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Achter Band.
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Daö Königreich Dänemark.

zur größern Freiheit jene welterschütternde Begebenheit nur einen fördernden Einflußhaben konnte. Diese und ähnliche Gedanken lagen so nahe, und an Gerüchten, diesich damit verwandt zeigten, fehlte es nicht. Man erzählte sich z. B., der MinisterKarl Moltke sei bei einem Verrathe ertappt und unter Bewachung gestellt worden,der Staatsrath sei in Auflösung begriffen, u. s. w. Das Ganze rcducirte sich aufdie am 2. März erfolgte Entlassung des bisherigen Premierministers Stcmann, derals Präsident der Kanzlei und Justizminister durch den persönlichen Freund desKönigs, den Stiftamtmann von Fünen, Herrn von Bardenfleth, erseht wurde.War Stemann auch jahrelang der Leiter der Rcgierungsidcen Friedrich's VI. gewe-sen, so hatte er doch schon unter Christian VIII. keine sehr große Bedeutung mehr.Seine Dispensation, unter Vorbehalt seines Sitzes im Staatsrathe, hatte ihrenGrund in seinem hohen Alter, und bezeichnete keinen Wechsel des Systems, be-sonders da es zweifelhaft, ob überhaupt die Regierung damals einen solchen be-absichtigte.

Man wollte übrigens wissen, daß die dänischen Diplomaten und Staatsmän-ner nicht so wie das dänische Volk über die Revolution in Frankreich dachten. „Diefranzösische Republik", sagte einer derselben, „hält sich keine drei Monate." Manglaubte durchaus nicht, daß eine Welterschütterung begonnen habe, und erwartetedurchaus keine ernsten Folgen für das eigene Land. Und doch hatte man allenGrund zu solchen Erwartungen. Nicht blos, daß die schlcswig-holsteinischen Depu-tirten am 27. Febr. in Kiel eine Erklärung abgaben, welche ausdrücklich gegen dasPrincip des Verfassungsrescripts gerichtet war und eine Verwahrung gegen jedenAngriff auf die Rechte der Herzogthümer enthielt, sondern auch eine Anzahl derDeputieren der Jnselstifte erklärte am 24. Febr. in Kopenhagen: „sie schrittennur in der Voraussetzung zur Wahl von erfahrenen Männern, daß die in das an-gekündigte Verfassungsgesetz aufzunehmenden Bestimmungen erst dann gesetzlicheKraft erhalten würden, nachdem sie von einer Volksrcpräsenkation geprüft und an-genommen worden wären, welche nach einem von den Provinzialständen berathenenWahlmodus gewählt sein müßten." Eine solche Selbständigkeit gegen die Regierunghatte man noch nie gezeigt; das Stadium der Petitionen war vorüber: man sprachvon einem Wollen. Eine Angelegenheit von der größten staatsrechtlichen Wichtigkeit,seit Jahrhunderten Gegenstand des Streits und im höchsten Grade verwickelt, solltedefinitiv geregelt werden. Man fühlte den Augenblick gekommen, und seine Bedeu-tung wurde von beiden Seiten begriffe». Am 7. März enthielt „Fädrelandet" einevon Hvidt unterzeichnete, auf die schleswigsche Frage besonders gerichtete Einladungzu einer Versammlung auf den 11. März im Casino. An 3000 Menschen warenbei dieser Versammlung gegenwärtig. Beim Eintritt ins Casino wurde der. Aufrufeines Comite (Etatsrath Hvidt, die Professoren Clausen, Flor, Krieger und Peder-sen, Advocat Lehman», Grösster Meine«, Candidat Ploug und Capitän TsOrning)vertheilt, worin die Männer dieses Comite ihre Mitbürger aufloderten, durch Geld-beiträge da« Comite zu unterstützen, und durch alle gesetzliche und geziemende Mittel,vor allem durch da- mündliche und schriftliche Wort. auf eine konstitutionelle Ver-fassung Dänemarks und SchleSwigS hinzuwirken. Hvidt präsidirte der Versamm-lung, und eröffnete sie mit einigen einleitenden Worten, worauf der Professor Clou-sen in einem längcrn Vortrage den Zweck entwickelte. Er hob hervor, wie glücklichsich Dänemark schätze» könne, einen volksthümlich und wirklich dänischgcsinnten Kö-nig zu haben, um den man sich sammeln müsse. Diesen Worten folgte ein wahrerSturm des Beifall-. In demselben Geiste und unter gleichem Beifall sprachenLehman» und Tscherning- Der Letztere erklärte in sehr bestimmten Ausdrücken da»Herzoglhum Schleswig für eine dänische Provinz, deren Wille nicht in Betrachkommen dürfe, und foderte Diejenigen auf, die entgegengesetzter Meinung sein mow-ten, dieselbe zu begründen- Nur Zwei fanden sich, und diese wurden aufWurde einer solcben Versammlung nur schlecht entsprechende Weise empfangen-Eine, der Stbullebrer Rasmus Sörrnsen, entwickelte, wie man sich unnutzcrwen