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Zehnter Band.
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222 Die Vereinigten Staaten von Nordamerika.

voran. In einem so mannichfach gegliederten Lande, dessen Bevölkerung aus dengcwerbreichsten Landern Europas abstammt, muß nothwendig auch eine Vielseitigkeitder Beschäftigung sich erzeugen. Die Scholle allerdings zieht den Menschen vorallem an; er wird zuerst Ackerbauer, oder wo das Meer einladet, Fischer. Dannaber wendet er sich den Gewerben zu, und er wird es um so schwunghafter thun,je mehr er geistig begabt ist und je mehr das Land selbst den Industriebetrieb be-günstigt. Nun besitzen die Vereinigten Staaten Kohlenlager in einer Ausdehnungvon mehr als 100000 englischen Geviertmeilcn, und eine Communication, welcheallein auf dem Wasserwege den Dampfschiffen eine Fahrt von 16000 Meilen mög-lich macht. Dazu kommen die Kanäle, die Eisenbahnen und die Drekerstraßen.Rohproducte wachsen dem Industriellen gleichsam in die Hand, er kann nach Belie-ben über Wasserkraft wie über Dampfkraft verfügen, er findet allerorten zahlungs-fähige Abnehmer, er hat billige Metalle und Lebensmittel. So wird es nicht feh-len, daß die Amerikaner auch ein großes Jndustrievolk werden, und wir könntenden Nachweis führen, daß es schon nach Verlauf eines Mcnschenalters selbst denEngländern schwer fallen wird, auf den Weltmärkten dem Wettbewerb der Ameri-kaner siegreich entgegenzutreten. Denn schon jetzt ist nicht mehr allein der Nord-osten vorzugsweise industriell, sondern die Gewerbe fassen auch im sklavenhaltendenSüden mehr und mehr Boden, und der große Westen, namentlich das mittlereMississippi- und Ohioland, bietet für großartigen Fabrikationsbctrieb Vortheile dar,wie sie nur irgend in den dafür am günstigsten gelegenen Theilen Englands gefun-den werden können. Im Jahre 1850 war in den verschiedenen Manufakturender Union, in solchen gewerblichen Anstalten, welche für mehr als 500 Dollarsjährlich erzeugten, ein Capital von 553 Millionen Dollars angelegt; der Werth derverarbeiteten Rohstoffe wurde auf 550 Millionen Dollars geschätzt; an Arbeitslohnwurden 210 Millionen Dollars gezahlt; der Werth der sabricirken Artikel stelltesich auf 1020 Millionen Dollars; in der Industrie waren 1,050000 Personen be-schäftigt. In der Baumwollenmanufactur hakte man 71,501051 Dollars angelegt; für31,835056 verbrauchte sie Rohstoffe und lieferte für 61,869181 Dollars Fabrikate. I»der Wollenfabrikation waren 28,118650 Dollars angelegt, verarbeitetes Rohmaterial25,755988, Werth der fabricirten Artikel 15,207555 DollarS; die Noheisenfabrikatio»lieferte für 25,108155 Dollars. Mit dem Aufschwung der Gewerbe geht jener desAckerbaus Hand in Hand. Im Jahre 1850 waren 112,012000 Acker Landesunter Cultur; der Werth der landwirthschaftlichen Werkzeuge und Maschinen betrug151,820275 Dollars, der Viehstand 552,705238 Dollars. Es wurde unter An-derm geerntet an Weizen 101,799230 Bushels, Mais 159,586052 Bushels, Taback199,552191 Pfund, Baumwolle 2,171211 Ballen (zu etwa 100 Pfund, im Jahre1852 aber etwa 5,250000 Ballen), Wolle 52,122797 Pfund, Wein 111295 Gal-lonen, Butter 312,202286 Pfund, Käse (der schon einen nicht unbedeutenden Ex-portartikel bildet) 105,181585 Pfund, Rohzucker 318611 HogsheadS (zu etwa1000 Pfund) und Ahoriizucker 32,759263 Pfund. Mit diesem schwunghafte»Ackerbau und dem aufblühenden Industriebetriebe steht der innere und der auswär-tige Handel in richtigem Verhältnisse, und die Schiffahrt wächst von Jahr zu Jahr-

1815 betrug der registrirte Tonnengehalt, d. h. die Ladungsfähigkeit der für dieFahrt nach dem Auslande bestimmten Schiffe erst 851291 Tonnen, der einrollirteund mit Licenzen versehene Tonnengehalt (d. h. der für die Küsten- und Binnenfahrtbestimmten Fahrzeuge) 513833 Tonnen. Im Jahre 1850 war der erstere auf1,585711 Tonnen, der zweite auf 1,919713 Tonnen angewachsen. Im Jahre

1816 waren für den Walsischfang nur 1871 Tonnen registrirt, 1818 aber schon192176 Tonnen. Im Jahre 1850 wurden 1360 Schiffe gebaut von zusammen 272218Tonnen, davon waren 15S Dampfer, 217 volle Schiffe, 117 Briggs, 517 Schoner,das Übrige Sloops und Kanalboote. Der Werth der Einfuhren aus 66 fremdenLändern betrug im Jahre 1850 nicht weniger als 178,138318 Dollars, jener derAusfuhren 151,898720, wovon 136,916912 Dollars auf Erzeugnisse der Bern-