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Das Eisenbahnwesen.
führt. Für die Waaren, welche bis dahin von auswärts bezogen werde» mußten,oder die jetzt erst von auswärts her bezogen werden können, während man bis da-hin an die einheimischen Producenten allein sich verwiesen sah, werden theils in-folge der Minderung der Transportkosten, die einen Bestandtheil der früher» Preiseausmachten, theils in Folge der eingetretenen oder vervielfältigte» Concurrenz zwi-schen den Producenten die Preise sich senken, oder es wird wenigstens das cousu-mirende Publicum für dieselben Preise bessere Waaren erhalten können. Es wäreaber unrichtig, wenn man dasselbe Ergebniß der Verwohlfeilerung von allen Waarenund überall erwarten wollte. Vielmehr kann und wird auch eine Preissteigerungdurch die Transporterleichterung vermittelt werden, nämlich für diejenigen Waaren,welche bis dahin an einem einzelnen Verkaufsmarkte über den Bedarf der Consum-tion hinaus oder wenigstens zu einer sehr reichlichen Befriedigung des wirklichenVerkehrs angeboten zu werden pflegten und an deren Versendung auf auswärtigcMärkte die Producenten eben nur durch die hohen Transportpreise verhindert wur-den. Mit den Eisenbahnen fällt dieses Hinderniß hinweg, der Absatzmarkt wird erweitert, damit die Zahl der Käufer verstärkt, und wie jene Steigerung der Concurrenz die Preise senkt, so steigert sie auch die Concurrenz der Consumenten. Maukann den Sachverhalt in die Worte zusammenfassen: es mindert sich durch dieTransporterleichterung die Wirkungskraft der geographischen Nähe und der geographkschen Beschränkung des Verkehrs zwischen den Consumenten und den für ihnProducirenden.
Von einer außerordentlich großen Bedeutung ist sodann unleugbar noch eineweitere Erscheinung der Consumtion. Waarengüker, die überall oder auch nur aneiner Anzahl verschiedener Orte gebraucht werden, haben doch an den einzelnen Verbrauchsorten sehr verschiedene Preise, vornehmlich weil nicht überall das Verhältnißzwischen der örtlichen Production und der örtlichen Consumtion gleich ist. Mankann irgendwo dieselbe Quantität von Gütern oder eine noch höhere verbrauchenwie in einer andern Gegend, während man doch nur ebenso viel oder noch wenigervon ihr producirt. Ist nun sonst der Verkehr frei, so wird der Unterschied in denPreisen der Waaren hauptsächlich nur in der Höhe der Transportkosten von demOrte der überschüssigen Production nach dem Orte des überschüssigen Konsums ode>der nicht hinreichenden Production sich darstellen. Da mittels der Eisenbahnen dieTransportkosten sehr stark vermindert werden, so ist die nothwendige Folge einestarke Veränderung der Preisunterschiede an den verschiedenen Orten der Consum-tion. Das gilt ganz allgemein. Bei keinen Waaren tritt es aber so auffällig undmit so großartigen Folgen hervor als bei solchen, deren Consum ganz allgemeinund allgemein nothwendig ist, ohne daß es der Production möglich wäre, durch einein den menschlichen Anstrengungen allein liegende Kraft dem Begehr immer Genügezu leisten, und die sodann zugleich so gewichtig und voluminös sind, daß die Trans-portkosten nothwendig bedeutend in die Wagschale fallen. Beides gilt aber in einememinenten Grade von den allernothwendigsten Lebensrnitteln, unter welchen die Körnerder Halmfrüchte die erste Stelle einnehmen. Es war früherhin möglich, daß inverschiedenen Provinzen eines und desselben Landes bei einer localen Misernte nebeneiner localen reichlichen Ernte außerordentlich hohe und spottbillige Preise für daSGetreide bestanden, wie noch etwas früher an der einen Stelle die Leute im Überflußschwelgen und an der andern den Hungertod sterben konnten. Ja wir haben nochheutzutage ganz dieselben Verhältnisse in denjenigen Ländern, welche entweder nochder bessern Landstraßcnverbindungen entbehren, oder wenigsten- noch von allem Ei-senbahnverkehr abgeschlossen sind. Solche Vorkommnisse werden durch das Auftretender Eisenbahnen und der mit ihnen realisierten Senkung der Frachtsätze, mit denendie Senkung der Frachtsätze der Schiffahrt Hand in Hand gegangen ist, unmöglichgemacht. Und doch übersehen Hunderte von Menschen, welche der „Sittigung"und der Wahrung „geistiger Interessen" in Gesehesparagraphen der Verfassung--