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Das Königreich Dänemark.
der Aufgabe gewachsen sind, und der Regierung einen energischen Willen und denBeistand der Nation verleihen können — Männer, welche die Ehre Dänemarks er-retten und die Freiheit des Landes begründen können. Wir rufen Ew. Majestätan, die Nation nicht zur Selbsthülfe der Verzweiflung zu bringen." Diese Adressewurde von dem Vorsitzenden der Bürgcrrepräsentation und des Casinocomite in dieCasinoversammlung mitgebracht und daselbst vorgelesen. Die Zuhörer, die sich nochzahlreicher als daS vorige mal eingesunden hatten, nahmen sie mit Begeisterung auf,und Orla Lehmann bestieg darauf die Tribüne. Seine mit seltener Beredtsamkeitgehaltene Rede war weniger gehaltreich als geschmackvoll, weniger überzeugend alsüberwältigend. Er entwickelte die Principien seiner Partei, und hob mit Geschicktheitdie umlaufenden Gerüchte hervor, indem er sie zu übergehen schien. Der Kern sei-nes Bortrags war aber die Behauptung, das Vaterland sei in Gefahr. SeinTriumph war glänzend. Nach ihm ergriff der Etatsrath Francke das'Wort, um ge-gen jene Gerüchte zu Protestiren. Durch Briefe aus Kiel könne er die Unwahrheitderselben beweisen. Seine Meinung sei deshalb, daß man nichts unternehmen dürfe,bevor die schleswig-holsteinische Deputation eingetroffen. Sein Vorschlag wurde ziem-lich ruhig aufgenommen. Jedoch die Stimmung war aufgeregt, die deutsche Gesin-nung Francke's bekannt, und seine Antworten auf die an ihn gerichteten Interpella-tionen wurden in einem Tone gegeben, der einen ungünstigen Eindruck machte.Monrad fragte ihn, ob er die Natur des Zwiespalts in der rcndsburger Versamm- ^lung und den Inhalt der von der Deputation zu überbringenden Anträge kenne.Francke antwortete, die Majorität habe die Verbindung mit Dänemark aufrechthal-ten wollen, während die Minorität einen Anschluß an den Deutsche» Bund ver-lange. Über den Inhalt der Anträge sei ihm nichts bekannt geworden. Tscherning :
wünschte zu erfahren, ob eS wahr sei, daß ein Bataillonschcf mit seinem Bataillon ^die Anträge unterschrieben habe, und fand 'sich nur wenig befriedigt durch die Er- Iklä'rung, man hätte nicht als eine Militärcorporation, sondern man hätte als Privat-männer unterschrieben. Lehmann trat darauf wieder hervor und hielt eine Rede, >
die an Kühnheit unerhört war. Nachdem er die Meinung ausgesprochen, der Etats-rath Francke habe mit seinem Proteste nichts bewiesen, ging er zur Kritik der Re-gierung und selbst des Königs über, geißelte mit Gehässigkeit, wenn auch mit einemgewissen Recht, das Ministerium, und erklärte den Sturz desselben für eine Noth-wendigkeit. Während dessen nahm die Versammlung den Anschein eines gesetzge-benden ConventS äst. Der Redner proclamirte als das Programm des neuen Mi-nisterium-: ,,I) Eine schleswig-holsteinische Verfassung ist eine Aufgcbung des Rechtsder dänischen Krone auf Schleswig. Dazu ist der König unberechtigt, und das dä- >Nische Volk kann dieS nie dulden. 2) DaS dänische Volk sagt dem Könige seinenunbegrenzten Beistand zu, um die heiligste seiner Regentenpflichten zu erfüllen, die»«gekränkte Aufrechthaltung des souveränen dänisch-schleswigschen Reichs zu bewah-ren. 3) Die gegenwärtige Verbindung Dänemark- mit Schleswig kann nur durcheine für beide gemeinschaftliche Reichsverfassung, auf «in wahrhaft volksthümlichesWahlgesetz bastrt, gesichert werden, f) Die gegenwärtige provinzielle Selbständigkeit fSchleSwigS und die Rechtsgleichheit der darin befindlichen Nationalitäten sollen durch ^einen eigenen Provinziallandtag und durch entsprechende provinzielle Einrichtungen in dder Verwaltung und in der Rechtspflege geschützt werden. 5) Die Wohlfahrt Dä-nemarks fodert, daß der König ungesäumt den Thron mit Männern umgibt, derenEinsicht, Energie und Vaterlandsliebe der Regierung die nöthige Kraft und da-Vertraucn der Nation verleihen können." Nach jedem Passus brach die Versamm-lung, über ihre Meinung befragt, in lauten Beifall auS; blos der vierte Punkt er-hielt nur eine schwache Acclamation. Gegen den fünften erhob sich eine unbedeu'tende Opposition, die Tscherning aber widerlegte. Die folgende Diskussion warohne große Bedeutung; erst zum Schluß wurde sie wieder interessant und charakte-ristisch. Die Bürgerrepräsentation hatte beschlossen, die Adresse am k^gen^ ^Tage dem Könige zu übergeben. Der Journalist Ploug schlug nunmehr der ^er-