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Siebenter Band.
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Die Statistik.

Baicrn.

In Baiern wurde schon im Jahre 1801, analog der topographischen Abthei-lung in dem französischen I)üM äs >a guerre, ein statistisches Bureau gegründet,welches von Anfang an hauptsächlich geographische Arbeiten, wie sie für das Mili-tärwesen nützlich erschienen, unternahm. Nachdem thatsächlich längere Zeit dasKriegsministerium fast allein die Erträgnisse dieser „wichtigen Anstalt, die einen füralle Staatszwcige gemeinschaftlichen Zweck zu erfüllen habe", sich nutzbar Hatte ma-che» können, ward das Bureau 1815 geradezu unter das Ministerium dcS Kriegs-wesens gestellt, zugleich aber daneben ein zweites geheimes statistisches Bureau er-richtet, welche- hauptsächlich, den Ministerien der Civiladministration zu dienen be-stimmt wurde. Zur Kenntniß des Publicums ist so gut wie nichts gekommen; esscheint aber als ob überhaupt nicht viel zu Stande gebracht worden sei. Offenbarhat eS an der nöthigen Einsicht gefehlt, nicht an der Aufmerksamkeit und dem Eiferder Ministerien, da auffallend oft Umgestaltungen vorgenommen, neue Entschließun-gen zur Nachachtung den betreffenden Behörden bekannt gemacht wurde» ; auch nichtan dem erfoderlichen Geldaufwande, da das eine statistische Bureau allein in denzwanziger Jahren gegen 70 Angestellte zählte. Die Arbeiten aus den frühern Jah-re» haben sich bei wiederholter Vornahme einer Landesstatistik als wenig brauchbarrrwicscn. Es läßt sich jedoch erwarten, daß, nachdem Professor von Hermann andie Spitze des später gegründeten statistischen Bureau gestellt worden ist, einestheilsin zweckdienlicherer Weise bei den statistischen Arbeiten verfahren wird, anderntheilsauch die erlangten Ergebnisse nicht länger der Veröffentlichung entzogen werden. EinAnfang dazu ist gemacht in den „Beiträgen zur Statistik des Königreichs Baiern.I- Bevölkerung. Aus amtlichen Quellen herausgezogen von vr. von Hermann"(Münch. 1850).

Würtemberg.

In Würtemberg wurde im Jahre 1817 der für die Staatscontrole niederge-setzten Commission eine die sämmtlichen innern Verhältnisse des Staats umfassendestatistische Thätigkeit zur Pflicht gemacht. Indessen blieb diese aus, und 1820ward ein besonderes statistisch-topographisches Bureau errichtet, welches unter dasFinanzministerium gestellt wurde. Die Hauptaufgabe des Bureau, mit welchemein Privatverein (für Vaterlandskunde) zwei Jahre später in eine officiclle Ver-bindung trat, bestand in der Abfassung einer genauen Landesbeschreibung und einer. Grundstatistik, die fortwährend ergänzt werde» sollte. Wie man überhaupt dasberliner Bureau für die Geschäftsbehandlung zum Muster nahm, so sollten auchdie Publicationen nicht im Namen der Behörde, sondern von dem Vorstände desBureau, dem Professor Memminger, erfolgen, dem man später zugleich die Re-daction des Staatshandbuchs überwies. Wenn auch die Aufgabe des Bureauweit genug gestellt war, und insbesondere die Nutzbarmachung der gewonnenenErträgnisse keinerlei Beschränkung unterlag, so hat sich doch zum Nachtheil derSache die topographische und historische Thätigkeit zu viel, und der administrativ-praktische Gesichtspunkt viel zu wenig geltend gemacht, d. h. es ist eben die ei-gentlich statistische Thätigkeit sehr in den Hintergrund getreten. In diesem Ver-hältniß ist auch durch die nach dem Tode Mcnuniiigcr's eingetretene Neorgani-sation des statistischen Bureau im Jahre 1840 keine Änderung herbeigeführt wor-den; ja eS wurde sogar im Januar 1850 die Verkündigung erlassen: daß nur nochein topographisches Bureau fortbestehen werde, während die eigentlich statistische Thä-tigkeit, namentlich hinsichtlich der Verhältnisse, welche Bevölkerung, Flächenmaß,Produktion, Gewerbe und Handel beträfen, künftighin dem Ressort des Steuercolle-giums anheimgegeben werden solle, bei dem sich ja ohnedies die meisten statistischenNotizen zusammenfänden. Die Resultate der Thätigkeit des statistisch-topographischenBureau bestehen, abgesehen von der Herausgabe der auf die Landesvermessung ge-gründeten Karte Würtembergs, in Folgendem: Memminger, „Beschreibung Würtem-