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Achter Band.
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384 Die Chemie.

hat, nach der Ausbildung geschickter Handgriffe durch Gähn, ihre Vollendung durchdie universelle Wissenschaftlichkeit von Bcrzelius erhalten. Zweck und Vortheil deSLothrohrS beruhen vornehmlich darin, daß eS gestattet, selbst an sehr kleinen Probeneines Minerals, von welchem in der Regel Stückchen zu den Versuchen verwendetwerden, nicht größer als ein Stecknadelkopf, sehr zuverlässige Versuche hinsichtlich >h'rer Eigenschaften und Bestandtheile schnell und mit einfachen Hülfsmitteln zu ma>chen, die ohne Unbequemlichkeit überall mit herumgeführt,werden können. Ein Loth'rohrbesteck enthält außer dem Löthrohr noch eine kleine Öllampe, einige ZängelchewPlatindrähte und Bleche, ein kleines Achatmörserchen und einige Schächtclchcn, dar>»verschiedene Salze enthalten sind. Fügen wir noch ein paar Glasröhrchen und ei»Stück Kohle hinzu, so ist das Wesentlichste genannt.

Die Methode der Löthrohruntersuchung ist gegründet vorerst auf die Verändt'rung, welche die Körper beim Erhitzen für sich erleiden, sodann auf den Einfluß beidabei hinzutretenden Sauerstoffs der Luft, der oxydirend einwirkt, ferner auf die Ein'Wirkung von Kohle, mit welcher der erhitzte Körper umgeben wird und die ein<Sauerstoff entziehende, desoxydirende ist, sowie endlich auf das Verhalten der Probegegen gewisse Salze, von welchen Soda, Borax und Phosphorsalz die gebräuchlich'sten sind.

DaS Löthrohr ist ungefähr einen Fuß lang, hat am einen Ende ein silbern^oder elfenbeinernes Mundstück, und endigt in einem rechtwinklig abstehenden, etwaanderthalb Zoll langen Seitenfortsatz, dessen kegelförmig zulaufende Spitze eine Ösi'nung von der Stärke einer feinen Nadel besitzt. Beim Gebrauche wird das Löthrohrmit der rechten Hand gehalten und seine Spitze je nach Umständen entweder ga"inahe an die Flamme oder theilwcisc in dieselbe gebracht. Die Probe wird mit beklinken Hand gehalten, entweder an einem Häkchen von Platindraht oder mittels ein^Platinzange, oder auf ein Stückchen Kohle gelegt.

Bevor wir die am Löthrohr erhaltenen Resultate besprechen können, ist eine Ek'Lrterung der Lölhrohrflamme nothwendig vorauszuschicken Eine jede Lichtflamme läßtleicht erkennen, daß sie aus Theilen von ungleicher Beschaffenheit besteht. So sinktman die stärkste Hitze an der Spitze, weil hier, wo sie mit dem Sauerstoff der Lnsin Berührung ist, die lebhafteste Verbrennung stattfindet. Es folgt zunächst eine 3^'gion, die daS stärkste Licht verbreitet, herrührend von außerordentlich feinen, we'rglühenden Kohlentheilchen, die in diesem Theile dcr Flamme enthalten sind, wo""'man sich leicht überzeugen kann, indem man einen kalten Gegenstand, etwa t>"Stricknadel, hineinhält, an welchen jene Kohlentheilchen in Gestalt von Ruß sichlegen. Endlich haben wir noch den innern und untern Theil der Lichlflamrneerwähnen, dcr weniger leuchtend ist und einen geringern Hihgrad besitzt als dt,obere. Grund hierfür ist, daß zum innern Theil der Sauerstoff der Lust nurnig Zutritt hat, daß folglich an dieser Stelle nur eine unvollständige Verbrenn»^stattfinden kann. .

Von diesen verschiedenen Eigenschaften dcr Flamme wird nnn bei Anwendn'des Löthrohr- wesentlicher Vortheil gezogen. Will man eine starke Hitze hcrvords .gen, so wird die Spitze des LothrohrS bis zu ein Drittel in die Flamme eingefndund möglichst stark geblasen. ES gelangt hierdurch die Lust auch in die innernder Flamme, und eS findet so eine möglichst lebhafte Verbrennung mit entspreche"" .Wärmeentwickelung statt. Die Flamme ist alsdann spitz, wenig leuchtend und sch"'^..die strengflüssigsten Stoffe. Zugleich bewirkt sie eine Oxydation der in sieten, zur Sauerstoffaufnahme befähigten Körper. Ein Stückchen Zinn, Dle> ^andern Metalls wird darin rasch geschmolzen und in Oxyd verwandelt. Man >daher die also hervorgebrachte Flamme die OxydationSflamme.

, Wird dagegen die Spitze des LöthrohrS der Lichtflamme nur bis zumgenähert und minder stark Luft zugkblasen, so erhält man eine breitere, geld ' „F,tcnde, viele feine vertheilte Kohle enthaltende Flamme, welche man die Red"flamme nennt, da ihre Wirkung gerade eine entgegengesetzte ist. Bringt n>an