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Zehnter Band.
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Algerien.

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was zusammen also 9411 Kilogramm Cocons machte. Im Jahre 1853 hatdessen die Provinz Algier allein 1401)0 Kilogramm geliefert.

Ein anders Culturobject, welches namentlich für das Mutterland von der höch-sten Wichtigkeit wird, ist der Taback. Nach den Urtheilen aller Sachverständigen stehtes außer Zweifel, daß der algerische Taback mit der Zeit die ausländischen Productein Frankreich so gut wie verdrängen muß. Die algerischen Tabackssorte» stehendenen der Levante an Güte nicht nach, ja sie sind ihnen theilweise sogar überlegen.Ja man hofft sogar, an gewissen Punkten und bei fortschreitender Cultur, einenTaback zu gewinnen, welcher mit den feinen amerikanischen Blättern in Concurrenztreten kann. Im Jahre 1855 gab es 2277 Hectaren Tabackspflanzungcn. In dem-selben Jahre wurden 1,800000 Kilogramm Taback gewonnen, von denen die franzö-sische Regierung 1,427276 Kilogramm und der übrige Handel 575000 Kilogrammübernahmen. Die verschiedenen Sorten wurden mit 50, 50, 70, 90, 110 und 150 Francspro 100 Kilogramm bezahlt. Nicht weniger günstig sind der Boden und das KlimaAlgeriens dem Gedeihen der Baumwollenstaude. Jedoch erfodert die Cultur dieserPflanze eine sehr gründliche Sachkenntniß, die sich erst mit der Zeit und bei wach-sender Colonisation einfindcn wird. Die bisher gemachten Versuche haben die gün-stigsten Erfolge ergeben. Dem Gutachten fast sämmtlicher französischer Handels-kammern zufolge ist die in Algerien gewonnene Baumwolle schon jetzt zur Verarbei-ung in den Fabriken geeignet und wird mit der Zeit mit der amerikanischen con-curriren, die ägyptische aber sogar übertreffen. Die Obstbaum- und GemüseculturAlgeriens liegt noch sehr danieder. Julius Cäsar würde dort heute vergeblich seinenVerrath an Feigen für die Armee suchen. Citronen- und Orangcnpflanzungen voneiniger Bedeutung finden sich nur in der Umgegend von Algier und Bona. DieEingeborenen sind es vorzugsweise, welche diese Früchte cultivire», doch fehlt ihnendafür die Kunstfertigkeit. Die Colonisten aber können sich schwer von der Gewohn-heit trennen, die in Mitteleuropa herkömmlichen Früchte zu bauen. Überhaupt bleibthierin noch viel zu thun übrig. Die Prodnction an Früchten genügt bei weitemnicht dem Bedürfnisse. Der größte Theil des Bedarfs an Melonen, gutem Obstund feinem Gemüse, selbst an Kartoffeln in Algier und Oran wird von den Ba-learischen Inseln und aus Spanien bezogen.

Die Waldcultur Algeriens befindet sich ebenfalls bei weitem nicht in dem Zu-stande, welchen sie infolge der trefflichen Naturbeschaffenheit des Waldbodens einneh-men könnte. Es ist hieran namentlich die wüste Wirthschaft der Araber in derWaldnutzung schuld. Um ihrem Vieh ein wenig Weide zu schaffen, stecken sie vorder Regenzeit ungeheure Strecken Mittelwald in Brand, damit das Gras dichterund leichter zugänglich werde. Diese systematischen Brandstiftungen habe» außer-dem, in den Augen der Araber, den Vortheil, daß sie die Gegend von den schäd-lichen Thieren befreien, deren Schlupfwinkel sie anderweitig nicht ausfindig zu ma-chen wissen. Dazu kommt noch, daß die Eingeborenen in der Nähe der Städte,wo sie das Holz verkaufen können, aber mit Handhabung von Säge und Beil nichtvertraut sind, dasselbe durch Abbrennen des Stammes von der Wurzel fällen,, wo-durch Vieles verwüstet wird. Die Waldvegetation Algeriens ist überaus reich. Überallblühen der Mastixbaum, der Johannisbrotbaum, die wilde Olive, die Steineiche, dieMyrte, der Korkbaum, zum großen Theil freilich verkrüppelt; allein eine intelligenteCultur würde daraus die üppigsten Waldungen schaffen können. Außer den Brenn-und Zimmerhölzern besitzt Algerien besonders zwei Sorten, welche in Europa überausselten sind, nämlich den süßen Eichelbaum sOneicuis Imllota üuotu longissimo) undden Korkbaum. Ersterer spielt bei den Eingeborenen eine große Rolle. Die Eichelnsind überaus nährend und frei von Bitterkeit; sie werden auf den Märkten feilge-boten. Die Araber essen, sie roh oder in der Asche geröstet. In einigen Districtens^rd auch ein treffliches Ol daraus gepreßt. Das Holz ist hart, compact und nichtschwer und kann sowol zu Tischlerarbeiten als auch zum Schiffbau verwandt werden.Die Regierung hat neuerdings der Waldcultur große Sorgfalt gewidmet, nicht blos