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Achter Band.
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Das Angloindifche Reich.

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ten mit einsichtsvollern erseht (März 1845). Man hoffte jetzt auf einen dauerndenFrieden. Doch vergebens! Die Vorspiele zu einem Kampfe, so furchtbar und blu-tig wie kein anderer im ganzen Verlaufe der angloindischen Geschichte, hatten bereitsbegonnen. Die streitende Kirche der Sikh wollte die Engländer aus Hindostan jagenund die reine Lehre des Nanak in alle» Ländern zwischen dem Himalaja und dem! Meere zur Herrschaft erheben. *)

Die Engländer zogen bei Firuspur, Ambalah und Lodianah eine geringe AnzahlTruppen zusammen, um, wie sie meinten, für alle Fälle, für alle Ereignisse imPendschab gerüstet zu sein. Die Sikh sahen hierin die Vorbereitungen zu einemAngriffskriege, und die Völker Hindostans erwarteten für die nächste Zeit eine Ver-einigung des Pendschab mit dem Angloindischen Reiche. Die Briten hatten vonihren Gegnern, von ihrer Tapferkeit und Entschlossenheit eine sehr geringe Meinung.„Sie würden", hieß es, „es in keinem Falle wagen, die Satledsch zu überschreitenund in das englische Gebiet einzufallen." Major Broadford schätzte die Anzahl derregierenden Prä'torianer auf kaum 15000 Mann, welche aus bloßem Geflndcl be-ständen. Die Artillerie sei unbedeutend und schlecht bedient. Kein Wunder, 'daßder Gcneralstatthalter und Obcranführer, welche diesen Berichten unbedingten Glau-ben schenkten, von dem Ausbruchc der Feindseligkeiten vollkommen überrascht wurden,daß die Briten nur mit der größten Mühe, mit Aufopferungen aller Art, aus denwiederholten Kämpfen siegreich hervorgehen konnten. Der Major hat seinen Irrthumoder seine Nachlässigkeit mit dem Leben gesühnt. In der Schlacht bei Mudki stürzteer sich, obgleich schon schwer verwundet, nochmals in die dichtesten Reihen derFeinde, und fand hier seinen Tod, den er gesucht hatte.

Sir Henry Hardinge begab sich von Kalkutta in die Nähe des Pendschab, wol er bald (22. Nov.) sichere Kunde erhielt, die Sikh zögen von Lahor gegen die Sat-l ledsch. Wilde Begeisterung habe die Truppen ergriffen; die leitenden Ausschüsseoder Pantschayat seien zum Kriege entschlossen; sie hätten am Grabe ihres großenMaharadsch, Ranadschit Singh, einen feierlichen Eid geschworen, die Kühe schlach-tenden Frcngis zu vernichten. Auch jetzt noch wollten die Engländer, von den frü-hern Berichten mislcitct, nicht glauben, daß die Sikh den Fluß überschreiten und dieLänder der Compagnie mit Krieg überziehen würden. Und wenn auch, so könne>»a» die zügellosen feigen Haufen mit leichter Mühe zurückwerfen. So geschah es,daß gar keine Vorkehrungen getroffen waren, um den Angriffen mit überlegenerMacht zu begegnen. Man ließ sich überraschen. Die Sikh setzen (11. Dec. 1845),ohne irgend einen Widerstand zu finden, über den Fluß, bekannten Firuspur undbezogen zehn englische Meilen vorwärts der Stadt, bei dem Dorfe Firusschah, einbefestigtes Lager. Das feindliche Heer zählte über 50000 Mann und war miteinem Artillerlepark von 150 Kanonen versehen. Man hatte diese Stellung gewählt,um den britischen Truppen, welche aus Ambalah zum Entsatz von Firuspur herbei-eilen könnten, den Weg abzuschneiden. Die jetzt von mehren Seiten in Eilmärschenheranziehenden Engländer sahen sich alsbald zu Mudki, einem Dorf, an zehn englischeMeilen von Firusschah entfernt, durch einige Tausend Sikh angegriffen. Die An-§ Srrifcr wurden zwar zurückgeschlagen; der Sieger konnte sich jedoch keines besondern1 *"hwen. Neue Truppen wurden herbeigezogen, und jetzt ging es weiter ge-

> 8en Firusschah, um im Sturmschritt das feindliche Lager zu nehmen. Der Wider-land der für Religion, Vaterland und Freiheit kämpfendcn Sikh sehte in Erstaunen,i ^schreckte das angloindifche Heer und seine Führer; selbst der Abend des ganzeni "tigcn Tags (21. Dec.) brachte noch keine Entscheidung. Engländer und Sipahisa Sorgen und Entbehrungen aller Art (selbst an Wasser litten sie Man-

des kommenden Morgens entgegen, wo die Schlacht von neuem und auf beiden

llket hierüber sowie über die den Krieg im Pendschab einleitenden Verhältnisse deaens»"^ Engländer und Russen in Perssen und Mittelasien" im fünften Bande derUmwart", S, 622—675. D, L