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Achter Band.
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Das Königreich Dänemark.

ermordet. Die Colonisten der dänischen Halden, die aus Hessen und der Pfalzstammten, kamen im Jahre 1760 in 300 Familien nach Jütland, wobei die dänischeRegierung die Reisekosten trug. Ihre Unbekanntschaft mit dem Boden und derWitterung verhinderte aber den Erfolg des Unternehmens, sodaß schon sechs Jahrespater nur noch 60 Familien übrig waren: 130 Familien waren nach Deutschlandzurückgekehrt, 90 auf Einladung der russischen Regierung nach Astrachan gegangen.Die Haiden sind in der neuesten Zeit Gegenstand sorgfältiger Forschung geworden,und für den Anbau derselben läßt sich von der Zukunft Vieles erwarten. Ein sach-kundiger dänischer Landwirth hält sich gegenwärtig in Belgien auf, um die Verbes-serungsmittel der dortigen Haiden, die mit den jütischen große Ähnlichkeit haben sol-len, kennen zu lernen.

Der Ackerbau; die frühere Lage der ländlichen Bevölkerung; die Reformen und die gegen-wärtigen Verhältnisse der Bauern.

Fast bis zum Ende des vorigen Jahrhunderts stand der Ackerbau in Dänemarkauf einer sehr niedrigen Stufe, woran besonders die „Gemeinschaft des Bodens" dieSchuld trug. Zu jedem Dorfe gehörte ein großes Feld, von dem jeder Bauer mehrezerstreute Stücke, von jedem Grad der Bonität eines, besaß. Die Cultur des Del-des ward aber gemeinschaftlich, und eben deshalb schlecht betrieben, indem sich derEinzelne gebunden und von der, Majorität abhängig sah. Durch die „Zertheilung"des Grundbesitzes wurde dieses Übel gehoben und zugleich das Quantum Boden nachder Matrikel bestimmt. Sehr bald entwickelte sich dann die Bodcncultur, wozu be-sonders die anderweitig günstiger gewordene versönliche Stellung des Bauern, diedurch das verbesserte Schulwesen überhand nehmende größere Aufklärung, sowie dieBestrebungen der königlichen landwirthschastlichcn Gesellschaft, endlich die Wirksamkeiteinzelner tüchtiger Männer beitrugen. Nicht ohne großen Einfluß blieb auch dieAnsiedelung von vielen deutschen Landwirtben, welche bessere Methoden mitbrachtenund gelehrige Schüler fanden. Zu den wesentlichsten Fortschritte» in der Landwirth,schaft gehören in den letzten Jahrzchnden die Verbreitung der Wässcrungsmethodcnund des Wcchselbaus, anstatt des frühern, aus Holstein stammenden Koppelbaus.Im Ganzen darf man wol sagen, daß der Ackerbau im Königreiche gegenwärtigmit den am besten angebauten Theilen des Auslandes — einzelne Gegenden Eng-lands, Belgiens und Hollands ausgenommen — wetteifern kann. Nur die Be-handlung des KornS, nachdem es gecrntct, ist nicht ganz befriedigend. Dagegen istdie Viehzucht noch sehr zurück, und daß Königreich hält in diesem Punkte durchauskeinen Vergleich mit den Herzogthümcrn aus. Die Hauptproductc des Bodens sind:Roggen, Gerste, Hafer und Weizen. Raps wird weniger gebaut; in den letztenJahren ist dagegen die Runkelrübe in hohem Grade verbreitet worden und bietet einvortreffliches Mittel zur Stallfütlerung und Dichmästung dar. Den Ertrag derErnte schlägt man durchschnittlich, von allen Saatarten und Bonitätcn des Boden«,auf daS Neunfache der Aussaat an, ein Resultat, das allerdings sehr günstigwäre. Auf den kleinen Inseln und in gewissen Gegenden von Fünen erntet manübrigens durchschnittlich das Zwölf, bis Vierzcbnfache der Aussaat. Die königlichelandwirthschastliche Gesellschaft ist es besonders, die sich fortgesetzt große Vcrdicnst-um den Ackerbau erwirbt. Die Pferdezucht erfreut sich in Dänemark namentlicheiner sorgfältigen Pflege, und besonders ist es die königliche Stutcrei zu Frederiks-borg, welche zur Veredlung der Raccn beiträgt. Aus Jütland gehen jährlich vieleTausende junge Pferde i»S Ausland, namentlich für französische und belgische Rech-nung. Auch Rindvieh wird cxportirt, früher meist nach den H-rzogthümcrn, umdaselbst gemästet zu werden, jetzt hauptsächlich über Hjcrting (Amt Nipen) nachEngland.

Die Bevölkerung des Königreichs zahlt an 1,100000 Individuen, von denenetwa 800000 von, Ackerbau leben. Von 1000 Individuen (Frauen und Kinderinbegriffen) waren am I. Febr. 1030: 465, „ Ackerbauer und 132,04 Tagelöhner,