen hier und da gewährte Bei-hülfe sowie durch die gerade im kritischen Augenblicke erfolgte Entfernung des Ka»Pudan-Pascha unterstützte. Die Pforte, obwol des wirklichen Grundes der sichstets erneuernden Wirren, d. h. der Aufhetzereien des französischen und englischenTeneralconsul in Beirut, sich wohl bewußt, hatte dennoch die Schwachheit, durch Ab-setzung Halil-Pascha's gleichsam ihr Unrecht einzugestehen; im Übrigen aber ließ siedurch Wedschhi-Pascha an Ort und Stelle solche Sicherheitsmaßregeln ergreifen,welche eine Erneuerung des Kampfe-, obwol beide Parteien noch ferner unter denWaffen blieben, zu verhindern geeignet waren. Im Juli 1846 theilte die Pforte dengesandten der fünf Mächte mit, daß der Sultan, um zu beweisen, wie sehr ihm^ Pacification des Libanon am Herzen liege, den Minister des Äußern, Schckib-^sendi, mit ausgedehnten Vollmachten als Specialcommissar nach Beirut zu schickeneabsichtige; dabei aber verlangte sie als erste Grundbedingung des guten Erfolgs,die der Dauer des Kommissariats den Consularbeamten jede Einmischung in

^Gelegenheiten der Gebirgsvölker auf das strengste untersagt werde. Dieseswohl begründet und die traurigen Folgen jener Einmischung nochzu frisch in Aller Gedächtniß, als daß die Diplomatie in Konstantinopel nicht sofortnöthigen Befehle nach Beirut ausgefertigt hätte. Dennoch hatte Schekib, als^ptember im Libanon eintraf, in dieser Beziehung noch mit mancherleition^k^^en zu kämpfen. Er sah bald ein, daß bei so tief eingewurzelten Na-sckaf/-« von dauerndem Frieden nicht die Rede sein könne, solange beide Volker-Kamlr ^ besitze der ihnen im Jahre 1840 von der türkischen Regierung zumschloss dir ägyptische Herrschaft eingehändigten Waffen verblieben, und be-

^ P demnach zunächst, ihnen dieselben wieder abzunehmen. Schon diese Maßregel,