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Achter Band.
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Das Königreich Sardinien.

neuen Reiche Obcritalicns zu lege», von welchem Mailand die Hauptstadt sein werde".Seine Worte wurden mit stürmischen Acclamationen, mit begeisterten Hochrufen aufKarl Albert und die Einheit Italiens erwidert. Bor allen lombardischen Städtenwar es aber Brescia, wo die Verschmelzung mit Piemvnt am eifrigsten und dauernd-sten betrieben und am dringendsten gefodert ward. Die lvmbardische Adclsclaffe schloßsich um so entschiedener dieser Richtung an, als die zwar kleine, aber unermüdlichthätige Rcpublikanerpartei in Mailand sie mit nur zu begründeten Besorgnissen er-füllte und die moralisch ohnmächtige, energielose und aus heterogenen Elementen zu-sammengesetzte Provisorische Regierung kein Vertrauen in die Zukunft einflößte. Ga-brio Casati, das Haupt der Provisorischen Regierung, erhielt sich mehr durch seinewohlverdiente persönliche Beliebtheit bei den Mailändern als durch politische Festig-keit in seiner Stellung, aus welcher er sich längst herausschnte. Willig gab er des-halb dem Andrängen der Lombardei nach rascher Entscheidung in der Unionsfragenach, und noch im Laufe des Mai fodertc eine Proklamation der Provisorischen Re-gierung die Lombarden, und mit diesen die vier venelianischcn Provinzen Padua,Viccnza, Treviso und Novigo (die sich von der republikanischen San-Marco-Fahnelosgerissen und dem lombardischen Unionsvotum angeschlossen hatten) auf, durch ge-heime Stimmzettel mit Ja oder Nein abzustimmen, ob sie die Vereinigung mit Pie-niont unmittelbar oder nach beendigtem Kriege wünschten. In allen lombardischen,von den Östrcicher» nicht occupirten Provinzen und Städten erklärten sich 561002stimmfähige Bürger (von zurückgelegtem cinundzwanzigsten Jahre) für die unmittel-bare Union, und nur 681 Stimmen dagegen. In den genannten venetianischen Pro-vinzen verlangten 110726 Votantcn den sofortigen Anschluß, und 2810 StimmenVertagung der Angelegenheit. Diese große Einmüthigkeit bezeugte, wie geringe Aus-sicht die Republikaner in der Lombardei hatten. Sie war eine gewichtige Verurthci-lung der Agitation, der.Schmähungen und Verdächtigungen, welche Karl Albert undsein Heer erfuhren von jenen „falschen Republikanern, die Ostreich mit Worten fluch-ten und ihm mit ihren Handlungen in unermüdlichem Eifer dienten; die durch fort-dauernde Anschuldigungen und Beschimpfungen die Picmontese» bei den Lombardenverhaßt und verachtet zu machen suchten, was jene mit. Unwillen gegen ei» Land er-füllen mußte, wo cS im Namen der Freiheit erlaubt war, die Bckämpfer des Fein-des in solcher Weise zu beleidigen; die als Früchte ihrer Machinationen Haß, Spal-tung und Verhinderung der lombardisch-piemontcsischen Union erhoffend, von tausendkleinen Republiken zu Frommen der Demagogie träumten". Eine Deputation derProvisorischen Regierung begab sich (10. Juni) in- picmontcsisch« Lager, die KarlAlbert das Votum der lombardischen und venetianischen Provinzen mittheilte undum rasche Verwirklichung desselben bat. Karl Albert nahm die Bedingung derProvisorischen Regierung an, daß nach beendigtem Kriege eine ant allgemeinen Volks-Wahlcn hcrvorgangcne Eostitueme die künftig« Mesammkversassnng feststellen sollte —eine Bedingung, welche die piemontesischc Aristokratie au- idrer bisherigen, rvcnigstensschcinbarcn Uncmpsindlichkcit aufschreckte, sie mit tausend Befürchtungen erfüllte undspäter zu eifrigen und thätigen Mitschuldigen an deni Verderben der Sache machte,für welche die Nation, der König und daS Heer namenlose Opfer brachten. Mitder Annahme der Verfassung sollte die absolute Union beginnen, bis dahin aber dieLombardei durch eine Consulta regiert werden, die Nationalgarde unauflösbar, Preß-und AssoclatlonSfrciheit unbeschränkt sein.

Die Aufstellung solcher Bedingungen hatte sich dir schwache Provisorische Re-gierung Von einer kleinen Anzahl Eraltirter vorschreiben lassen. Denn in dem Augen-blick, wo man Unauslösbarkcit der Nationalgarde, Wahrung unbeschränkter Preß»und Associationsfrcihcit verlangte, erkannte man bereit« selbst an, daß in Mailandviel eher strenge Dictalur und Suspension der arg misbrauchten Freiheiten noch that,wenn dir Hoffnungen aller wahre» Patrioten sich verwirklichen sollten. Zwar erklärteMazzini, der seit dem Anfange des Mai in Mailand mit seiner ,,.X>^>L,.,rio»>' >la-Imim" auftrat, und ,,»ic> e l'npvlo", „8uvr:>nilL popolara « l)iu" predigte, zu