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Achter Band.
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China und die Länder seines Cultursystems.

nicht. Jeder Staat hat das Recht, in seinem Lande nach Gutdünken zu schaltenund zu walten. Man wird demgemäß in dem civilisirten Reiche der Mitte die frü-hern Anordnungen des Verkehrs aufrecht erhalten und auch den Handel mit Eng-land auf demselben Fuße fortbestehen lassen, wie er bis jetzt, und dies zur Zufrie-denheit beider Reiche, betrieben wurde. Unter welchen Bedingungen aber Englandseinen Unterthanen den Handel erlauben will, dies ist der chinesischen Staatsregie-rung ganz gleichgültig; sie bekümmert sich nicht darum." Der Statthalter unter-sagte nun jeden Verkehr zwischen Engländern und Chinesen. „Der abenteuerliche,verblendete, dumme und unwissende Napier", so nannte ihn die Kreisregicrung ineinem amtlichen Erlasse, mußte endlich krank nach Macao zurückkehren, wo er(11. Oct. 1834) starb. Seine Nachfolger, Davis und Robinson, ehemalige Bedien-stete der Ostindischen Compagnie, brachten den Verkehr „zwischen den englischenBarbaren und den Leuten des Mittelreichs" schnell wiederum in das herkömmlicheGeleise. Capitän Elliot, der später (Juni 1836) zum alleinigen Aufseher des eng-lischen Handels erhoben wurde, ging dieselbe Bahn der Versöhnung und unbedingtenNachgiebigkeit, sodaß die chinesische Bureaukratie an ihrem Siege über die „aufrüh-rerisch gesinnten und verdorbenen Barbaren" gar nicht mehr zweifeln konnte.

Die große Anzahl der Schiffe, welche jährlich von England und Indien indem Hafen von Whampo einlief, der in gewaltigem Maßstabe sich vermehrendeSchleichhandel, und die Schmuggler, welche in den letzten 10 Jahren vielfach dieNordküste des Neichs besuchten, hatten seit längerer Zeit die Aufmerksamkeit unddie Besorgniß der Regierung des Mittelreichs erregt. Patriotisch gesinnte Beamtesandten Eingaben an den Geheimrath, Vorschläge enthaltend, wie der bevorstehendenVerarmung des Landes, dem hereinbrechenden Verderben der Bewohner und demdrohenden Sturze der Regierung vorgebeugt werden könnte. Bereits im Jahre 1836hatte Heu Naitse, Vicepräsident der Opferbehörde, welche unter dem Ministeriumdes Cultus steht, in einer besondern Schrift alle früher gegen die Einfuhr desOpiums ergangenen Erlasse aufgezählt und nachgewiesen, daß, je strenger das Ver-bot, desto stärker die Zunahme der Einfuhr wurde. „Denn wenn Jemand einmallängere Zeit diesem Laster ergeben, so kann er nicht mehr davon lassen, mag auchsein ganzes Besißthum und er selbst darüber zu Grunde gehen." Darum sei esbesser, meinte Naitse, alle Verbote, welche, wie die traurige Erfahrung lehre, dochnichts helfen, aufzuheben, und den Opiumhandel, wie noch in den Tagen von Kien-long und im Anfange von Kiaking Sitte war, wieder freizugeben. Dieser Stoffsei damals, wie alle andern Waaren, durch die Hände der privilegirten Compagniedes auswärtigen Seehandcls gegangen und hiervon eine bedeutende Abgabe in dieStaatskasse geflossen Gegen diesen Antrag erhob sich ein Rath im Sittentribunal,Tschutsun geheißen. Wo immer ein Übel sich einschleicht, da müsse es (nach derAnsicht dieses Sittenrichters) von Grund aus vertilgt werden. Habe eine Regie-rung nur ihre Pflicht gethan, so sei sie hinlänglich gerechtfertigt, wenn auch dieMisbräuche nicht beseitigt werden könnten und Übertretungen nicht aufhörten. Werwäre wvl thöricht genug, die Dämme einzurcißen, obgleich hier und da die Flutendarüber schlagen. Man solle nur ein aufmerksames Auge auf die Barbaren haben.In den letzten Jahren hätten sie in der That eine gefährliche Stellung angenommenund bei jeder Gelegenheit sich widerspänstig gezeigt. Ihre Schiffe hätten sich in dieHäfen von Fokien, Tschekiang, Kiangnan und Schantong gestohlen und seien sogarbis Tientsin vorgedrungen. Der Knecht Sr. Majestät wisse zwar nicht, was fürAbsichten die Barbaren im Schilde führen, aber er kenne die Verhaltungsbefehledes hochweisen, menschenfreundlichen Erzeugers, welche im 10. Monat seines 55. Ne-Hierungsjahres (1717) folgendermaßen lauteten: „Man muß Vorsorge treffen, sonstkönnten in den Jahrhunderten oder Jahrtausenden der Zukunft verschiedene Volkerdes Westens, welche zu Wasser hierher kommen, dem Reiche gefährlich werden."