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Die Chemie.
theil für beide Theile hervorzugehen pflegt, so haben Chemiker und Mineralogen sichgegenseitig »»gemein genutzt und gefördert. Wie manchen ausgezeichneten Forscherbesitzen wir nicht, von dem es schwer ist zu sagen, ob er mehr Mineralog oder Che-miker sei, da er beide Wissenschaften in hoher Vollendung in sich vereinigt. Ja wirdürfen sagen, daß durch die von Seiten der Mineralogie an den Chemiker gestelltenFragen sich die ganze Methode der sorgfältigsten Analyse zu ihrem jetzigen Grade derVollkommenheit ausgebildet hat.
Es fehlt indessen keineswegs an Versuchen, die Mineralogie nach andern: alschemischem Gesichtspunkte aufzufassen und zu systcmatisiren. Hauptsächlich ist es einKampf zwischen Form und Inhalt, zwischen der Krystallographie und Chemie, wel-cher längere Zeit mit wechselndem Glück um die Oberherrschaft in der Mineralogiegeführt wurde, und der endlich durch eine Art von Compromiß zu Ende gebrachtwurde, nach welchem die Chemie im Vortheil bleibt, denn es ist ihr die gesetzgebendeGrundlage zuerkannt, während der Krystallographie als vollziehender Gewalt eineangemessene Betheiligung an der äußern Anordnung überlassen ward. Das Mine-ralreich befindet sich seit dieser Constitution vortrefflich: es befestigt und erweitert fort-während seine Macht und seine Grenzen.
Unter diesem Einfluß der Chemie sehen wir denn zunächst eine Theilung desStoffs in der Mineralogie sich bewerkstelligen: es wird als Oryktognosie die Be-trachtung der »»gemengten Minerale getrennt von dem Studium der Felsarte».Eine oryktognostische Sammlung ist nichts Anderes als eine Musterkartc der in derNatur sich findenden chemischen Verbindungen, und man legt den Exemplaren der-selben einen um so hohem Werth bei, je mehr dieselben den Charakter reiner chemi-scher Verbindung an sich tragen, insbesondere eine wohlausgebildete Krystallform.Dieser Theil der Mineralogie läßt sich daher auch vollständig von der Chemie auf-nehmen; und in der That: schlagen wir die neueste Ausgabe von Gmelin'S Hand-buch auf, so finden wir darin alle Gesteine aufgeführt, die jenen Eigenschaften ent-sprechen. Die Mineralogie wäre vollständig in der Chemie aufgegangen, wenn dieOryktognosie ihre alleinige Aufgabe wäre. Allein leicht ist wahrzunehmen, daßdies nicht der Fall. Blicken wir umher, so gehören wohlkrystallisirte Minerale,vergleichbar den schönen künstlich dargestellten Salzen in den Sammlungen dermiker, zu den Seltenheiten, während wir überall bald dem Flugsand, dem Gerol"und der Ackerkrume, bald den körnigen, schlackigen, zerklüfteten Felsmassen begeS"^/Sogleich erkennt hier der Chemiker Verhältnisse, die sich seinen Auffassungen u>'Gesehen entziehen, und deren Verfolgung er dem Mineralogen überlassen muß.Schichtung, die Lagerung, die Reihenfolge der Massengestcine, ihre geographische De*'breitung und viele andere Fragen von allgemeinster Wichtigkeit sind Gegenstand dcGeognosie. Wir sehen hier den Mineralogen auf seinem eigentlichsten Gebiete aTopograph des Erdballs auftreten, und uns die im großen Ganzen gleichartige B> 'düng und Übereinstimmung dieser Massen in vielen weit sich erstreckenden und n>evoneinander getrennten Gegenden nachweisen. Ja ein tieferer Blick in die Gest^führt den Geognosten weit ab von der Chemie und nähert ihn der Zoologie "Botanik. Es ist dies der Fall bei Betrachtung der zahllosen und mannichfa^ch „Versteinerungen von Pflanzen und Thieren, die in vielen Gesteinen vorkommen, deBedeutung für die Geschichte der Gesteinformationcn so groß geworden ist, daßWissenschaftszweige, die Petrefactologie und Paläontologie, sich auszubilden bcga»' ^
Nachdem endlich vom Geognosten Grund- und Aufriß der Erdkruste wog ^durchforscht und dargelegt ist, sucht er als Geologe den Plan herauszufinden,welchem der ungeheure Bau angelegt wurde; er sucht die Katastrophen zu crki ^die unverkennbar eingetreten sind, um in mehrfacher Wiederholung ein urspru' ^leinfaches Gebäude theilweise zu zertrümmern; er zeigt endlich, wie neues »ca ' ^und alte Trümmer mit und ineinander zu abermaliger Befestigung der Erdobc I»verwendet wurden. .„er
Nichts überrascht so sehr den Chemiker, der sich eine Sammlung chemisch