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Siebenter Band.
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Die Statistik.

beschränkt; ohne Zweifel aber werden durch sie hier .die schätzenswerthesten Ergeb-nisse gewonnen. An vielen Orten wird, wenn die Überzeugung von der Gemein-nützigkeit und Nothwendigkeit der statistischen Forschungen einmal in das öffentlicheBewußtsein übergegangen, ohne daß die Landesregierung derselben Thatsache die gehö-rige Rücksicht schenken mag, die private Thätigkeit gewiß zur Förderung des öffentlichenWohls viel mehr thun müssen und können. Ja man kann geradezu daS richtigeSachverhältniß in dem Satze sormulircn, daß die privat-statistische Arbeit eine um sogrößere extensive und intensive Thätigkeit entwickeln muß, je weniger von Seitendes Staats für die Herstellung ofsicicll-statistischer Arbeiten geschieht; und umgekehrt,daß sie sich, je mehr der Staat in dieser Richtung thut, um so eher auf das vorhererwähnte eigenste Gebiet für statistische Privatthätigkeit beschränken kann. Immeraber wird man es offen aussprcchen müssen, daß sie auf dem letztem die bestenFrüchte, und zwar sie allein, hervorbringt. Ebendeshalb liegt auch die Erfahrungvor, daß selbst in den Ländern, in welchen seil längerer Zeit die Staatsrcgierungmit einem sehr starken Aufwand von Arbeitskräften und Geldausgabcn ununterbro-chen die ofsicielle Statistik über die weitesten Gebiete ausdehnt, dennoch dadurch diestatistische Thätigkeit der Einzelnen oder der Privatvereine keineswegs überflüssig ge-macht, oder auch nur in den Hintergrund gedrängt wurde. Vielmehr besteht dieletztere gerade in diesen Ländern neben der erstem in voller Blüte, sei es, daß sichdie Regierung selbst zugleich auf sie stützt oder mit ihr verbündet, sei es, daß sie i>>voller Selbständigkeit ihre Wege allein geht. Gewiß kann in Deutschland die offi'cielle Thätigkeit der Regierungen in Frankreich, Belgien und England für die Sta-tistik noch immer als ein sehr nachahmungswcrthes Muster hingestellt werden. Ge-rade in diesen Ländern ist aber auch die Thätigkeit der statistischen Privatverein'rühmend hervorzuheben. *) Im Grunde genommen darf diese Erscheinung nicht auf'fallen, da ja doch auch die vielseitige Thätigkeit der. Regierungen für Statistik i"jenen Ländern eben aus der allgemein verbreiteten Überzeugung von dem Werth'der statistischen Arbeiten hervorgeht. Einige dieser Privatvercine lassen periodisch'Publicationen erscheinen, oder geben ein stehendes Journal heraus.

Was Deutschland insbesondere betrifft, so wird eS wol nicht der Ausführungbedürfen, welchen gemeinnützigen Ertrag die Privatvereine für Statistik, liefern kownen. Es ist schon einiger Vereine gedacht worden, welche wenigstens einen halb'ofsiciellen Charakter im Laufe der Zeit angenommen haben, wie der Verein j"Dresden im Zusammenschluß mit den früher zahlreichen sächsischen Zweigvereinen,und der würtembcrgische Verein für Vaterlandskunde. Der statistische Aussehtdes lübecker Vereins zur Beförderung gemeinnütziger Thätigkeit ersetzt, unterfingdurch die Behörden, so weit die ofsicielle Statistik, daß er sogar die Volkszählungausführt. Über die Thätigkeit dieses Vereins wird regelmäßig in den „Neu"Lübeckschen Blättern" Nachricht gegeben. Der Verein für pommersche Statist'''dessen Arbeiten auch von dem ofsiciellen berliner Centralbureau vorzugsweise An"'kennung erhalten, gibt seit dem Mai 1847 „Beiträge zur Kunde Pommerns" h'^'aus. In der schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur zu Brcslau hat st^eine eigene Section für Statistik und Nationalökonomie gebildet, die jedoch ha"p'sächlich durch mündliche Verträge und Belehrung zu wirken sucht, und nur kust,Mittheilungen in die brcslauer Zeitungen übergehen läßt. Ebenso hat der schonwähnte frankfurter geographische Verein ein besondere- Comitö für Statistik, best'gewöhnliche Mittheilungen in der „Frankfurter gemeinnützigen Chronik" abgebe"werden, während zugleich häufig selbständige Werke aus ihm hervorgehen. ^ 2Verein für Hamburgische Geschichte (mit einer eigenen Zeitschrift) hat eine befandstatistische Section, welcher der obenerwähnte Neddermeyer vorsteht. Außer den h ^genannten Vereinen wird überhaupt die locale Statistik von einigen gesch'ch .ArtVereinen gepflegt, vbwol für dieselbe keine besonders abgegliederte Section ernst»

*) Vgl. Fallati, „Die statistischen Vereine der Engländer" (Tüb. 184V).