Das Eisenbahnwesen.
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dargestellt finden konnte, eben jene Transportkosten als ein besonderer und beträcht-licher Preisbestandtheil auf dem städtischen Markte hinzutraten. Ebenso stand jenenGütern allein eine wohlfeile Versorgung mit vegetabilischem und animalischem Dün-ger aus dem Abgang des massenhaften Consums der Stadtbevölkerung zu Ge-bote. Nicht von fern wurden diese gewaltigen Vortheile durch den Umstand ausge-wogen , daß der Arbeitslohn in der Nähe der Städte höher steht wie für den fernerwohnenden Landwirth. Die Differenz zu Gunsten des Einen und zum Nachtheildes Andern mußte noch größer erscheinen, wenn wir bedenken, daß so manche sehrhoch rentirende Zweige der ländlichen Ökonomie, wie der Verkauf von Milch, frischerButter, Eiern, frischem Gemüse, thatsächlich ein Monopol der in der Nähe derStädte befindlichen Güter waren, denn auf dem platten Lande erzeugt im Durch-schnitt jede Haushaltung selbst die großen oder kleinen Quantitäten, welche in ihrvon solchen in den Städten zu hohen Preisen verkäuflichen Artikeln verbraucht wer-den. Wir können noch hinzufügen, daß die Capitalien, welche Grundbesitzer zurMelioration ihrer Landgüter anwenden wollen, in der Regel in den Städten aufge-nommen werden müssen; die meisten städtischen Capitalien aber, welche auf Boden-hypotheken zu leihen sich entschließen, werden geneigt sein, sich erst durch eigenenAugenschein über den Zustand der zu hypothecirenden Grundstücke zu vergewissern.Das war bei benachbarten Landgütern ebenso leicht als bei entferntem kostspieligoder wenigstens unbequem. In allen diesen Punkten sind durch die gewaltigenTransportcrleichtcrungen der Eisenbahnen für den Personen - und Güterverkehr die^besondern Vortheile der in der Nähe großer Städte befindlichen Landgüter vermin-dert und die Nachtheile der entferntem auf ein Minimum reducirt. Wir können^zwar einigermaßen daneben den Umstand in Betracht ziehen, daß der Grund und.Boden in der Nähe volkreicher Städte bei dem Anwachsen der Bevölkerungen durchdie Ausdehnung des für Häuser und städtische Gartenanlagen beanspruchten Bo-dens, und gerade auch durch das Hinwegnehmen bedeutender Strecken für die Eisen-bahnhöfe und dgl. einen zum Theil ganz neuen Factor für eine Preiserhöhung ge-winnt. Indessen findet dadurch doch nicht von fern eine solche Ausgleichung statt,daß nicht die Werthstcigerung der entferntem Landgüter als eine viel beträchtlicheresich darstellen muß. In den größten Hauptstädten, in den Handels- und Industrie-centren hat man allerdings schon längst einen Anfang gemacht, Wohnungen inziemlich beträchtlicher Entfernung von den Stadtmauern zu beziehen und Tag ausTag ein die Eisenbahn zur Hin- und Herfahrt zu benutzen, eine Erscheinung, welchesich mit einer Verbreitung der.Abonnementsbillets gewiß noch sehr ausdehnen wird.
Wir haben vorher erwähnt, daß nunmehr jenes thatsächliche Monopol der inder Nähe der Städte belegen«, Landgüter zum Verkauf von vielen Produkten, welchefrisch genossen werden und nur innerhalb städtischer Bevölkerungen einen lohnendenMarkt finden, durch die Einführung der Eisenbahnen aufgehoben sei. Diesen Punktmüssen wir noch einmal ins Auge fassen. An der Verwirklichung dek Umschwungsselbst ist nicht zu zweifeln. Von vielen Meilen weit her kommen gegenwärtig inalle großen Städte starke Gewichtsmassen von Eiern, Butter, Milch, frischem Ge-müse, Blumen und dgl. Es ist hierbei die große Erleichterung des PersonentranS-ports in den untersten Wagenclassen noch entscheidender wie für den Waarentrans-port. Das außerordentlich verstärkte Angebot dieser Produkte des landwirthschafc-lichen Betriebes führt nun nicht blos jedenfalls zu einer starken Minderung in demErlös, welchen die in der nächsten Umgebung der Stadt wohnenden Grundbesitzeraus dem Verkaufe derselben bezogen, sondern diese Minderung ist in der Regel auchso stark, daß für sie die Erzielung dieser Produkte durchaus nicht mehr in einemunbedingt günstigen Lichte erscheint. Wenn sie auch die Produktion überhaupt nichtaufgeben, so werden sie wenigstens den Umfang derselben einschränken, andern Pro-dukten neben jenen eine größere Rolle zuweisen. Mit einem Worte: jenen Grund-besitzern drängt sich die Erkenntniß auf, daß sie Änderungen in ihrem landwirth-Die Siege,mart. X. 23