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Achter Band.
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Die Botanik.

sind, und welche später entweder eigene Ordnungen oder doch, Unterordnungen bil-den werden, auf 365 vermehrt worden. Durch Eudlichcr's Arbeit, welche im Jahre1840 vollendet wurde, ist die Erkenntniß der Pflanzen wesentlich erleichtert worden-Gewiß dürfen wir es ihm mit zuschreiben, daß jetzt neue Gattungen und Ordnungenin so großer Menge beschrieben werden, daß Endlicher selbst schon fünf Supplement-hefte bis zu seinem im Jahre 1849 erfolgten Tode hat herausgeben können. Be-trachten wir ferner die größer» Abtheilungen des Unger-Endlicher'schen Systems, sofinden wir bei den Zweisamenlappigen zunächst wieder die Eintheilung in Blumcn-blattlose, Verwachsenblumenblätterige und Freiblumenbla'tterigc: also dieselben Einthenlangen, welche schon Jussieu anwandte. Wenn nun auch zugegeben werden muß,daß diese Charaktere für große Gruppen von Pflanzen von der höchsten Bedeutungsind, so werden doch, wenn man es versucht, nach diesem einen Charakter die Pfla»'zen abzutheilen, unnatürliche Trennungen nicht vermieden werden. Schon Endliche*hat, dies erkennend, die genannten Abtheilungen nicht immer streng durchgeführt'Mit entschiedenen Worten spricht sich Klotzsch, einer der tüchtigsten Botaniker der,Neuzeit (in seinen „Studien über die natürliche Classe vioorius I-inu«"), gegen dieAnwendung solcher Einzelheiten zu Classification der Pflanzen aus. „Überhaupt habe"die Charaktere der Pflanzen nur einen relativen, nie einen absoluten Werth. J>"Pflanzenreiche gibt es keine durchgreifenden Charaktere. Weder die Unterschiede >"der anatomischen Struktur, noch die der physiologischen Thätigkeit, noch die dethabituellen Eigenthümlichkeiten oder die aus der Bildung der Blüten- und Fruchttheile entlehnten werden je für sich den Maßstab für eine natürliche Classification derPflanzen abgeben."

„Vergleicht man dagegen die innern und äußern Theile der Pflanzen nach Bil'düng und Zweck, so wird man in den verwandten Gattungen stets ein leitend^Grundprincip für die Classification entdecken. Pflanzen, auf diese Weise untersuchtsind alsdann auf Grund und nach dem Grade ihrer combinirten Verwandtschaft >"dem Systeme zu ordnen. Die hierdurch ermittelten Charaktere werde» für jede ei>''zelne Classe und Ordnung die verschiedenartigsten sein. Daß hiervon mikroskopischeCharaktere nicht ausgeschlossen werden dürfen, versteht sich von selbst. Denjenigenwelche mit dem Einwände bereit sind, man dürfe keine Charaktere in die besässe''bende Botanik einführen, die man nur niit Hülfe des Mikroskops aufzufinden »er-mag, entgcgnc ich im voraus, daß die Organisation der Pflanzen nicht fragt, ob dieUnterschiede, welche dieselbe bietet, dem unbcwaffneten Auge sichtbar sind oder nicht-

Die höher» Abtheilungen Endlichcr's tragen allerdings andere Namen als '"den frühern Systemen. Die erste Region ist Ilrallopliz-ta, die zweite Region Loi"mopliz-ta benannt. Das letztere Wort läßt sich durch Stengelgcwächse übersetzen; da«erstere bezeichnet solche Pflanzen, welche nur aus einer gleichförmigen Masse, den' !sogenannten Lager, Ilnilius, gebildet sind, an dem Stengel und Blätter sich N'*vunterscheiden lassen. Diese erste Abtheilung umfaßt nur die niedersten pflanzlich*"Gebilde, nämlich die Flechten, Uielwnes, die Tange und Wasscrmoose, 4Igae,die Pilze oder Schwämme, bungi, welche schon im Jahre 1826 von dem schw*«''scheu Botaniker FrieS wegen der Einfachheit und Gleichförmigkeit ihrer Gewebellowonemeao, d. h. Pflanzen von gleichförmigem Bau, von allen übrigen Pfla"i*" jabgesondert worden waren. Der zweite Theil der Kryptogamen Linne's bildet d>* ^erste Section der Stengelpflanzen unter der Bezeichnung ^erobiz-s, d. h. Pflanz*'',welche nur an ihrer Spitze wachsen. Hierher gehören die Leber- und Laubn'E*Uepuli«,e und »lusei, ferner die Schachtelhalme, Uguisola, die Land- und Wasse^farrcn, l-ilicos und Il^äi-optc-i-ulos, und die Bärlapppflanzen oder Moosfarren, »2"li-gines. In diese Abtheilung hatte Endlicher auch noch zwei Ordnungen von Py"'nerogamen gebracht, welche jedoch nach den neuern Untersuchungen keineswegs h>ery*gehören. Die Monocolyledonen finden wir unter dem Namen ssmplubr^a, d. h- "in die Dicke wachsende, und die Dicotyledonen als .Veiamplndi-^u, d. h. i

welche sowol an der Spitze als auch in ihrem ganzen Umfange fortwachsen, 1