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Siebenter Band.
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Baiern unter den Übergauqsministerien von 1847—4S. 731

die Rücksicht gegen die davon näher und entfernter berührten Elemente und In-teressen war so groß, daß erst im Januar 1818 jenes Decrct durch nichtbairischeDrgane der Ultramontancn zur allgemeine» Kenntniß gebracht wurde, um es zu der(in ihren Augen schweren) Beschuldigung zu benutzen: Baiern sei auf Seile derEidgenossenschaft getreten, stelle sich also an die Spitze des radicalen und religions»verächterischen Princips. Als aber diese Insinuationen noch keinen gehörigen An-fang fanden, mußte plötzlich „von der Schweizcrgrcnze" berichtet werden: „Baiernbeabsichtige auch in der Schwcizcrfrage eine hegemonischc Stellung gegenüber denbeiden Großmächten im Bunde einzunehmen."

Bei den wirklich schwierigen Verhältnissen Baierns zu den Anfoderungen derGroßmächte einerseits und zu dem von der Bevölkerung-masse andererseits erwartetenKonsequenzen seiner politischen wie moralischen Verheißungen, war diese Denuncia-tion ,m gegenwärtigen Augenblicke von großer Bedeutung. Sie mußte von Seitenber Cabincte ein ernstliches Andrängen nach entscheidenden Erklärungen, im Publi-kum neuen Argwohn gegen die bairische Politik veranlassen. Denn man erinnert!tch ja, wie das gesammre Publicum Baierns, Deutschlands, Europas dem Verhal-ten der Großmächte in der Schwcizerfrage mit Erbitterung gegenüberstand. Baiern^ar aber »ach der Epoche gänzlicher Nathlosigkeit in den auswärtigen Fragen, welchetllcrdings als charakteristisches Zeichen der Politik des Ministeriums Maurer gelte»tttnßke, wieder,, zu den Traditionen jenes tcmporisircnden Schaukclsystems zurückge-ht, welches Östreich und Preußen durch angebliche Vermittelungen auseinander, fürBaiern dagegen die Hoffnung aus eine hegemonischc Stellung zum katholischen Deutsch-land und auf eine südwestdcutsche politische Präponderanz durch Scheinliberalismus?^en zu erhalten suchte. Jene Denunciation federte ein Entweder-Oder. Erklärte sichBaiern einverstanden mit Preußen und Östreich, so war es um seinen liberalen^iimbus geschehen, und es mußte dem hierarchischen Naturalismus Concessionen ma-cht«, um nur irgend eine Stütze im eigenen Lande zu haben; erklärte es sich gegenb>e Politik der Großmächte, so drohten neue Mishelligkeiten sowol wegen der Lola-ntage als wegen der Zugeständnisse an das progressive Princip. Angesichts derHeimlichkeit, womit damals noch alle höhere Politik betrieben wurde und werdenkonnte, zeugte es genugsam für die Bedeutsamkeit, welche das bairische Cabinet jenerHerausfoderung beilegte, indem es deren officiclle Beantwortung, („Allgemeine Zei-tung 1818, Nr. 20) nöthig befand. Diese war freilich im Allgemeinen auswei-chend, doch mit der bestimmten Versicherung verknüpft, „daß von einer hegemonischc»Stellung Baierns hier wie überall die Rede weder sei, noch sein könne". Vons'tugbefrcundeten Großmächten" veranlaßt, habe vielmehr der bairische Staat sich amBundestage über die Schweizerfragc „ausgesprochen mit Redlichkeit und mit jenerAchtung der wahren Rechte des Schweizervolks, welche seines Erachten« der DeutscheBund sich selbst nicht minder als einer altverwandtcn Eidgenossenschaft schuldet;"ud daß der bairische Staat dies thun werde, war im voraus vermöge des eminent^rutschen Charakters König Ludwig's verbürgt". *) Baiern setze seinen Stolz darein,

Bunde blos das Gewicht „seiner Stimme und einer unbedingt föderativen Ge-^Nlung" anzusprechen. Die Idee „systematischen Gegensatzes gegen die beidenGroßmächte oder veralteten Separatismus" liege ihm ebenso fern als das indirekteBegünstigen eines Radicalismus, der nur niederreißen und alle Errungenschaften ver-gangener Jahrhunderte zerstören wolle. Diesen Radicalismus wisse „Baierns groß-artiger Monarch in der Schweiz, wie überhaupt, gar wohl zu unterscheiden von denHunden und Vertretern des echten, ruhigen, organischen, also wahrhaften undauerndcn Fortschritts"; gelte es einen Kampf gegen radicale Tendenzen, so werde"an Baiern stets in erster Reihe treffen.

biet» H'^r, wo er sich um die entschiedene Vertretung eine« Princips handelte, ward auch von»ock iä?" Staattregierunq die Person de« Königs in den Vordergrund geschoben. Also4 immer die Theorie der absoluten Majestät festgehalten!