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Siebenter Band.
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Die Statistik.

lichen Verhältnissen der Volker in Verbindung stehen, an den Tag gelegt hat, sogilt dies gan; vorzugsweise hinsichtlich der Statistik. Die Handel- und gewerbetrei- lbcnde» Stände in Ländern wie England, Nordamerika, Belgien und zum Theil auchin Frankreich und Deutschland haben erkannt, daß durch die Pflege der Statistik ium vieles besser „ihre Interessen gewahrt" werden, als durch die wohlgemeinteWeisheit so manches Bureaumannes, der zweifelsohne die redliche Überzeugung hat,daß ihm mit dem Amte auch der Verstand für volkswirthschastliche Dinge patentirtworden sei. In den Augen Aller hat die Statistik an Bedeutung dadurch nochzunehmen müssen, daß man sich überzeugte, wie man nicht nur die als wichtig be-reits bekannten Verhältnisse und Bedingungen nur mit Hülfe der Statistik in ihrervollen Wahrheit zu erkennen und zu würdigen vermöge, sondern wie auch so viele an-dere, vorher als gleichgültig oder unbedeutend erschienene Gegenstände durch die stati-stischen Nachforschungen urplötzlich in ihrer großen Bedeutsamkeit für das Leben derbürgerlichen Gesellschaft hervortreten. Diese Thatsache hat sich frühzeitig den Unter-suchungen der Statistiker kundgegeben. Schon Schläzcr, welcher der Statistik alsAufgabe die Darstellung der Staalsmerkwürdigkeitcn überließ, stellte es „als einewichtige praktische Regel auf, daß Vieles Staatsnierkwürdigkeit sei, was der großeHaufe nicht dafür halte, als: Summe der Schweine in einem Lande, Anfang deSKaffeetrinkcns auf den Dörfern; und Vieles nicht Staatsnierkwürdigkeit sei, was dergroße Haufe dafür halte oder Statistiker in der Kindheit ihrer Wissenschaft dafürhalten mußten, z. B. sehr oft die Ritterorden, Wappen u. s. w." Heutzutage aber,nachdem die Statistik ein weiteres halbes Jahrhundert lang fortgcarbeitet hat, könntengar viele sprechende Belege angeführt werden, welche Masse von alten „Wichtigkeiten

und Merkwürdigkeiten" als Bagatellen erkannt wurden, und wie viele verachtete oder ^

übersehene Dinge in ihrem Kausalnexus zu den wichtigsten Lcbcnserschciiuingcn er- >kannt worden sind. Man weiß kaum zu sagen, ob die Statistik durch den mächtigen !

Unischwung in den Ideen der Menschen seit der Mitte des vorigen Jahrhunderts

mehr gefördert worden ist, oder ob sie denselben mehr gestützt oder gefestigt hat. i

Wir werden die Reihe der Gegenstände, welche wir in der vorliegenden Dar-stellung zur Kenntniß des Lesers bringen wollen, am besten mit einem geschichtlichenRückblicke auf die Strebungen und Leistungen der Statistiker in der frühern Zeiteröffnen.

Geschichtliche Entwickelung der Theorie der Statistik.

Nachdem seit dem Beginn des 18. Jahrhunderts auf mehren deutschen Univer-sitäten Lvllegis slatistioa gelesen worden waren, in denen die merkwürdigen Ver-hältnisse in den bestehenden Staaten geschildert wurden, ward zuerst von G. Achen-wall ein „Allgemeiner Begriff der Statistik" (Gött. 1748) veröffentlicht. In derfünften Ausgabe einer spätern Schrift: „Abriß der Staatswissenschaft der europäi-schen Reiche" (Gott. 1752), wies er der Statistik oder Staatsbeschreibung (historischeStaatskundc) als Gegenstand zu: die Darstellung eines oder mchrer Staaten, d. h.den Inbegriff der wirklichen Staatsmerkwürdigkeitcn, die Sachen, die die Wohlfahrtdes Staats in einem merklichen Grade angehen, entweder daß sie solche hindern oderbefördern. Unter einzelnen Rubriken bespricht er darin: Land, Stammsitz, Ncben-ländcr, Einwohner als Mensche» wie insbesondere als Bürger, Grundverfassung undStaatsrecht, Grundgesetze, rechtliche Verbindung, Rechte des Landesherrn und derRcichsstände, Regierungsverfassung, Würde eines Reichs, Bcsitztitel des Fürsten,Wappen, Hofstaat, Ceremonial und Ritterorden, Landesregierung, höchstes Collegiu»',Kirchenwesen, Gelehrsamkeit, Manufakturen, Handel, Finanzen, Neichseinkünfte, de-ren Erhebung und Verausgabung, Kriegswesen, Land- und Seemacht, inneres undäußeres Staatsinteresse. Achenwall hatte nicht zum ersten male diese Gegenständebehandelt, durch welch« die Kenntniß von den Merkwürdigkeiten der bestehenden Staa-ten verbreitet werden sollte. Viele Bücher hatten schon vor ihm unter Titeln wie-„Status oder uotitia reruw pudiioarum"; „ lablvsu poliliyus"; „List präsent",