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die Schanze zu schlagen drohte, erfüllte mit Sorgen um die nächste Zukunft desvergeblich nach politischer Einheit und Macht ringenden Vaterlands. Schon standenin Frankfurt die beiden Parteien der Groß- und Klcindcutschen einander gegenüber,und es stand zu erwarten, daß zwischen diesen eine Versöhnung nie zu Stande kom-men werde. Wenn sich im Süden Deutschlands mehr Hinneigung zu Ostreich zeigteund zu einer Aufnahme aller östreichischen Provinzen in den Deutschen Bund, sowar es natürlich, daß der Norden an diesem Gedanken wenig Gefallen finden konnte.Am unzugänglichsten mußte ein derartiger Plan den zwar kleinen, aber seit Jahr-hunderten freien und in dieser Freiheit glücklichen Städten des deutschen Nordens blei-ben. Diese Städte hatten freilich seit dem Zerfall des Hansabundes keine politischeMachtstellung mehr eingenommen, dagegen aber fehlte es ihnen nicht an bürgerlicherKraft. Niemand fühlte sich hier von oben herab bedrückt, und alle Staatsbürgerbefanden sich auch im Ganzen in materieller Beziehung wohl, weil Niemand durchbeschränkende Vorschriften behindert ward, seinem Erwerbe, wie es ihm gut dünkte,nachzugehen.
Ohne Aussicht auf Einigung des Vaterlands zu gewähren, faßte die National-versammlung Beschlüsse über Beschlüsse und ließ sie durch die Ccntralgewalt als gül-tige Neichsgesche publiciren. Die „Grundrechte des deutschen Volks" waren bereitserschienen und überall von den Einzclregicruugcn angenommen und eingeführt worden.Auch Lübeck publicirte dieselben, und schaffte nach den darin enthaltenen Bestimmun-gen die Stellvertretung im Militärdienste ab, die bis dahin in Lübeck üblich gewesenwar. Wol nur Wenige mochten damals das Unzweckmäßige der Stellvertretung »ich<einsehen. In Lübeck war sie während der langen Fricdcnsjahrc unbedingt gcinisbranchtworden; denn das lübcckische Coiilnigcnt zahlte manches Individuum unter seine»Vatcrlandsvcrthcidigcru, daS schwerlich dazu tauglich gewesen wäre, hätte es Ernstgegolten. Durch Einführung der allgemeinen Wehrpflicht ward nun jeder gesundejunge Mann, gleichviel ob arm oder reich, vornehm oder gering, verpflichtet zu die-nen, und die Einstellung der junge» Mannschaften fand zu Anfange des Jahres1849 auch in Lübeck statt, ohne Rücksichtnahme auf Stand und Rang.
Hier nun zeigte sich alsbald, daß ein Gesetz im Allgemeinen zwar höchst weiseund gerecht sein, dennoch aber bei der Anwendung hier und da nicht blos a«fSchwierigkeiten stoßen, sondern sogar unausführbar sein könne. Die Stellvertretunghakte bis dahin alle Seeleute vom Landmilitärdienstc frei gemacht. I» so kleinenStaaten, wie Lübeck, war dies ei» großer Vortheil; denn die noch immer beträcht-liche Handelsmarine der Stadt besaß unter ihren eigenen Einwohnern kaum genugjunge Leute, um ihre Schiffe hinreichend damit bemannen zu können. Auf Griindjener Giiiiidrechtsbkstimiiiiiugcii und in Folge der eingeführten allgemeine» Wehr-pflicht wurden jetzt die jungen Seeleute grvßcnihcils zum Landhccrc ausgchvbcn, wasnicht nur eine allgemeine Skönnig im Handels- und Schiffahrtövcrkehr hervorruft"mußte, sondern auch große Unzufriedenheit unter den Seeleuten selbst erregte,Seemann haßt bekanntlich den Lauddicust, und sucht sich ihm auf erlaubte cdcrunerlaubte Weise zu entziehen, wenn er irgend kann. Auch lehrt die Erfahr""^daß Seeleute selten gute Landsvldatcn abgeben. Die Einstellung der jungen Mat>^scn machte daher in Lübeck keine» guten Eindruck. Man war so unzufrieden »"dieser Maßregel, daß schon Anfang Februar 1849 von Lübeck aus zwei Pekilis"^a» die Nationalversammlung abgeschickt wurden, eine von der ddsigc» Kanfma«"schaft, die andere von den Ältesten der Schiffe,gesellschaft. Beide trugen daraus a,„die hohe Nationalversammlung möge dahin wirken, daß die dcntsche» Seeleute n>z»m Landkriegsdirnste, sondern zum Wehrdienste auf deutschen Kriegsschiffen Ps'tig seien".
«sprach diese Fassung der Petitionen auch im Interesse des ganzen Vatcrla» s ^so hatte Lübeck >,» Grunde doch sich selbst vorzugsweise i»> Auge. Dies warkleinen Staate jedenfalls nicht zu verdenken; allein eS lag jene» Petit,oncnschon ein weiterer Sinn zu», Grunde. Wie anderwärts regte sich auch >"