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Siebenter Band.
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690 Baiern unter den Übergangsministerien von 1847—49.

dem Nachhall jenes Trubels geschrieben, welcher Baiern aus der Hand des Mini-steriums Abel in eine neue Richtung schleuderte. Man mußte damals den unmit-telbaren Einfluß der Tänzerin höher anschlagen, als man es heute vermag, wo dieseganze Epoche vollkommen geschlossen hinter uns liegt. Trohdem beweist auch schonjene Darstellung, wie Lola Montez eben nur als zufälliges Instrument der Geschichteeintrat, wie Baiern keineswegs schamroth das.Auge niederzuschlagen braucht, wennultramonjane Verdächtigung auf die von daher datirenden Neugestaltungen hinweist.

Es ist von uns bereits früher erörtert worden, in welcher Weise der Landtag von1816 abgeschlossen ward. Seine Verhandlungen, namentlich in legislativer Beziehung,waren mit dem Gefühle einer Sisyphusarbeit gepflogen worden, weil die grundge-sehliche Basis selbst,.in den'wichtigsten Punkten mit den Bedürfnissen und Federun-gen der Zeit ohne Übereinstimmung stand, weil ein Vorgefühl sagte, daß die Einzel-gesetzgebung irgendwie einer Reform ihres Verhältnisses zur Bundesverfassung cnt-gegcnschreite. Das Wie und Worin dieser unabweislichcn Veränderungen mochteallerdings der Mehrzahl der Landesvertreter noch sehr unbestimmt vorschweben, dochvielleicht deshalb um so radicaler erwartet werden; denn solange es sich nur umTheorien handelt, scheinen die fernsten Ziele am erreichbarsten, solange wir in derEbene wandern, dünken uns die höchsten Berggipfel am ersteigbarsten. Noch äußertesich auch jene Stimmung, wie immer in den Vorwehen großer Ereignisse, mehr ne-gativ und inconsequen'. Man protcstirt» aufs entschiedenste gegen das System, wel-ches sich an Abcl's Nr nen knüpfte, genehmigte aber dessenungeachtet die von ihmausgegangenen Vorlagen ziemlich unverändert. Sogar von der Unmasse Beschwer-den, Klagen u. s. w. über Verletzung verfassungsmäßiger Rechte, welche bei denStänden eingelaufen waren, fand nur eine kleinste Zahl durch den Landtag den Wegzum Throne. In Allem lag der Beweis, daß die Vertreter des Landes einerseitskeine Hoffnung für augenblickliche praktische Erfolge ihres Einschreitens in antimi-nisteriellem Sinne hegten, andererseits dagegen überzeugt waren, daß daS Ende desgegenwärtigen Ministeriums nur mehr eine Frage der Zeit sein könne. Klang esdoch, als spreche sogar der Landtagsabschied im Vorgefühl der kommenden Dinge,wenn in demselben verlautete: „Möge die hoffnungsvolle Saat, welche dieser Landtagausgesäet hat, reiche Früchte tragen und über das Land Segen verbreiten, mögenLiebe, Treue und Vertrauen am kommenden Landtage der Vollendung zuführen,was sie am nun beschlossenen Landtage begonnen haben." Freilich dachten die Ab-fasser dieses Abschieds schwerlich daran, daß der folgende Landtag sie schon nichtmehr am Mmistertische finden würde. Die anscheinend so allgemein gehaltenen Hoffnungen mochten auch ihre sehr specielle Beziehung darauf finden, daß der folgendeLandtag für Anschaffung der Gelder zur Ausführung der Eisenbahngesehe die bequem-sten Mittel darbieten sollte. Das Abel'sche Regiment hatte dessenungeachtet erkenne»müssen, wie ihm in den politischen Elementen des Lande« jede Sympathie entging»es konnte sich nicht verschweigen, wie ihm an höchster Stelle nicht vergeben ward,daß es von der strengen Durchführung seines Princips in Bezug auf die Machtbc-sugniß der obersten Staatsgewalt hier und da zurückgewichen war; es konnte sichnicht verhehlen, daß in den Hofregionen wie im ultramontanen Lager daraus c!»tMenge von Anklagepunkten erwuchsen, daß sogar die Beschuldigung nicht fern stehe-es opfere seine Principien, um nur seine Persönlichkeiten auf den Sitzen der Machtzu erhalte». Diese Anklage war die gefährlichste, weil sie die persönlichen A>>'schaumigen des Staatsoberhaupts von der Würde der Majestät am unmittelbar"sten berührte.

Im Gefühle dieser Unsicherheit, im Bedürfniß nach bisher unbeachteten Stützt"ihrer Existenz hatte die große Fürsorge der bairischen Staatsregicrung für Milde-rung der damals herrschenden Theuerungsnoth gewiß nicht minder ihre Begründ»^gefunden, als in den Regeln der eigentlichen Staatsklugheit. Wenigstens löst» si^eben nur durch eine solche Annahme die Widersprüche zwischen gewissen Ättßcrungeund dem großen Gewichte, welches kurze Zeit nachher von den Verfechtern der Abt