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Zehnter Band.
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Algerien. 407

führt und eine Lange von 236 Kilometer hat. Die Section von Konstantine istProvinzialwcg und noch nicht ganz vollendet. Sodann ist zu erwähnen die Chausseevon Bona nach Tebessa und Guelma (60 Kilometer), von Konstantine nach Setif(130 Kilometer). Noch nicht vollendet sind die Chausseen von Setif nach Algierund von Bugia nach Setif. Bedeutendere Provinzialstraßen sind die zwischenBona und Philippeville, Philippeville und La Calle und Bona und Edug. Invielleicht nicht allzu ferner Zeit wird Algerien auch ein großes Eisenbahnnetz erhalte».Gegenwärtig sucht eine pariser Gesellschaft die Concession zu einem Eisenbahnsystemnach, welches den ganzen Teil von Algerien von West nach Ost durchziehen soll.

^ Alle Hauptorte der Unterdivistonen sind mit der Divisionshauptstadt durch Telegra-phen verbunden, und diese Hauptstädte wiederum mit Algier. Die meisten dieserj Linien werden durch optische Telegraphen bedient, da dieses System leichter zu über-

^ wachen ist. Doch hat man neuerdings angefangen, elektrische Telegraphen da an-

zulegen, wo es ohne Gefahr geschehen konnte, nämlich zwischen Orau und Mosta-ganem, zwischen Konstantine und Philippeville und zwischen Algier und Medeah.Bona und Konstantine sollen im Laufe des Jahres 1854 in dieser Weise verbundenwerden. In Bona wird auch die unterseeische Telegraphenlinie endigen, welche vonl Genua, über die Inseln Sardinien und Corsica nach Malta und der afrikanischen

Küste geführt wird. Es wird dies so auch der elektrische Verbindungsweg zwischen

Algier und Paris werden.

Als die Franzosen Algerien besetzten, gab es im ganzen Lande kaum fünfordentliche Brücken; gegenwärtig gibt es deren 115, nämlich 49 in der Provinz Al-gier, 19 in Oran und 47 in der Provinz Konstantine. Die bemerkenswerthestenBrücken: sind die steinernen oder eiserne» Brücken über den untern Schelif und (zwei)über den Jsser; die Holzbrücken auf gemauerten Pfeilern über die Schiffa, über denMerdscha (Algier »ach Medeah) und über den Arrasch (Atlasroute); endlich die Holz-brücken über den Massafran und über den Schelif (Tenes nach Orle'ansville). DieEinrichtung und Organisation der verschiedenen öffentlichen Bureaux hat natürlichden Bau einer Menge von Gebäuden erfodert. Außerdem sind unter den öffent-lichen Bauten aufzuführen die Karavanserais, deren es zwölf gibt, nämlich in denStädten Bufarik, Koleah, Schcrschell, Oran, Tlemsen, Konstantine, Bona undSetif, ferner auf den Straßen zwischen Konstantine und Setif (drei) und zwischenKonstantine und Bathna. Diese Karavanserais sind meist viereckig gebaut, mit ge-zackten Mauern umgeben und an den vier Ecken mit Thürmchen versehen. In den! letzten Jahren ist auch die Verbindung zwischen Algerien und dem Mutterlande regcl-I mäßiger und schneller geworden. Marseille und Toulon sind die Stationshäfcn derDampfschiffe, welche die verschiedenen Häfen Algeriens bedienen. Es bestehen gegen-wärtig Dampfschiffsverbindungen zwischen Marseille und Oran, Marseille und Algier,Marseille und Stora und Toulon und Algier. Außerdem versehen Dampfschiffe denKüstendienst zwischen Tanger und Marokko, Oran, Arzew, Mostaganem, Tenes,Scherschell, Algier, Dellys, Bugia, Dschidschelly, Stora, Bona, La Calle und Tunis.

Die bedeutender» Städte.

Unter den Städten Algeriens nimmt die Hauptstadt Algier natürlich den erstenRang ein. Dieselbe liegt an der Westseite der gleichnamigen Bucht, bildet ei» ziem-lich gleichseitiges Dreieck, dessen Grundlinie, von Norden nach Süden gedacht, dieeinzige größere Straße der Stadt abgibt, welche beide Thore Bab-el-ued und Bab-el-sun miteinander verbindet und zwischen beiden 1100 Schritt lang ist. Die Spitzedes Dreiecks endet in der Kasbah. Der kleinere Stadttheil, östlich der Hauptstraße,bildet ein zweites ziemlich gleichseitiges Dreieck, dessen Spitze in dem „Marinethor"endet. Die erwähnte Hauptstraße liegt in der Ebene, etwa 80 Fuß über dem Meere;von da ab steigt die Häusermasse ziemlich steil aufwärts bis zur Kasbah empor,welche der höchste Punkt der Stadt ist und 354 Fuß über den« Meere liegt.

Algier hat nur zwei fahrbare Straßen, nämlich die Hauptstraße zwischen den