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Die Statistik,
Rußland.
In Rußland ist die officiclle Statistik schon durch Peter den Großen wenigsten-vorbereitet worden, indem auf seinen Befehl im Jahre 1722 die Einrichtung voll-ständiger Kirchenbücher erfolgte. Ein Jahr später ließ der Zar die erste Volkszäh-lung vornehmen und den Befehl ergehen, daß dieselbe alle 20 Jahre wiederholt wer-den sollte. Katharina II. verordnete, daß alljährlich eine Zusammenstellung der Civil-acte vorgenommen, und ein Exemplar derselben bei dem Senat und eines bei demHeiligen Synod niedergelegt werden sollte. Seit der Zeit ist dieses Geschäft unun-terbrochen fortgeseht worden, sodaß die Bevölkerungsbewegung in Rußland von vielfrühern Zeiten her festgestellt worden ist als in manchen andern, damals wie heuteweit civilistrtern Ländern. Eine Aufzeichnung derselben umfaßt blos die Bekenn»der griechischen Kirche, eine zweite alle Bewohner des Reichs ohne Unterschied derConfession. Die erstere wurde längere Zeit allein veröffentlicht, in der neuern Zeitist jedoch auch die letztere zugänglich geworden. Seit dem Anfange dieses Jahrhun-derts sind auch in Rußland Veröffentlichungen von Ministerialberichtcn Sitte gewor-ben, in welchen vielfältiges statistische- Material dargeboten wird. Außerdem wardauch ausdrücklich für die Zusammenstellung des statistischen Materials in dem russi-schen Reiche von der Regierung Sorge getragen und jedes einzelne Ministerium hateine Art statistischen Bureau für sich. Die sichersten Zusammenstellungen sind woldie, welche in dem Kriegsdepartemenl von dem Jngenieurcorps und den Generalsta-ben gesammelt werden. Eine Art Centralstelle scheint das statistische Bureau dcSMinisteriums des Innern zu sein; wenigstens wird seit 1839 von dem Ministeriumdes Innern ein eigenes (russisches) Journal herausgegeben („Materialien zur Stati- Istik des russischen Reichs. Mit allerhöchster Genehmigung herausgegeben von derstatistischen Abtheilung des Ministeriums des Innern"), in welchem dann auch die Dvon den übrigen Ministerien an den Kaiser erstatteten Berichte veröffentlicht werden. HAuch die „Memoiren" der Petersburger Akademie enthalten viele statistische Arbeiten Meinzelner Akademiker. Bei dem großen Interesse, welches fortwährend alle europäi- Wscheu Staaten an dem kolossalen Repräsentanten der slawischen Völkerstämme haben, ^und bei dem nur halben Vertrauen, das man in die officiellen statistischen Publi-Wcationen setzt, ist es erklärlich genug, weshalb sich in der neuesten Zeit fortwährend«'so viele Schriftsteller bemühen, auf privatem Wege statistische Angaben zu sammeln Iund durch die Veröffentlichung derselben dem Verlangen eines großen Leserkreisesentgegenzukommen. Allein wenn auch nicht in Abrede gestellt werden soll, daß in Kdieser Weise manches schätzenswerthe Material zur öffentlichen Kunde gebracht wor-den, so muß gleichwol vor dem Glauben an eine zweifellose Sicherheit aller dieser^Publicationen um so mehr gewarnt werden, als mindestens umfassendere statistische s >Privatarbeiten insgeheim und ohne ossicielle Unterstützung nicht wol vorgenommen >werden können.
Wir könnten, ehe wir zu einer etwas umfassender» Mittheilung über Deutsch'land schreiten, hier auch noch einiger andern europäischen Staaten Erwähnung thun,in denen officiclle statistische Publicationen erfolgt sind, oder doch wenigstens vonSeiten des Staats ein erster Ansatz zu ihnen gemacht ist. Indessen stehen wir da- >von ab, theil- wegen der Unbedeulendheit des zu Erwähnenden, theils wegen derUnsicherheit der gewonnenen Resultate, theils weil wir unS, z. B. hinsichtlich derSchweiz, im Anschluß an die politische Eintheilung deS Landes, in ein unverhältnw'mäßig großes Detail einlassen müßten. Um so eher können wir die hierher gehörtSachverhältnisse desjenigen Landes etwas ausführlicher besprechen, für welches rv'das größte Interesse auch in Beziehung auf die Kenntnißnahme eines größer" ^'tails voraussehen müssen.
Die deutschen Staaten.
Wenn auch durch Achenwall und seine Schule keineswegs der endgültig
fielst worden ist, und auch die civilisirte» Ratio
bliebene Begriff der Statistik festgestellt